Das Wichtigste in der Fantasy?

Wenn man herumfragen würde, was für Weltenbummler das Wichtigste ist, wenn sie die Welten der Phatastik bereisen, dann würde man wahrscheinlich bei zehn Leuten acht verschiedene Antworten bekommen. Für den einen sind Sprachen besonders wichtig, für den anderen Religionen und wieder andere sehen den Kern einer Welt in deren politischen Systemen. In meinen Augen ist jeder dieser Aspekte wichtig. Für mich gibt es jedoch noch einen weiteren Punkt, der von vielen nicht gesehen wird, der aber alle anderen beinhaltet.

Ich spreche davon, dass die Welten, die gezeigt werden, konsistent im eigenen System sein müssen. Für mich ist also mehr oder weniger egal, was jemand macht. Er kann von mir aus von sprechenden Elefanten mit Entenschnäbeln und Fledermausflügeln schreiben, die versuchen die Menschheit zu versklaven. Solange er bei dem bleibt, was er geschrieben hat und nicht auf einmal etwas anderes macht, ist mir das völlig egal. Denn das bedeutet Konsistenz im eigenen System.

Mach, was du willst, aber stell Regeln auf und halte dich gefälligst an die. Bleib bei dem, was du tust, und ändere deine Meinung nicht andauernd. Wenn du also von sklaventreibenden Elefanten-Enten-Fledermäusen schreibst, dann bleib bei ihnen und gib ihnen nicht auf einmal Adlerschnäbel. Das würde einfach jeden verwirren und aus dem Konzept bringen. Aber nur, weil du im eigenen System einheitlich und korrekt bleiben musst, heißt das noch lange nicht, dass du dich nicht austoben kannst.

Kannst du es erklären?

Es ist völlig egal, was du machst. Wenn du also auf einmal geflügelte Elefanten mit Adler- statt Entenschnäbeln ins Spiel bringen willst, dann kannst du das gerne machen. Wichtig ist dabei nur, dass erklärt wird, warum manche der Elefanten andere Schnäbel haben. Solange du das mit den Regeln erklären kannst, die du dir in deiner eigenen Welt vorgibst, kannst du die Schnäbel gerne ändern.

Man kann sich ruhig austoben, solang dabei einheitlich ist (Bild von Andrea Fermerstrand)
Man kann sich ruhig austoben, solang dabei einheitlich ist (Bild von Andrea Fermerstrand)

Na gut, ich merke schon, das Beispiel mit den Elefanten, könnte ein paar Leute verwirren. Ich werde also ein anschauliches und vor allem bekanntes Beispiel bringen. Und zwar ins Negative. Jedem hier sollte Stephanie Meyer ein Begriff sein. Für alle anderen: Das ist die Frau, die Twilight geschrieben hat. Spätestens hier sollten einige Alaramglocken schrillen. Aber ich spreche hier nicht von den Geschichten im Allgemeinen, sondern von einem speziellen Aspekt davon.

Wer Twilight gelesen hat, der wird sich erinnern können, dass im ersten Band erklärt wird, Vampire hätten keinerlei Körperflüssigkeiten. Abgesehen vom Vampirgift zumindest. Damit hat ja auch keiner ein Problem. Jeder konnte damit einigermaßen gut leben — zumindest bis zum letzten Teil. In dem schafft es der gute Edward nämlich, seiner Bella einen Braten in die Röhre zu schieben. Moment, Moment, Moment!

Wie kann ein Vampir, der ja angeblich keine Körperflüssigkeiten haben sollte, ein Kind zeugen? Also so weit ich das verstanden habe, braucht man dafür Samenflüssigkeit. Hier kann also etwas nicht stimmen. Und schon haben wir ein wunderbares Beispiel für Inkosistenz im eigenen System. Natürlich gibt es auch außerhalb des Twilight-Universums gute Beispiele für solche Inkonsistenzen, aber das fiel spontan am schnellsten ein.

Kennt ihr noch andere Beispiele für Inkosistenzen oder vielleicht welche für gute Konsistenz? Und stört euch Inkonsistenz auch so sehr wie mich? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jery sagt:

    Du siehst das zu eng mit der Befruchtung – dafür braucht man keine Körperflüssigkeiten, nur Liebe und Magie 😉
    Ich hasse Widersprüchlichkeit in Bücher, egal ob die Bücher in Fantasy oder der „realen“ Welt spielen. Meistens ist das auf einen Autor zurückzuführen, der entweder a) seine Welt mit ihren Regeln nicht im Kopf hat, b) draufgekommen ist, dass seine Regeln idiotisch sind, oder c) keine andere Lösung für ein Plotproblem sieht, außer seine eigene innere Logik zu verbiegen und zu brechen.
    In jedem Fall für mich ärgerlich und nicht dazu beitragend, mich als Leser zu behalten.

    Gefällt 1 Person

    1. Florian Born sagt:

      Ach natürlich. Daran hab ich nicht gedacht 😀

      Gefällt mir

  2. Ich bin ganz deiner Meinung. Ein Beispiel aus The Vampire Diaries – Staffel 5 (Achtung, Spoiler für alle, die Staffel 4 noch nicht kennen):
    Elena, Vampir, wird gefoltert. In der Serie ist es so, dass Vampire unglaublich schnell heilen, Verletzungen sind binnen Sekunden nicht mehr zu sehen. Außer in dieser bestimmten Folterszene, denn die Messerschnitte hinterlassen bei Elena Spuren wie bei jedem Menschen. Klar, eine Folterszene ist wenig sinnvoll, wenn das Opfer sofort wieder heilt. Aber anstatt beispielsweise mit Eisenkraut zu foltern, das in der Serie als Waffe gegen Vampire eingesetzt wird, wird ein ganz normales Messer benutzt. Eine Folge später, als es sich anders als nützlicher für die Handlung erweist, verheilen Schnitte natürlich wieder in Windeseile.
    Mich stört so etwas. Da legen Geschichtenerzähler sich die Regeln einfach zurecht (oder setzen sie außer Kraft), wie es ihnen gerade passt. Aber das sollte doch nicht Sinn der Sache sein. Denn ich glaube dann der erfundenen Mythologie auch nichts mehr und nehme die Story nicht mehr ernst, und das ist doch sehr schade für die erzählten Geschichten.

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