Ich hab keine Zeit

Ich habe keine Zeit. Diesen Satz hat doch bestimmt schon jeder einmal benutzt. Entweder um lästige Freunde oder Bittsteller abzuwimmeln oder sogar als wahre Aussage. Auch wenn der Begriff wahr sehr dehnbar ist, denn in unserer Welt hat man immer Zeit. Man muss sie sich nur nehmen. Selbst wenn man Stress hat, kann man sich ein paar Stunden für sich nehmen. Ganz anders sieht das aber im Film In Time von Regisseur Andrew Nicol aus.

Dieser Film zeigt eine Welt, in der der Begriff Zeit eine völlig neue Bedeutung bekommen hat. Zeit ist eine Währung geworden und die Inflation kann tödlich werden — und das ist nicht einfach nur so daher gesagt. Jeder Mensch trägt eine Uhr in seine Haut implantiert, auf der seine verbliebene Lebenszeit angezeigt wird. Jede Sekunde schwindet sichtlich dahin und wenn man einen Kauf tätigt heißt es schnell einmal: „Fünf Minuten, bitte!“

Morgen ist ein Luxus, den du dir nicht leisten kannst
Morgen ist ein Luxus, den du dir nicht leisten kannst

Dieses Szenario lässt einem Schauer über den Rücken jagen, doch es kommt noch schlimmer. Wie in der Realität gibt es eine große Schere, die Arm und Reich trennt. Während man hier noch irgendwie um die Runden kommen kann, wenn man nichts mehr hat, sind die Folgen davon in In Time viel fataler. Der Betroffene krümmt sich unter Schmerzen und stirbt.

25 und nie älter

Die andere Seite der Medaille sieht ganz anders aus. In der Zeitzone – wie die Regionen im Film genannt – wo die Reichen leben, sind sie unsterblich. Sie haben so viel Zeit, dass sie sie in einem Leben nicht verbrauchen könnten, auch wenn sie wollten. Und das obwohl die Menschen in der ersten Zeitzone weit älter als hundert werden können. Auch wenn man ihnen das nicht ansieht.

Wirklich alt sieht hier niemand aus
Wirklich alt sieht hier niemand aus

Älter als 25 werden die Menschen nämlich nicht – obwohl; das stimmt nicht so ganz. Sie werden zwar weiterhin älter, aber man sieht ihnen das nicht an. Jeder Mensch sieht für den Rest seines Lebens aus wie an seinem 25. Geburtstag. Das ist nämlich der Tag, an dem ihre Uhr anfängt zu laufen. Sie durchfährt ein Schlag und plötzlich hören sie auf zu altern und es beginnt das erste Jahr für sie.

So viel Zeit haben sie am Anfang auf der Uhr: ein Jahr. Für die Menschen in den reicheren Zeitzonen ist das kein Problem. Die Eltern geben einem am Anfang einfach ein paar Jährchen und schon kann man recht gut leben. Und das selbst dann, wenn ein Mittagessen mal vier Wochen kostet und man für ein schönes Auto ein halbes Jahrhundert hinlegen kann. Am elterlichen Zähler befinden sich ohnehin genug Jahre.

Warum?

Im Ghetto sieht die Sache allerdings schon anders aus. Dort geht das eine Jahr am Zähler der Kinder nach deren 25. Geburtstag schnell für die Schulden der Familie drauf. Gleich darauf hat man nur noch so viel auf der Uhr, wie der Tag Stunden hat und kann in einer der Fabriken sein Leben verdienen – das auch gleichzeitig den Lebensunterhalt darstellt. Während die Löhne aber gleich bleiben, steigen sowohl die Lebenserhaltungskosten, als auch Preise in der freien Wirtschaft rapide an.

Während im Film alles ganz klar abgesteckt ist — es gibt die Armen, die Reichen; die einen haben Zeit, die anderen nicht — sieht es mit der Vergangenheit ganz anders. Man weiß zwar, dass die gezeigte Welt eine zukünftige Version der unseren darstellt. Was man hingegen nicht weiß, ist, warum die Uhr angeschaltet worden ist. Man weiß nicht, warum die Menschen genetisch so verändert wurden.

Wirklich freundlich sehen die timekeeper nicht aus
Wirklich freundlich sehen die Timekeeper nicht aus

Man weiß auch nichts über die Zeitzonen, die die Welt teilen. Es werden einem zwar hin und wieder ein Bröckchen hingeworfen, aber ganz schlau wird man daraus nicht. Die Timekeeper behaupten von sich, sie würden Zeit bewahren. Sie würden dafür sorgen, dass die Zeit dort bleibt, wo sie hingehört. Sie hätten die Uhr nicht angeschaltet, noch wüssten sie, wie man sie anhalten könne. Sie sorgen lediglich dafür, dass sie weiterläuft; dass das System weiterläuft.

Was passieren könnte, wenn es aufhört zu laufen, das weiß niemand. Die Timekeeper und auch die Reichen aus der ersten Zeitzone fürchten diesen Moment. Warum? Auch das wird nicht gesagt, doch klar ist, dass es für die Armen sicher kein Nachteil sein kann.

Weltenwertung: Cool gemacht
Die Welt, die in *In Time* gezeigt wird, ist keinesfalls perfekt. Es gibt immer wieder Dinge, die nicht perfekt harmonisieren und ich hätte mir auf jeden Fall mehr Hintergründe zur Geschichte gewünscht. Ansonsten war die Welt aber gut. Das Szenario ist bis zu einem gewissen Grad realistisch umgesetzt und vor allem die Verbindung von futuristischen Elementen mit den 50er-Jahren hat mir sehr gut gefallen. Alles in allem ein C für cool gemacht.

Kennt ihr den Film In Time und wie gefällt er euch? Und was haltet ihr von dem Szenario, das von Regisseur Andrew Nicol geschaffen wurde? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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