Gnome, Kobolde und Goblins – Was ist was?

Wenn ich mit Leuten spreche, die wenig mit Fantasy und Science Fiction zu tun haben, dann fällt mir immer wieder auf, wie rassistisch die Leute doch sind. Trolle und Orks, Elfen und Feen, von solchen Leuten hört man immer wieder den Auspruch: „Eh alles das gleiche. Sehen doch eh gleich aus.“ Was diesen Leuten aber nicht bewusst zu sein scheint, ist, dass es oft sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Völkern gibt.

Gerade bei den kleinen Völkern sind diese Verwechslungen an der Tagesordnung. Für viele sind also die wichtigen Merkmale von Zwergen, Feen oder auch Kobolden ein Rätsel. Gerade das mit den Kobolden ist so eine Sache. Es gibt eine Menge Leute, die bestimmt nicht wissen, dass es einen Unterschied zwischen ihnen, den Gnomen und den Goblins gibt — geschweige denn, worin dieser eigentlich liegen könnte.

Ich finde eine solche Einstellung aber nicht in Ordnung. Das ist das gleiche, wie wenn jemand behauptet, dass Koreaner, Chinesen und Japaner alle gleich ausschauen. Natürlich kommt das sehr häufig vor, wie ich aus meinem eigenen Umfeld bestätigen kann. Wie bei den werten Kollegen aus dem ostasiatischen Raum lässt sich auch bei Kobolden, Gnomen und Goblins sowohl bei Kultur als auch beim Aussehen ein Unterschied erkennen. Vor allem wenn man weiß, was man beachten muss.

Kobolde

Lasst uns mit den bekanntesten Wesen von diesen dreien beginnen. Die Kobolde werden immer wieder gerne von Weltenschöpfern genutzt und meist als kleine, schlaue Wesen beschrieben. Sie zeichnen sich durch ihre graugrüne Haut und ihre spitzen Ohren aus, was sowohl auf Verwandschaft mit den Orks als auch mit den Elfen hinweist. Man erkennt aber auch die direkte Verwandschaft mit den Goblins und den Gnomen.

Der Unterschied zwischen Kobold und Goblin ist oft unklar (Bild von el-Grimlock)
Der Unterschied zwischen Kobold und Goblin ist oft unklar (Bild von el-Grimlock)

Die Verbindung zwischen den drei Völkern ist vor allem daran erkennbar, dass alle drei besonders gerissen sind, was sich aber bei ihnen auf unterschiedliche Art und Weise äußert. Bei den Kobolden zeigt sich dies meist daran, dass sie den Menschen oder Mitgliedern anderer Völker gerne Streiche spielen, da sie sich sehr lange in einem kindlichen Entwicklungsstadium befinden. Dennoch sind sie schon in diesem recht intelligent und können sehr viele Dinge aufnehmen.

Ein weiterer starker Unterschied zwischen ihnen und ihren nähesten Verwandten, ist ihre Begabung zur Magie. Im Gegensatz zu den Gnomen und Goblins sind sie meist viel begnadeter in diesen Dingen. Aus diesem Grund haben sie in den Augen der anderen „großen“ Völker den höchsten Stellenwert inne und werden von ihnen am ehesten akzeptiert. Das wiederum könnte auch daran liegen, dass sich diese deren Kultur meist am stärksten anpassen, aber auch daran, dass sie im Allgemeinen eher liebenswert erscheinen.

Gnome

Wenn man die äußere Erscheinung betrachtet, trifft dies aber auch auf die Gnome zu. Die kleinen, fast schon gestaucht wirkenden Körper lassen ganz klar eine Verwandschaft zu den Zwergen erkennen. Dies gilt auch für ihre liebsten Heime, die sich meist unter der Erde finde, auch wenn sie dabei nicht so kunstvoll gestaltet sind. Das wiederum liegt an dem einfachen Wesen der kleinen Gestalten, denn von den drei Völkern sind sie im Regelfall die dümmsten — bitte nicht persönlich nehmen.

