dBdP: Vampire, mal anders

Die Büchse der Pandora bietet den Menschen eine beinah unerschöpfliche Zahl an Möglichkeiten, wie die Welt ihrem Untergang entgegen sehen könnte. Von Sonnenstürmen über Asteroideneinschläge bis hin zum Angriff der Maulwurfmenschen aus dem Untergrund. All das könnte uns Menschen gefährlich werden. Und Weltenschöpfer wären nicht sie, wenn sie die großartigen Geschichten, die sich hinter solchen Chancen verbergen, nicht erkennen und ergreifen würden. Ich habe einen Blick in die Büchse der Pandora geworfen und zeige euch, was ich gesehen habe:

Ein neues, unerforschtes Virus, ein vermutlich größenwahnsinniger Wissenschaftler, eine machthungrige Regierung und ein Experiment, das völlig aus dem Ruder läuft. Man nehme diese Bestandteile, füge noch eine Heldin in Gestalt eines kleinen Mädchens hinzu und schon hat man eine der spannendsten und vor allem plausibelsten Weltuntergangstheorien der letzten Jahre vor sich.

So mancher Weltenbummler dürfte an der Beschreibung schon erkannt haben, dass ich mich auf die, noch unfertige, Passage-Trilogie von Justin Cornin beziehe. In dieser wird in einem Stil – der mich stark an den eines Stephen King erinnerte – geschildert, wie eine Gruppe von Wissenschaftlern im Dienste der amerikanischen Regierung ein kaum erforschtes Virus an ihren Testobjekten anwendet und diese daraufhin zu schaurigen, vampirähnlichen Kreaturen mutieren.

Der Uebergang von Justin Cronin
Der Übergang ist der erste Teil der Reihe

Die verfügen nicht nur über gestärkte körperliche Eigenschaften und vollkommene Resistenz gegenüber Krankheiten, sondern haben auch telepathische Fähigkeiten und können das Virus mit einem Biss übertragen. Ihre einzige Schwachstelle ist – neben einem Treffer ins Brustbein – Sonnenlicht. Des Nachts sind die Kreaturen, die meist als Virals oder Smokes bezeichnet werden, aber beinahe unaufhaltsam und überrennen so binnen kürzester Zeit ganz Nordamerika. Die wenigen Menschen, die die Angriffe dieser Killermaschinen bis dahin überlebt haben, sind gezwungen, sich in wenigen sicheren Einrichtungen zusammenzurotten.

Und schon haben wir ihn, den Weltuntergang – auch wenn zugegebenermaßen nicht die ganze Welt davon betroffen ist. Dennoch wird eines der mächtigsten Länder der Welt binnen kürzester Zeit von der Landkarte gestrichen, was für die Menschen dort einer Apokalypse äußerst nahe kommt. Hierbei handelt es sich um eine Form des Untergangs, der vom Menschen selbst herbeigeführt wurde. Das Virus wäre vermutlich nie zu einer Bedrohung geworden, hätten sich die amerikanischen Forscher nicht auf die Suche danach gemacht und dann damit zu experimentieren begonnen.

Damit steht die Apokalypse, die Justin Cronin uns zeigt, im Gegensatz zu Untergangstheorien, die herbeigeführt wurden durch Invasionen von Außerirdischen, Ausbrüche von Supervulkanen oder Einschläge von gewaltigen Kometen. Für all diese Katastrophen kann der Mensch schließlich nichts und könnte sie in unserer derzeitigen technologischen Entwicklungsstufe auch nicht verhindern.

Auch ist diese Form der Apokalypse nicht vollständig unabänderlich. Die Menschen könnten mit der richtigen Strategie verhindern, dass Nordamerika der Virals anheim fällt. Dazu gehört unter anderem, die Finger von hochgefährlichen Viren zu lassen, wenn man nicht weiß, was sie genau anrichten. Auch hätte die Einrichtung, in der mit den Viren experimentiert wurde, völlig anders geplant werden sollen, sodass im Falle einer Katastrophe alles dort bleibt, wo es ist.

Die Zwoelf von Justin Cronin
Die Zwölf setzte dort an, wo der erste Band endet

Man muss den Verursachern aber zugute halten, dass es nicht ihr vorrangiges Ziel war, mutierte Vampir-Kreaturen zu erschaffen. Der Hauptnutzen des Virus sollte eigentlich jener sein, dass man ein Heilmittel schafft, mit dem die Lebensspanne des Menschen sehr stark ausgedehnt werden sollte, was ihnen letzten Endes auch gelang, da die Virals beinahe unsterblich und unverwundbar sind.

Fazit:
Die noch unfertige Passage-Trilogie bekäme normalerweise 3 Punkte auf der Untergangsskala von mir. Das liegt einfach daran, dass nicht die ganze Welt davon betroffen ist und dass sie keinen furchtbar zerstörerischen Effekt hat. Das ganze ist einfach spektakulär unspektakulär. Dadurch aber, dass Justin Cronin die ganze Geschichte so wunderbar aufbaut und dramatisiert, bekommt sie noch einen zusätzlichen Punkt in Sachen Gestaltung. Deshalb starke 4 von 5 Punkten.
Untergangspunkte: 4/5

Was haltet ihr im Allgemeinen von Vampiren und wie findet ihr, dass die alte Sage wieder einmal neu aufgerollt wurde? Und welche Weltuntergangstheorie soll ich mir als nächstes ansehen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ainur sagt:

    Wo bitte gibt es Maulwurfsmenschen? 😀

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    1. Überall und nirgends. Sie sind wie die Illuminaten und regieren die Welt aus dem Untergrund (hier allerdings wörtlich gemeint). Und ich brauchte noch irgendetwas lustiges für die Einstiegspassage 😀

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  2. Kennst du The Stand von Stephen King? Gefällt mir auch sehr gut 🙂

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    1. Hab ich bisher noch nicht gelesen, aber von Stephen King hab ich mir schon so viel vorgenommen, dass ich allein damit ein ganzes Jahr beschäftigt sein werde ^^

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