Von Kyralia nach Ithania — Die Welten der Trudi Canavan

Vor kurzem wurde eine neues Buch der australischen Schriftstellerin Trudi Canavan angekündigt, die sich zuvor durch drei andere Trilogien einen Namen machte. Ihre Geschichten brillieren vor allem durch die runden Charaktere, durch gut durchdachte politische Geschehnisse und eine strukturierte Historie. Für Einsteiger ist es aber schwierig, bei all diesen Geschichten durchzublicken, vor allem da manche etwas miteinander zu tun haben und manche nicht.

Um etwas Klarheit in ebendieses Choas zu bringen, habe ich mir erlaubt, euch eine kleine Aufstellung aller Titel aus ihrer Feder zusammenzustellen. Zuerst muss klar sein, dass die zehn Bücher, die bisher von ihr erschienen sind, in zwei Welten aufzuteilen sind. Auf der einen Seite gibt es die Welt um das Reich Kyralia und auf der anderen Seite haben wir die jene um das Reich Ithania.

Kyralia

In der Welt Kyralia spielen die meisten von Canavans Büchern. Sie behandeln die jüngste Geschichte des Königreichs Kyralia und konzentrieren sich hauptsächlich auf politische Themen und auf die Entwicklung der Charaktere. Die Reihenfolge der Bücher ist dabei nun nicht unwichtig. Wer die Bücher in einer chronologisch richtigen Reihenfolge lesen möchte, der sollte als erstes zu dem Roman Magie greifen.

Dieser ist zwar erst nach Die Gilde der schwarzen Magier erschienen, stellt allerdings das Prequel dazu dar und handelt einige Jahrhunderte vor der Trilogie. Im Zentrum von Magie steht die junge Magierin Tessia, die in ihrem Leben die Verwendungszwecke der Magie in Kyralia zur Gänze verändern wird. Außerdem gibt der Roman Aufschluss über den ersten Krieg zwischen Kyralia und Sachaka, der dann in Die Gilde der schwarzen Magier oft erähnt wird.

Diese Trilogie ist die erste, die sie veröffentlicht hat. Es geht darin um die junge Frau Sonea, die erkennt, dass sie magische Kräfte hat. Sie will dem zuerst ausweichen, doch schließlich akzeptiert sie ihre neu gefundenen Fähigkeiten und wird zur Magierin ausgebildet. Die Trilogie handelt auch von den politischen Beziehungen mehrerer Länder, den Beziehungen zwischen den Charakteren und den innenpolitischen Machenschaften in Kyralia.

Das dritte Buch der Reihe endet mit der Geburt ihres Sohnes, der dann zu einem zentralen Charakter in Sonea wird, der Reihe, die nach Die Gilde der schwarzen Magier spielt. Viele Charaktere aus der ersten Reihe kommen wieder vor, doch Trudi Canavan führt auch eine Menge neuer Charaktere in die Geschichte um Sonea und ihren Sohn Lorkin ein. Auch die Themen verändern sich nicht maßgeblich und so geht es erneut um Außen- und Innenpolitik und erneut verstärkt um die Beziehungen der Charaktere.

Die Australierin arbeitet an einem neuen Buch
Die Australierin arbeitet an einem neuen Buch

Ithania

Auch wenn die Motive sich nicht besonders unterscheiden, muss die Reihe Das Zeitalter der Fünf doch klar von den Büchern in und über Kyralia unterschieden werden. Sie hat mit diesen an sich nichts zu tun, es gibt neue Charaktere, eine neue Welt und eine neue Form der Magie, die auf einer völlig anderen Technik beruht. Erneut geht es aber um die Themen von Politik, Beziehungen und der unterschiedlichen Lebensweise von Arm und Reich — ein Thema, dass die Australierin immer wieder in ihren Büchern auftauchen lässt.

Es gibt aber auch ein Thema, dass zum Beispiel in Sonea nicht hineinpassen würde. In Das Zeitalter der Fünf gibt es nämlich äußerst reale Götter, die von den Menschen verehrt werden, die jedoch selbst alles andere als schillerende Gestalten sind. Oder eigentlich schon, denn sie schimmern wirklich ein wenig, wenn sie sich den Augen der Sterblichen präsentieren.


