Zwergenwoche Teil 1: Klein aber oho!

Das helle, beinahe schon schrille Geräusch von Metall, das auf Stein schlägt, hallt durch steinerne Gänge. Laternen hängen an den Wänden und spenden rötliches Licht. Dunkle, raue Stimmen sind von allen Seiten zu hören, eine davon lacht über einen zotigen Witz. Der Geruch von Bier, Schweiß und ungewaschenen Körpern liegt in der Luft.
Unsicher wagt man sich weiter vor, unsicher, wie weit man sich zu gehen trauen sollte. Man ist hier ein Fremder und das wird sich auch nie ändern, egal wie oft man noch hierher kommen sollte. Das Reich der Zwerge ist eine eingeschworene Gemeinschaft und niemand außer ihnen, wird hier je wirklich willkommen sein. Außerdem würde man mit der Zeit auch eine neue Nase brauchen.

Ein altes Volk

Die Zwerge gehören zu den ältesten und gleichzeitig auch beliebtesten Völkern in der phantastischen Literatur. Diesen Rang haben sie aber nicht einfach so bekommen. Wie alles im Leben mussten sich die Zwerge das erst verdienen. Durch ihre schroffe Art, ihren trockenen Humor und ihre große Gewaltbereitschaft haben sie sich ihren Platz in den Herzen der Weltenbummler erkämpft.

Ein Zwergenkrieger bereit zum Kampf (Bild von linxz2012)
Ein Zwergenkrieger bereit zum Kampf (Bild von linxz2010)

Sie sind das einfachste Volk der Phantastik. Sie mögen Dinge wie Bier, Frauen, eine gute Pfeife und das Spalten von Orkschädeln. Damit sprechen sie die innersten Instinkte des Menschen an, der letzten Endes doch nichts anderes will, als ein ruhiges Leben zu leben. Und das ist es, was auch die Zwerge in den meisten Fällen tun wollen. Sie wollen in Ruhe gelassen werden und ihren Gelüsten frönen. Doch in den seltensten Fällen ist ihnen dieses Glück vergönnt.

Viel zu oft sind die Zwerge gezwungen für die Menschen, Elben oder einen Gott in den Krieg gegen die finsteren Horden zu ziehen. Wegen ihrer Kriegskunst stehen sie an vorderster Front und mähen die Reihen der Feinde nieder. Doch nur sehr selten werden die Zwerge ins Zentrum des Geschehens gerückt. Sie tauchen am Rande der Geschichten auf und unterstützen die Protagonisten tatkräftig, um letzten Endes aber leer auszugehen.

Ein junges Volk

Schon bei Tolkien war dies so. Gimli stand den Hobbits immer treu zur Seite, doch letzten Endes erhielt er nicht wirklich viel, außer vielleicht seinen Seelenfrieden. Was ebenfalls von Tolkien übernommen wird, ist die Tatsache, dass die Zwerge oft zu den jüngeren Völker einer Welt gehören. Sie treten nach den Menschen und Elben ans Licht und verschwinden oft schon schneller. Zum Ausgleich werden sie aber zumindest meist an die hundertfünfzig Jahre alt, was den Menschen eher verwehrt bleibt. An die Spitzohren kommen sie trotzdem nicht heran.

Ein Zwergenkönig in stolzer Pose (Bild von El-Grimlock)
Ein Zwergenkönig in stolzer Pose (Bild von El-Grimlock)

Die Zwerge stehen zwar meist am Rande, doch wenn sie einmal ins Zentrum einer Geschichte gerückt werden, geben sie wunderbare Protagonisten ab. Sie haben klare Ziele und lassen sich von nichts davon abbringen und durch ihr großes Ehrgefühl kommen oft großartige Geschichtsstränge zustande. Für gut gelungene Dialoge zwischen Zwergen und anderen Charakteren sorgt dann die altbekannte zwergische Sturheit.

Wenn also Autor Markus Heitz oder auch die Comicmacher Peru und Goux Zwerge in den Blickpunkt ihrer Leser rücken, dann in dem Wissen, dass das in den meisten Fällen großartig ankommt. Einfach, weil Zwerge einfach Zwerge sind. Und wie Zwerge selbst, sind auch die Leser dann sehr treu. Wer sie einmal für sich gewonnen hat, wird sie so schnell nicht mehr los.

Ein großes Volk

Die Zwerge sind – wie zuvor schon erwähnt – auch große Kämpfer. Nun ja, groß im Sinne von toll und nicht im Sinne von groß. Deshalb kämpfen sie an den Seiten von Menschen und Elben gegen Orks, Trolle und andere dunkle Wesen. Aber nicht nur wegen ihrer Kampfkunst sind die Zwerge ein wahrhaft großes Volk.

Ob nah ob fern, überall werden die fantastischen Schmiedekünste der Zwerge gelobt und niemand, nicht einmal die eleganten Elben, können einen Edelstein in solch wunderbare Formen bringen wie die zwergischen Gemmenschleifer. Nicht zu vergessen seien auch die riesigen Hallen, die die Bergarbeiter und Bildhauer des kleinen Volkes aus der Bergen vieler Welten geschlagen haben.

Die Hallen der Zwerge (Bild von Nortenyo)
Die Hallen der Zwerge (Bild von Nortenyo)

Aus all diesen Gründen sind die Zwerge nicht mehr aus der Phantastik wegzudenken. Deshalb können wir davon ausgehen, dass sie noch oft in ihren steinernen Hallen darauf warten werden, dass Weltenbummler ihnen einmal einen Besuch abstatten werden und sei es nur für einen Humpen Bier und eine gut gestopfte Pfeife.

Wie steht ihr zu dem kleinen und doch so großen Volk? Und welches Volk soll ich als nächstes näher betrachten? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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