Septime, Credits und Gald – Währungen in fernen Welten

Das macht dann dreizehn Silberstücke, bitte!“

Könnt Ihr mir auf eine Dukate rausgeben?“

Wenn Ihr das beim jetzigen Wechselkurs wirklich machen wollt, gern.“

So – oder so ähnlich – stellt man es sich vor, wenn Händler in einer fernen Welt zu verhandeln beginnen und das obwohl die meisten Weltenschöpfer bewusst oder unbewusst einen großen Bogen um das Thema der Währungen in ihren Welten machen. Selbst wenn sie ihrer Schöpfung an anderer Stelle ein hohes Maß an Leben und Detailgrad geben, werden Währungen meist nur am Rande gestreift.

Anstatt sich eine Möglichkeit zu überlegen, wie man diese geschickt umsetzen kann, werden anstatt einer Währung oft nur Gold-, Silber- und Kupferstücke genannt, wenn irgendetwas den Besitzer wechselt. Man könnte nun natürlich aus der Richtung argumentieren, Weltenschöpfer seien meist einfach so weltfremd, dass sie dieses nicht unwichtige Thema einfach ignorieren, oder man kann sagen, dass sie ob der Fülle an Details dieses eine außer Acht gelassen haben.

Obwohl diese beiden Erklärungen sicher nicht schlecht gewählt sind, möchte ich mich diesem Thema trotzdem kurz zuwenden.

Gold, Silber und Kupfer

Eine der klassischen Darstellungsformen ist die einer namenlosen Währung, aufgeteilt in drei Wertigkeiten. Namentlich sind das in den meisten Fällen Gold, Silber und Kupfer. Eine Währung dieser Form wird einem vor allem in jenen Welten begegnen, die bei uns als Rollenspiele dargestellt werden. Ein Weltenbummler wird also auf Goldmünzen stoßen, wenn ihn sein Weg an Orte wie Aventurien (Das Schwarze Auge), die großen fliegenden Inseln, genannt Allods (Allods), oder Azeroth (World of Warcraft) führt.

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Münzen aus Kupfer, Silber und Gold kommen oft vor (Bild von http://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/11_98.htm)

Ein Währung in dieser Darstellungsform ist schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Ein klar erkenntlicher Vorteil davon ist, dass selbst hohe Preise gut dargestellt werden können, ohne dass eine achtstellige Zahl genutzt werden muss. Ein Nachteil ist aber daran erkennbar, dass es dadurch recht lange dauert, bis man den Wert dargestellt hat.

An dieser Art der Währung wäre es weiters recht leicht möglich, eine möglichst realistische Inflation darzustellen. Das wird von den meisten Weltenschöpfern aber weitestgehend ignoriert, da sie sich dann oft schon zu weit in den Details ihrer Welten verlieren würden, was es wiederum für den Weltenbummler uninteressant machen könnte. Was den Detailgrad betrifft, könnten sich manche Weltenschöpfer doch ein wenig mehr Mühe geben.

Gald, Gold oder doch G.?

Wer sich in vielen fernen Welten aufhält, dem werden früher oder später auch Währungen begegnen, bei denen ganz klar ersichtlich ist, dass sich der Schöpfer absolut nichts dabei gedacht hat. Er brauchte sie, um damit Käufe möglich zu machen, aber viele Gedanken hat er sich nicht darum gemacht. Die simple Erscheinungsform in Gold oder noch schlimmer G. weißt auf kreative Faulheit hin.

Aber auch eindeutig an den Haaren herbeigezogene Namen wie Gald, was einem in den Welten der „Tales“-Reihe begegnen wird, sind nicht viel besser geplant. Bei Währungen dieser Art haben sich die Schöpfer vielleicht nur Gedanken darum gemacht, den Gegenständen einen gewissen Wert zu geben, doch gerade die Hintergründe der Währung haben sie dabei völlig außer Acht gelassen. Dadurch verliert die Welt enorm an Tiefe, was sich leider wiederum stark auf die Atmosphäre und die Glaubwürdigkeit auswirkt.

