Fremde Welten: Jedem Bösewicht sein Igor

Von Marion Kirbis

Bösewichte haben es wirklich nicht einfach. Sie müssen sich den lieben langen Tag mit ihren Erzfeinden herumschlagen, gemeine Pläne schmieden und ihr bitterböses Lachen üben. Der eindrucksvolle Auftritt will choreografiert und ein schwingendes Cape besorgt werden, welches ersteren richtig zur Geltung bringt. Und dann ist da noch die Sache mit dem geheimen Unterschlupf. Immerhin braucht man als Bösewicht einen Ort, an dem man seine finsteren Pläne entwickeln und von dem aus man sie später verwirklichen kann. Wahlweise hält dafür ein düsteres Schloss, ein verlassenes Gebäude, eine geheime Höhle oder etwas ähnlich Angsteinflößendes her.

Bedenkt man also, um was Bösewichte sich alles kümmern müssen, wird schnell klar, warum fast alle von ihnen Untergebene brauchen, die ihnen unter die Arme greifen. Charakteristisch für diese sind unter anderem ein gruseliges Auftreten (am besten unterstrichen durch einen Sprachfehler und schweres Humpeln), spezielle Talente (zum Beispiel Wissen über Gifte oder Alchemie) und die Fähigkeit, einen wütenden Mob mit Mistgabeln Fackeln eine Meile gegen den Wind zu riechen, um anschließend davor zu flüchten.

Und wo finden durchschnittliche Superschurken oder verrückte Wissenschaftler nun so einen Gehilfen? Der Fantasy-Autor Terry Pratchett hat dies den Bösewichten in seiner Scheibenwelt leicht gemacht. Dort gibt es nämlich eine eigene Rasse, die alles verkörpert, was ein wahnsinniger Welteroberer sich von einem Gehilfen wünschen kann: Die Igors. Eine passende Bezeichnung, hat doch auch schon Dr. Frankensteins Gehilfe diesen Namen getragen.

Ein Hund (links) und ein Igor (rechts) (Bild von discworld.soup.io)
Hund Scraps (links) und ein Igor (rechts) (Bild von discworld.soup.io)

Igors und ihre weiblichen Gegenstücke, die Igorinas, sind ein besonders eigenartiges Völkchen aus dem Überwald. Bei der Geburt sehen sie eigentlich noch ganz normal aus, Schönheitsoperationen verändern ihr Aussehen aber dahingehend, sodass sie dem üblichen Ideal des düsteren Gehilfen entsprechen. Dazu braucht es im besten Fall viele Narben, einen krummen Buckel und nicht zusammenpassende Körperteile. Letzteres bekommen sie dadurch, dass sie ihre mit anderen Igors tauschen.

Eigene Namen haben sie nicht, was es neben den vielen Deformierungen schwierig macht, sie voneinander zu unterscheiden. Kenner orientieren sich aber einfach an den Mustern der Nähte in den Gesichtern der Igors und Igorinas. Diese lispeln übrigens auch. Eine Eigenschaft, an der sie nur festhalten, weil man es ja „von ihnen erwarten würde“. Müssen sie etwas Komplexes erklären, vergessen sie aber gerne mal darauf. Und ihre Fähigkeiten? Igors können jederzeit lautlos auftauchen und verschwinden und sind versiert darin, komplizierte Apparaturen (für was auch immer) herzustellen. Besonders gut kennen sich Pratchetts Igors aber mit Chirurgie aus, was auch erklärt warum sie Begräbnisse hassen. Diese halten sie nämlich für eine ungeheure Verschwendung von Ersatzteilen.

Hättet ihr gerne einen eigenen Igor zu Hause und wie stellt ihr euch den typischen Gehilfen eines Bösewichts vor? Und welches Element der Scheibenwelt soll Marion als nächstes vorstellen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hat dies auf diewortgespielin rebloggt und kommentierte:

    Diesen kleinen Beitrag habe ich auf Florian Borns Blog „Phanwelten“ veröffentlichen dürfen! Schaut mal bei ihm vorbei, falls ihr euch für Fantasy interessiert!

    Gefällt mir

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