Die Wege der Magie — Teil 2

Ein Tag ist vergangen und ich hoffe, ihr habt die erste Hälfte meiner Erklärungen über Magie schon verkraftet. Beim letzten Mal habe ich vor allem über die Kategorien der Magie gesprochen, die vom Magier allein bestimmt werden — beziehungsweise von ihrer Umwelt. Aber wie gesagt gibt es noch ein paar Kategorien, über die ich ein paar Worte zu verlieren habe. Also lasst uns am besten keine Zeit verlieren und stattdessen gleich anfangen.

Durch Gesten und Worte

Die erste Variante der Magie, die ich jetzt vorstelle, hat gewisse Parallelen zu den vorhergegangenen. Sie beruht, so wie sie meist dargestellt wird, auf choerographierten Gesten und auswendig gelernten Sprüchen. Dabei wird dem Magier im Allgemeinen keine oder nur kaum Kraft entzogen, was darauf schließen lässt, dass diese entweder aus dessen Umgebung entzogen wird oder aber durch die Gesten und Worte selbst jene Kraft entsteht.

So manche Schamanen sind ziemlich mächtig (Bild von Wildforge)
So manche Schamanen sind ziemlich mächtig (Bild von Wildforge)

Anschauliche Beispiele für diese eher selten vorkommende Form der Magie sieht man zum Beispiel in den Die Chroniken von Siala von Pehov oder auch in der Serie Avatar – Der Herr der Elemente. Bei beiden wird klar gezeigt, dass die Schamanen im einen und Bändiger im anderen Fall lediglich durch Gesten, Worte und ihren Willen gewisse Mächte zeigen. Bei Pehov benötigen die Schamanen für ihre Zauber dabei eine Menge Zeit und Konzentration, während die Bändiger aus Avatar wesentlich flotter zu Werke gehen können.

Gesten und Worte kommen jedoch auch in den anderen Formen der Magie hin und wieder vor, so werden sowohl bei Harry Potter als auch bei Eragon Worte benötigt, um einen Zauber zu erschaffen. Bei The Elder Scrolls müssen Magier hingegen Gesten vollführen, damit der Zauber an Wirkung bekommt. In diesem Fall liegt es aber wahrscheinlich eher daran, dass die Zauber auch optisch etwas hermachen sollen. Denn darin liegt der große Vorteil dieser Art die Magie. Sie ist die optisch beeindruckendste.

Mit Unterstützung

Der optische Effekt ist aber auch bei meiner nächsten Kategorie nicht zu unterschätzen. Sie kommt nur sehr selten alleine vor, sondern dient meist eher als Abwechslung von anderen magischen Formen. Die Magier haben in dieser Kategorie der Magie kaum eigene Kräfte, sondern können lediglich mithilfe von Begleitern agieren, die ihrem Willen gehorchen — ob freiwillig oder unfreiwillig ist hierbei fürs Erste mal egal.

Typische Beispiele sieht man hier bei Strouds Bartimäus und auch bei Butchers Codex Alera. Bei beiden haben die Menschen selbst kaum Fähigkeiten, dafür können sie jedoch Unterstützung bei Dämonen und Elementaren finden. Die Dämonen dienen ihrem Herrn bei Stroud dabei nur, solange dieser ihre Dienste benötigt. Sie werden beschworen, ein Vertrag wird geschlossen und dann werden sie wieder entlassen. Die Elementare bei Butcher hingegen sind fest an ihren Herrn gebunden, bis zu dessen Tod.

Aber auch mit Nekromanten sollte man sich besser nicht anlegen (Bild von Ruslayer)
Aber auch mit Nekromanten sollte man sich besser nicht anlegen (Bild von Ruslayer)

Ähnlich sind auch die Möglichkeiten, die Beschwörer in manchen Welten an den Tag legen. Sie können mithilfe ihrer magischen Kräfte Diener für eine gewisse Zeit zu Hilfe rufen. Der Unterschied zu den vorher genannten Beispielen liegt dabei darin, dass diese Beschwörer meist ein wenig ihrer magischen Reserven verbrauchen müssen, um den Diener zu rufen oder an ihrer Seite zu halten. Man erkennt hier aber sehr gut, wie stark sich doch die verschiedenen Arten der Magie hier unterscheiden.