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Ganz einfache Goldmünzen begegnene einem immer wieder (Bild aus Diablo 3)

Septime, Credits und die tschechische Krone

Viel interessanter und glaubwürdiger wird es, sobald sich die Schöpfer einen echten Namen für ihre Währung ausdenken und diese vielleicht auch auf ein bestimmtes Gebiet begrenzen. Wenn man sich dann noch ein paar historische Ansätze überlegt, wie es zu dieser Währung gekommen ist, wird sie mit einem Mal viel realistischer, auch wenn sie vielleicht nicht in bestimmte Unterwährungen aufgegliedert wird.

Zwei gute Beispiele lassen sich in den Währungen des Kaiserreichs in Tamriel und der galaktischen Republik finden. Die Septime und die Credits haben beide einen historischen Hintergrund bekommen und werden dadurch ein wenig realistischer, auch wenn das Fehlen einer genauen Aufteilung in verschiedene Kategorien dem ganzen ein wenig schadet.

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Ein Septim. Vorne das Gesicht des Kaisers und hinten das Wappen. (Bild von http://www.thethingsiwant.com/item/2250257/)

Darauf sollte man sich aber nicht zu sehr versteifen, denn selbst in der Realität lassen sich Währungen finden, die über keine niedrigere Wertigkeit verfügen. Damit ist die tschechische Krone gemeint, bei der sämtliche Preise einfach mit höheren Zahlen dargestellt werden.

So viele Namen…

Zuletzt gibt es aber noch ein paar ferne Welten, die einem mit der Anzahl an Währungen und vor allem mit dem Detailgrad, mit dem diese gestaltet wurden, schon überfordern können. In diesen Welten wurde in der Hauptgeschichte, die erzählt wird, ein Fokus auf Wirtschaft gelegt, denn wer die Währungen nur am Rande durchdenkt, um den Realismus zu fördern, kann den Weltenbummler leicht überfordern.

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Im Anime „Spice and Wolf“ gibt es viele Währungen (Bild von http://www.wallpapervortex.com/wallpaper-7611_spice_and_wolf_holo.html)

Wenn jedoch der Fokus auf solche oder vergleichbare Themen gerichtet wird, kann sich der Weltenschöpfer gern in den Details verlieren. Das beste Beispiel für eine solche Welt wird in dem Anime Spice and Wolf gezeigt. In dieser Welt, die an das europäische Spätmittelalter angelehnt ist, werden eine Vielzahl von Währungen gezeigt. Man geht auf Themen wie Inflation, Deflation und Wechselkurse ein. Auch der Handel mit bestimmten Währungen wird thematisiert, wodurch eine glaubwürdige ferne Welt gestaltet wird.

Leider ist jedoch der Fall, dass die vielen verschiedenen Namen den Weltenbummler ein wenig überfordern können und man hin und wieder lang überlegen muss, bis einem wieder einfällt, was es damit auf sich hat. Dennoch stellen solche Details für leidenschaftliche Weltenbummler ein wahres Schmankerl dar, über das man sich immer wieder freuen kann.

Fazit 

Letzten Endes lässt sich sagen, dass sich durch die realistische Darstellung einer Währung sehr viel Glaubwürdigkeit in einer Welt gewinnen lässt. Wer es allerdings übertreibt, der wird die Weltenbummler wahrscheinlich eher verschrecken, als sie in seinen zu Bann ziehen, außer wenn er die Währungen direkt in seinen Plot einbaut und die Geschichte um sie herum legt. Klar ist aber zu sagen, dass eine Darstellung, die die Währung einfach nur mit Gold zeigt, zu vermeiden ist.

Was ist eure Meinungen zu den Währungen in fernen Welten? Mögt ihr realistische Darstellungen, gefällt euch die simple besser oder ist es euch im Grunde genommen egal? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Schöner Artikel Flo! Bei Ratchet & Clank sind übrigens Schrauben die gängige Währung und bei Bioshock gibt es Adam, das aus Seeschnecken gewonnen wird!^^

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    1. Danke (:
      Das mit Ratchet & Clank und den Bolts habe ich gewusst, das mit Bioshock war mir allerdings neu. In den Metro-Spielen bezahlt man zum Beispiel auch mit Munition und in Fallout unter anderem mit Kronkorken. Die ganzen wirklich merkwürdigen Sachen hab ich hier allerdings außen vor gelassen.
      Ein Artikel mit den abgedrehtesten Währungen wäre auch mal eine schöne Idee… *Notizen mach*

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