Über Canavans Romane lässt sich zusammenfassend sagen, dass sie zur Gänze immer eine spannende Lektüre darstellen, auch wenn sie hin und wieder ein wenig langatmig sein können. Sie leben durch die Charaktere und die gelungenen Hintergründe zu ihren Welten, die vor allem durch die ausgeklügelte Vergangenheit brillieren. Sie ist für mich eine Autorin, zu der ich immer wieder gerne greife und bisher hat sie mich noch nie enttäuscht — was allerdings nicht für ihre deutschen Übersetzer gilt…

Habt ihr schon Erfahrung mit Trudi Canavans Büchern gemacht? Wenn ja, wie haben sie euch gefallen? Und kennt ihr noch andere Autoren, die mit ihren Reihen auf Dauer verwirren können? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich liebe, liebe, liebe Trudi Canavan! Super zusammengefasst übrigens 🙂 Freu mich schon auf’s neue Buch!

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    1. Geht mir auch so. Es gibt wenige Autoren, die solch glaubwürdige Charaktere erschaffen wie sie.

      Danke (: Ich hab mir Mühe gegeben, das ganze einigermaßen gut in Reih und Glied zu bringen.

      Ich bin auch schon wahnsinnig gespannt, was uns erwarten wird (:

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  2. t.sebesta sagt:

    Hat dies auf Treffpunkt Phantastik rebloggt und kommentierte:
    Wäre allerdings schön, wenn die Darstellung noch etwas vertieft werden könnte. So ist sie doch noch etwas flach und eine differenziertere Darstellung könnte Einsteigern vielleicht einen größeren Anreiz verleihen einzusteigen, Insidern tiefere Einblick ermöglichen die sie unter Umständen noch nicht ausgelotet haben …

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    1. Wenn ich auf jedes Buch/jede Trilogie von ihr genau eingegangen wäre, dann wäre der Artikel bedeutend länger geworden, als irgendjemand durchgestanden hätte. Lieber werd ich eine Weltenwertung zu jeder der beiden Welten machen. Hier ging es einfach nur um einen schnellen Überblick um die größte Verwirrung zu lindern. Außerdem wollte ich den Artikel möglichst spoilerfrei halten 😀

      Eine genaue Review kommt auf jeden Fall noch, dazu muss ich mich aber zuerst noch einmal verstärkt mit den Büchern beschäftigen (ist schon eine Weile her, dass die ich die Gilde der schwarzen Magier gelesen habe 😉 ).

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      1. t.sebesta sagt:

        Fein, mir liegt da weniger an einer Review der Romane an sich, sondern mehr an den Unterschieden oder Gleichartigkeiten der fiktiven Welten und den Implikationen daraus auf die Geschichten, so wie es der Titel suggeriert. Sieh es bitte nicht als Kritik (das liegt mir ferne), sondern als Apell an den Mut zur eigenständigen Betrachtung statt Abschreibübungen.
        Reviews (wie hier sonst vorliegend) gibt’s wie Sand in Ithania, aber eine eingehendere (auch persönliche) Betrachtung würde ich schön und an der Zeit finden …

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        1. So meinst du das. Finde ich keine schlechte Idee, aber wie gesagt, dazu müsste ich mich zunächst noch einmal verstärkt mit den beiden Welten auseinander setzen, wozu mir im Moment leider die Zeit fehlt.
          Allerdings muss ich auch sagen, dass ein Vergleich der beiden Welten in meinen Augen nicht besonders sinnvoll wäre. Das liegt einfach daran, dass man die eine nur bedingt mit der anderen vergleichen kann. Ungefähr so, als würde man Arda und Nirn gleichsetzen. Es gibt zwar Parallelen zwischen den einzelnen Welten, aber trotzdem sind die Unterschiede zu groß. Da besehe ich mir lieber jede der beiden Welten für sich ein wenig genauer. So wie ich es auch sonst machen würde, denn mein Ziel auf dem Blog ist es schließlich auch nicht, nur Reviews hinauszuklopfen, sondern stattdessen, die Hintergründe der einzelnen Geschichten zu betrachten. Dass ich dabei meist auf die Geschichten selbst eingehen muss, ist allerdings logisch.

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