Auch von den großen Völkern der Welten werden sie meist weniger gut akzeptiert, da sie sehr oft eine kleptomanische Ader an den Tag legen. In anderen Worten: Sie reißen sich alles unter den Nagel, was nicht niet- und nagelfest ist. Das liegt aber nicht an einer bösartigen Natur, sondern vielmehr daran, dass sie die gesellschaftlichen Umstände der großen Völker meist nicht verstehen. Hinzu kommt noch, dass sie einen starken Besitzdrang haben. Sie können also kaum unterscheiden, was ihnen gehört und was anderen.

Dieser Gnom hat mit den klassischen nur wenig zu tun (Bild von DaaRia)
Dieser Gnom hat mit den klassischen nur wenig zu tun (Bild von DaaRia)

Das führt dazu, dass sie zu stehlen und horten beginnen. Bei Menschen und Elben ensteht da natürlich im Allgemeinen Wut gegenüber dem kleinen Volk, bestärkt dadurch, dass die Gnome ihr erbeutetes Gut oft mit Waffengewalt verteidigen. Trotzdem kann man ihnen auf Dauer nicht böse sein. Durch ihre kindliche Unschuld und ihre kleinen, knolligen Körper gehören sie trotz ihres diebischen Verhaltens zu einem der liebenswertesten Völker der modernen Fantasy. Das letzte unserer drei Völker wird aber so nicht entschuldigt.

Goblins

Den Goblins merkt man ihre Verwandschaft zu den Orks sofort an — nicht ohne Grund wurden sie in der deutschen Übersetzung von Herr der Ringe als Moria-Orks und nicht wie im Original als Goblins bezeichnet. Sie sind wie die anderen beiden Gruppen klein und haben eine natürliche Veranlagung zum Diebstahl und zu Gemeinheiten aller Art. Im Gegensatz zu Kobolden und Gnomen legen sie jedoch auch eine äußerst boshafte Ader an den Tag, sodass man ihnen die Scherereien, die sie einem machen, nicht verzeihen kann.

So etwas stellt man sich schon eher unter einem Gnom vor (Bild von ulven-f)
So etwas stellt man sich schon eher unter einem Gnom vor (Bild von ulven-f)

Eine große Gefahr stellen sie für Abenteurer aber dennoch nicht dar, zumindest wenn sie alleine auftauchen. Da Goblins aber gerne in großen Scharen kämpfen, können sie durchaus zu einer Bedrohung werden. Man erkennt sie übrigens an ihrem kleinen, schmalen Körperbau, den zähen Muskeln und den kleinen Augen. Sie laufen gerne auf allen Vieren und verwenden kleine Dolche oder Speere als Waffen.

Besonders interessant ist, dass die Unterscheidung zwischen Goblins und Kobolden lediglich in der deutschen Sprache vorkommt. Der Begriff Goblin kommt nämlich aus dem Englischen und wurde bei uns nur bei einigen Übersetzungen direkt übernommen. Technisch gesehen handelt es sich bei Goblins in den Welten englischsprachiger Schöpfer nur um Kobolde.


Die Unterschiede zwischen den drei Völkern jetzt genau festzumachen ist natürlich nicht einfach, da sie von Weltenschöpfern immer wieder unterschiedlich eingesetzt und beschrieben werden. Ich hoffe, ich habe trotzdem ein paar Verwirrungen lösen können.

Welches der drei Völker mögt ihr am liebsten und kennt ihr noch andere Völker, die gerne verwechselt werden? Hinterlasst mit doch einen Kommentar (:

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Florian Born sagt:

    Danke für den Reblog 🙂 Und für alle vorhergehenden Reblogs. Irgendwie hab ich mir immer gedacht, das sollte ich mal schreiben und dann doch wieder jedes Mal darauf vergessen.

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  2. Martin sagt:

    Ist der grüne Kobold aus Spiderman nun ein Kobold oder ein Goblin, wo er doch in der englischen Sprache als ‚Goblin‘ bezeichnet wird. Eher ein Kobold nehme ich an?

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    1. Florian Born sagt:

      Naja… Eigentlich ist er Osbourne Sr ^^

      Aber nach offizieller Übersetzung ist er ein Kobold 😉

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  3. Benutzername sagt:

    Menschen > Zwerge
    Orcs > Goblins

    Kobolde und Goblins desgleiche?!

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    1. Florian Born sagt:

      Ich bin verwirrt… Was meist du genau?

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