Wenige Völker – viele Welten

Im Laufe der Zeit habe ich auf meinen Reisen durch die fernen Welten eine Vielzahl von Völkern kennengelernt. Manche dieser Völker konnte ich nie wirklich leiden und ich werde meine Einstellung ihnen gegenüber auch nie ändern. Manchen stehe ich ein wenig skeptisch gegenüber und manche habe ich vom ersten Moment an ins Herz geschlossen.

Doch egal wie ich diese Völker persönlich betrachte, ist bei jedem von ihnen klar, dass ihre Schöpfer sich etwas bei ihnen gedacht haben. Warum sind Zwerge so stur, warum Elfen ein wenig hochnäsig und warum wird uns Menschen so oft die Gier nachgesagt? All diese Charakterzüge wurden den Völkern nicht ohne Grund zugesprochen. Das Ziel ihrer Schöpfer war die Schaffung einer glaubhaften Welt, wozu die Völker einen großen Beitrag leisten können.

Trotz der hohen Masse an Völkern in den fernen Welten werden einem Weltenbummler mit der Zeit einige Parallelen bei ihnen auffallen. Genauer gesagt, wird man bemerken, dass viele Völker in verschiedenen Welten auftauchen. Dabei gleichen sie einander nicht nur in Aussehen und Name sondern auch in den Charakterzügen.

Gemeinsamer Vater

Ein Grund dafür liegt mit Sicherheit darin, dass viele ferne Welten auf das Grundkonzept von John Ronald Reuel Tolkien zurückgehen. Der sogenannte Urvater der Fantasy hat mit der kleine Hobbit und noch stärker mit Der Herr der Ringe die phantastische Literatur geprägt wie kein anderer. Und das erkennt man nicht nur daran, dass noch heute Weltenschöpfer ihre fernen Welten noch seinem Vorbild formen.

003_Tolkien
Der Urvater der Fantasy, J. R. R. Tolkien (Bild von lotr.wikia.com)

Man merkt es vor allem dadurch, dass seit Tolkiens Zeiten sehr oft die gleichen Völker im Zentrum des Geschehens stehen. Wir haben auf der Seite der Guten die stolzen und klugen Elben, die sturen Zwerge und die hartnäckigen Menschen. Auf der Seite ihrer Widersacher stehen die gerissenen Kobolde, die dummen Trolle und die kampfwütigen Orks. Sollte Ihnen diese Konstellation bekannt vorkommen, darf Sie das also nicht verwundern.

Tolkiens Wirken ist dabei unter anderem in den Beziehungen zu erkennen, die die Völker untereinander hegen. Beispielsweise liegen Elben und Zwerge sehr oft im Clinch miteinander, auch wenn sie auf der gleichen Seite stehen. Und Trolle und Kobolde sind sehr oft zu den Lakeien der Orks degradiert, auch wenn sie stärker oder gerissner als diese sind.

Was können sie? Wo wohnen sie?

Weitere Klischees, die sich durch sämtliche ferne Welten ziehen wie ein roter Faden, sind die großartige Schmiedekunst der Zwerge und die Weisheit der Elfen. Gleiches gilt für die Affinität von ihnen zu Bergen oder Wäldern, in die sich meist zurückziehen und wo kaum ein Auswärtiger je Zutritt bekommt.

Die Menschen, die sich fast immer über die größten Flächen der Welt ausbreiten und die anderen oft recht gern in ihrer Mitte aufnehmen, stehen dazu im Gegensatz. Die hohe Masse an Menschen in den fernen Welten liegt vermutlich aber nur daran, dass die Weltenschöpfer in den meisten Fällen auch Menschen sind und sie sich so besser in ihre Welt hineinfühlen können.

Der Grund für beide Phänomene kann darin liegen, dass sämtliche fernen Welten bis zu einem gewissen Maß an der Realität – oder ihrer Geschichte – angelehnt sind. Die meisten der klassischen fernen Welten sind, was Politik anbelangt, an das europäischen Mittelalter angelehnt. Auch die Geschöpfe, die die Welten beherbergen, sind aus den Sagen und Legenden dieser Epoche entnommen, was zu den klassischen Darstellungen dieser Völker geführt haben kann. Schon in den klassischen Märchen des deutschen Sprachraums werden zum Beispiel Zwerge als Bergarbeiter dargestellt. Die Elben sind eher an die nordische Mythologie angelehnt und entsprechen den dortigen Alben.

003_Elf, Zwerg, Mensch
Elfe, Zwerg und Mensch in vielen fernen Welten (Bild von theprimes12.imgur.com)

Eine andere Erklärung führt wieder auf Tolkien zurück. Weltenschöpfer nutzen Mittelerde noch heute als Vorbild für ihre Gestaltungen. Deshalb sind die Völker auch auf ihre bestimmten Lebensräume abgestimmt. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass auch Tolkien seine Schöpfung zu großen Teilen aus der europäischen Sagenwelt entnommen hat. So sind auch die beiden Sprachen der Elben, Quenya und Sindarin, aus dem walisischen und finnischen entstanden.

Letzten Endes ist es eine Mischung aus diesen beiden Erklärungen, die für die Verbreitung der Völker in den fernen Welten gesorgt hat und auch dafür, dass diese immer wieder erneut aufkommen. Man sollte aber nicht vergessen, dass einige Weltenschöpfer auch neue Völker auf den Weg schicken. Diesen soll aber ein anderer Artikel gewidmet werden. Und auch die klassischen Völker werde ich noch einmal genauer behandeln.

Wie steht ihr zu den Völkern in fernen Welten? Mögt ihr die klassischen oder sind euch Neuerfindungen lieber? Und über welches Volk soll ich als erstes schreiben, wenn es nach euch geht? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

Advertisements

Sagt mir eure Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s