Hatten sie alle Recht?

Ich würde gerne eine Hypothese in den Raum stellen. Nehmen wir an – also rein hypothetisch –, dass es jedes Mal die Wahrheit war, wenn irgendjemand behauptet hat, die Welt würde an irgendeinem Tag untergehen. Dass dies tatsächlich zutreffen würde.

„Mooooooment!“, werden jetzt sicher einige von euch aufschreien. „Wie können wir immer noch hier sein, wenn die Welt doch schon untergegangen ist?! Und das bestimmt schon an die fünfzig Mal!“

Deshalb werde ich diesen Gedanken weiter erläutern. Ich nehmen also an, dass jeder, der den Weltuntergang vorausgesagt hat, Recht gehabt haben könnte. Wenn das aber möglich sein soll, dann bedeutet das, es muss möglich sein, dass die Welt gleichzeitig untergegangen ist und weiterexistiert, als wäre nichts gewesen. Ich habe jetzt zwei Theorien im Angebot, die diese Tatsache erklären können.

Theorie Eins

Die Viele-Welten-Theorie sollte eigentlich jedem bekannt sein, aber ich werde sie trotzdem noch einmal erklären. Sie geht davon aus, dass das Universum jedes Mal vervielfacht wird, wenn es bei einer Aktion mehr als eine Möglichkeit gibt, wie diese ausgehen kann. Das bedeutet, dass es für jeden möglichen Weg, wie es vonstatten gehen kann, ein eigenes Universum gibt. Logischerweise führt das zu einer unendlichen Zahl an Universen, die parallel existieren.

Apokalypse
So könnte die Welt heute aussehen (Bild von inSOLense)

Wenn man dies nun mit meiner Theorie vergleicht, fallen einem schon bestimmte Parallelen auf und es dürfte auch schon klar sein, worauf ich hinaus will. Womöglich wird unser Universum jedes Mal, wenn die Welt eigentlich untergehen sollte, dupliziert. In dem einen, in dem wir leben, übersteht die Welt den Untergang unbeschadet. In dem anderen jedoch wird sie davon vernichtet – oder zumindest stark in Mitleidenschaft gezogen.

Aber wie erklärt man sich das? Warum wird überhaupt eine alternative Version unserer Realität erschaffen, in der wir jeden der Untergänge überleben? Dies könnte einerseits durch ein höheres Wesen erklärt werden, dessen Macht aber nicht weit genug reicht, um den Untergang zur Gänze zu verhindern. Stattdessen kann es lediglich einen anderen Realitätsstrang erschaffen, in dem der Untergang einfach übersprungen wird. Die andere Erklärung dafür, führt mich gleich zu einer zweiten möglichen Theorie.

Theorie Zwei

Diese Theorie greift auf einen der bekanntesten Science-Fiction-Filme der heutigen Zeit zurück: Matrix. Muss ich das jetzt noch weiter ausführen? Ich glaube zwar nicht, aber ich werde es trotzdem tun, denn es kennt – aus einem mir unerfindlichen Grund – nicht jeder diesen Film. Die Filmreihe erzählt eine Geschichte, in der die Menschheit von den Maschinen versklavt wurde und ihnen als Energiequelle dient. Und um die Menschen vom Rebellieren abzuhalten, wurde die namensgebende Matrix geschaffen.

Diese ist ein hochentwickeltes Computerprogramm, das den Menschen ein Leben vorgaukelt, das sie in Wahrheit gar nicht leben. Sie liegen ja in Wirklichkeit in den Tanks der Maschinen und ermöglichen so deren Energieversorgung. Meine Theorie geht nun äußerst pessimistisch davon aus, dass wir uns in Wirklichkeit auch in der Matrix befinden. Was hat das nun aber mit den Weltuntergängen zu tun?

Die Matrix -- eine Welt aus einem Computer (Bild von Daniel Prichard)
Die Matrix — eine Welt aus einem Computer (Bild von Daniel Prichard)

In den Filmen gibt es Maschinen, die sich von der Obrigkeit losgesagt haben und den Menschen helfen – das wären in unserem Fall dann die ganzen Propheten. Die wollen nun versuchen die Matrix irgendwie zu zerstören, um die Menschen zu retten, was sich bei uns als Weltuntergang zeigen würde. Wenn die das aber schaffen würden, warum ist die Welt dann noch nie untergegangen? Ganz einfach: Die Maschinen haben davon Wind bekommen und ein Backup gemacht. Die Matrix wurde zwar zerstört, aber durch das Backup konnten sie sie immer wieder von neuem starten und wir armen angeschlossenen Menschen, haben davon nie etwas mitbekommen.

Beide Theorien haben in meinen Augen etwas für sich, aber dennoch würde ich auch gerne wissen, was ihr davon haltet. Ein Aufteilung des Universums, ein ausgefeiltes Computerprogramm mit Backup oder habt ihr noch eine andere Idee? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Die Viele-Welten-Theorie klingt mit einer kleinen Ergänzung logischer: Nämlich daß nicht alle abgespaltenen Universen überleben, sondern je nach (Un)Wahrscheinlichkeit ihrer jeweiligen Entwicklung auch untergehen können.
    Ein Universum, in dem aus der Paarung von Tiefseekrabben und Delfinen eine aquatische Zivilisation entstanden ist, verpufft auf diese Weise nach wenigen Millisekunden. (Und wir haben nicht Milliarden von Universen, sondern vielleicht nur ein paar Dutzend.) 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Ich finde deine Einschränkung sinnvoll, aber in diesem Fall stellt sich diese Frage ja sowieso nicht, denn immerhin geht die Welt in einem der beiden Stränge sowieso unter. Da gibts dann eh nicht mehr viel, was aufzulösen wäre 😉

      Und ich muss sagen, dass ich eine auqtische Zivilisation aus einer Kreuzung von Tiefseekrabben und Delfinen ziemlich lustig finden würde 😉

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      1. Ach so, Du setzt “Welt” gleich “Universum”. Ich dachte eher an die Weltuntergangspropheten, die der Erde, genauer der Menschheit, den Untergang versprochen haben.
        Dem Universum würde es ja herzlich wenig ausmachen, wenn auf einem kleinen Planeten, der um einen von Milliarden gelber Sterne kreist, eine plötzliche Plattentektonik alle Lebewesen bis auf ein paar Einzeller ausradiert (wie in dem 2012-Kinofilm).
        Allerdings ist eine solche plötzliche Umwälzung der gesamten Planetenoberfläche derart unwahrscheinlich, daß das Universum, in dem sowas passiert ist, sich in meiner Version der Viele-Welten-Theorie sowieso auflösen würde.
        Daß die Menschheit sich selbst per Atomkrieg ausrottet, war mehrere Jahrzehnte lang sogar sehr wahrscheinlich – deswegen existiert dieses Universum auch immer noch, das mit einer menschenleeren, verstrahlten Erde … wo nur noch Spinnen und niedere Insekten über zerfallende Trümmer krabbeln.

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        1. Florian Born sagt:

          Oh, da hab ich dich scheinbar missverstanden. Aber ja, ich spreche, vor allem in der Theorie mit der Matrix, aber auch in der ersten, von einem kompletten Untergang. Also von einem, bei dem wirklich nichts mehr übrig bleibt.
          Von den klassischen Weltuntergängen schreibe ich aber auch. Schau dir doch mal die Büchse der Pandora hier auf Phanwelten an. Die werde ich in nächster auch wieder mehr bespielen, also schau öfter vorbei, wenn dich so etwas interessiert 😉

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