Schritt für Schritt voran

Wenn man auf die Historie unserer Welt zurückblickt, so fällt einem auf, dass es bei uns im Laufe der Jahrhunderte eine nicht unerhebliche Menge an großen Neuerungen gegeben hat. Die Handschrift wurde nach und nach vom Buchdruck abgelöst, Dampfmaschinen erleichterten schwere Arbeiten und Motoren lösten dann wieder die Dampfmaschinen ab. In der Geschichte der realen Welt kommen solche Veränderungen andauernd vor.

Sieht man jedoch auf ferne Welten, so fällt einem auf, dass solcherlei Entwicklungen nur eher selten vonstatten gehen. Sehr oft befinden sich Welten über Jahrhunderte – wenn nicht sogar Jahrtausende – auf dem selben Stand der Technik. Im schlimmsten Fall entwickeln sie sich sogar zurück. Wenn jedoch einmal etwas passiert und sich etwas in der Technologie verändert, dann kommt alles Schlag auf Schlag.

Sind erst einmal Musketen und Kanonen auf den Schlachtfeldern der Welt aufgetaucht, dann dauert es auch nicht mehr lange, bis nicht mehr mit der Hand geschrieben wird, sondern Drucker diese Aufgabe übernehmen. Dann kommt schon die Dampfmaschine und ehe man sich versieht befinden wir uns in einer Steampunk-Welt, die den Geschichten von Jules Verne oder H. G. Wells entstammen könnte.

Unnatürlich?

Wenn man sich so eine schnelle Entwicklung besieht, dann stellt sich einem natürlich sofort die Frage, ob so eine schnelle Entwicklung wirklich realistisch ist. Ist es tatsächlich möglich, dass sich der Stand der Entwicklung einer Welt binnen weniger Jahrzehnte um ein vielfaches verbessert hat, während sich davor über Jahrhunderte nichts getan hat? Meine ganz ehrliche Antwort dazu: „Nein.“

Schnelle Entwicklungen führen oft zum Steampunk (Bild von Jamis27)
Schnelle Entwicklungen führen oft zum Steampunk (Bild von Jamis27)

Eine so schnelle Entwicklung auf so vielen verschiedenen Gebieten halte ich persönlich für sehr unwahrscheinlich. Denn was hat der Buchdruck jetzt mit Waffentechnologien und diese wiederum mit der Entwicklung der Dampfmaschine zu tun? Es müssten also wirklich eine Menge verschiedener Denker zur gleichen Zeit bei unterschiedlichen Projekten enorme Fortschritte machen, damit so etwas zustande kommen kann.

Was allerdings weniger unlogisch ist, ist der enorme Stillstand in der Zeit davor, denn so etwas hat unsere Welt ebenfalls durchgemacht. Bis zum Beginn der Neuzeit mit dem 15. Jahrhundert hat es bei uns nicht wirklich viele nennenswerte Neuerungen gegeben. Wir haben sogar ein herben Rückschlag erlitten, den das alte Rom war schon wesentlich weiter fortgeschritten als die Menschen im frühen Mittelalter. Generell war die Antike in vielerlei Hinsicht wesentlich fortschrittlicher als das Europa des Mittelalters.

Unveränderlich?

Besonders interessant bei solch einer Entwicklung sind die Auswirkungen die diese auf die Kultur und die anderen Möglichkeiten hat. In einer Welt zum Beispiel, in der Magie an der Tagesordnung liegt, wird es verschiedene Möglichkeiten geben, wie sich diese durch einen technologischen Vorwärtsschub verändern kann. Ich betitle die drei Varianten mal als Extinktion, Koexistenz und Adaption.

Ein neueres Steampunk-Szenario findet sich in Dishonored (Bild von WaveSeeker90)
Ein neueres Steampunk-Szenario findet sich in Dishonored (Bild von WaveSeeker90)

Die erste Variante, die Extinktion, bedeutet einfach, dass die Magie durch die technologischen Veränderungen verdrängt wird. Sie wird immer weniger Anklang in der Bevölkerung finden und so nur noch selten zum Einsatz kommen. Die zweite Variante, die Koexistenz, im Gegensatz gibt ihr große Überlebenschancen. Die Magie wird neben der Technologie weiterleben. Ihre Einsatzgebiete werden sich aber kaum mit denen der neuen technischen Möglichkeiten überschneiden.

Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass sich die Magie einfach an die neuen Gegebenheiten anpasst und die technischen Fortschritte zu ihrem eigenen Vorteil nutzt. Somit fusionieren die beiden Felder bis zu einem gewissen Grad und ermöglichen damit ganz neue Chancen. Aber es gibt noch eine Variante, wie so ein Szenario ausgehen kann. Die Magie könnte so tief in der Kultur und Gesellschaft verankert sein, dass sie einen technischen Fortschritt gar nicht zulassen würde.


Findet ihr rapiden technischen Fortschritt in fernen Welten gut oder eher schlecht? Und was könnte er noch für Auswirkungen auf die Welt haben? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Das große Problem war natürlich auch, dass die kath. Kirche im Mittelalter die Welt im Griff hatte und somit viele Neuerungen in die Ecke der Ketzerei drückte. Das hindert wirklichen Fortschritt ungemein.

    Was „ferne Welten“ angeht, so denke ich, kommt es immer darauf an, wie ist die Welt beschaffen. War sie bisher recht friedlich, wozu braucht man technische (Waffen)Neuerungen? Gab es immer schon größeren Krieg, gibt es auf beiden Seiten immer genügend Köpfe, die neue Ideen ausbrüten….
    Ich denke, ein rasanter Fortschritt ist der Tod einer Welt. Früher oder später.

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, da hast du Recht und wenn man sich ferne Welten besieht, findet man ein ähnliches System auch in diesen. Althergebrachte mächtige Vereinigungen verhindern alles, was ihre Macht schmälern kann.

      Die meisten fernen Welten sind in der Tat sehr kriegerisch ausgelegt udn gerade deshalb finde ich ewigen Stillstand recht merkwürdig. Sehr oft liest man nämlich von Welten, in denen über Jahrtausende hinweg nichts neues entwickelt wird — manchmal gar ohne Grund.

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      1. Wortman sagt:

        Wenn ich mal so zurück denke… da hast du gar nicht mal unrecht. Viele Welten werden mit jahrhunderte/jahrtausende alten Kämpfen beschrieben und niemand macht da bahnbrechende Erfindungen. Das liegt normal im Wesen des Menschen, immer bessere Dinge zu bauen als sein Gegenüber….
        Da müsste man eigentlich mal versierte Fantasy- oder SciFi – Autoren fragen, warum sie das so machen 😉

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        1. Florian Born sagt:

          Wie im Artikel erwähnt, hängt vielleicht ja auch die Magie ein bisschen da drin. Die Magier sind meist so mächtig wie Religionen bei uns und es könnte durchaus sein, dass sie den Fortschritt zurückhalten. Eine andere Erklärung fällt mir leider nicht ein 🙂

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      2. Wortman sagt:

        Das mit der Magie wäre ein interessanter Ansatzpunkt. Die Welt vom Elric bricht zusammen, weil der Fortschritt gleichermaßen die Macht und den Glauben an die Magie verschwinden lässt.
        Michael Moorcock: Die Sage vom Ende der Zeit.

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        1. Florian Born sagt:

          Ich sehe schon: Diesem Thema werde ich noch einen Artikel widmen müssen, bevor die Kommentare hier noch überhand nehmen 😀

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      3. Wortman sagt:

        Das wäre ne gute Idee 😀

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