Mit einem Gegenstand

Und damit haben wir auch schon die letzte meiner Kategorien erreicht, die man erst auf den zweiten Blick wirklich als Möglichkeit der Magie erkennt. Ich spreche von Magie mithilfe eines besonderen Gegenstandes, der entweder durch Götter, andere Magier oder reinen Zufall irgendwie besondere Kräfte entwickeln konnte. Dadurch ermöglicht er es auch Nicht-Magiern seine Kräfte zu nutzen ohne dabei über große Kenntnisse verfügen zu müssen.

Das Schlüsselschwert -- nur eine von vielen magischen Waffen (Bild von mogcaiz)
Das Schlüsselschwert — nur eine von vielen magischen Waffen (Bild von mogcaiz)

Die bekanntesten Beispiele findet man für diesen Typ schon in sehr alten Sagen unserer Welt. Die Artus-Sage, das Nibelungen-Lied und auch die Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht sind hier dabei jene, die einem schnell einfallen. Diese Gegenstände haben dabei immer nur eine bestimmte Fähigkeit und sind damit nicht mit den Zauberstäben aus Harry Potter zu vergleichen. Diese sind nur dazu gemacht, die Kräfte der Zauberer zu katalysieren. Sie haben jedoch keine eigenen Kräfte.

Im Gegensatz dazu kann einen die Tarnkappe unsichtbar machen, die Wunderlampe eröffnet einem drei Wünsche — naja, eigentlich macht das der Djinn, also verschwimmt das Beispiel hier mit Kategorie 5 — und die Sieben-Meilen-Stiefel beschleunigen ihren Träger. In The Elder Scrolls können Magier Waffen sogar selbst mit Zaubern belegen und magische Fallen gibt es sowieso fast in jeder Reihe. Magische Gegenstände sind dabei oft das Ziel in der Abenteuern der Protagonisten — sei es nun der Eine Ring, die Horkruxe, die Feuerklinge oder ein ganz anderer.


Die Grenzen der genannten Kategorien, die ich hier gewählt habe, sind natürlich hin und wieder äußerst wage zu betrachten. Oft existieren zwei parallel in einer Welt oder vermischen sich zu einer neuen. Aber dennoch hoffe ich, dass ich keinen allzu schlechten Job dabei gemacht habe, einen kleinen Überblick zu geben.

Welche meiner Kategorien sagt euch am meisten zu und findet ihr am besten und fällt euch noch eine ein, die ich jetzt nicht genannt habe? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wahnsinn, wenn man so genau drüber nachdenkt, fällt einem erst auf wie viele unterschiedliche Arten von Magie es eigentlich gibt. Bei Harry Potter möchte ich nur ergänzen, dass es in dieser Welt nicht zwingend nötig ist die Zaubersprüche auszusprechen.
    Ungesagte Zauber spielen nur auf einem höheren Zauberniveau, deswegen werden sie im Alltag kaum angewandt. Meist werden ungesagte Zauber in Duellen verwendet, weil der Gegner dann nicht weiß wann bzw. gegen welchen Fluch er sich verteidigen muss. Deshalb werden in Hogwarts ungesagte Zauber auch in Verteidigung gegen die dunklen Künste ab dem sechsten Jahr gelehrt, in Vorbereitung auf die UTZs. Die beiden einzigen Zauberer in Harry Potter, die meines Wissens nach ungesagte Zauber auch im Alltag anwenden sind Dumbledore und Voldemort, die ohnehin die beiden mächtigsten Zauberer ihrer Zeit sind. 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Danke für den Hinweis, aber ich habe die Zauberer des Potterverse sowieso in die erste Kategorie von Teil 1 eingeteilt 😉

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  2. Wortman sagt:

    Sind ja doch mehr als 2 Gruppen geworden 😉
    Die Einteilung passt. Damit kann ich etwas anfangen.
    Ich frage mich, was passiert eigentlich, wenn sich welche mischen? Wie stark wird ein Magier, wenn er zusätzlich noch einen Gegenstand aus der letzten Gruppe dazu bekommt?
    Dämonen usw. werden ja oft in Verbindung mit Magiern gezeigt. Oftmals haben aber diese Magier noch weitere bzw. eigene Kräfte.

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    1. Florian Born sagt:

      Das sind dann natürlich ganz eigene Sachen und werden von Weltenschöpfern natürlich nur aus dramaturgischen Effekten eingesetzt. Außerdem muss man auch immer beachten, wie der Magier zum Beispiel einen Dämon zu Hilfe ruft, weil vielleicht sieht man den Urpsrung davon auch in einer der anderen Gruppen. Gleiches gilt für die magischen Gegenstände: Wie sind diese zu ihrer macht gekommen?

      Über das ganze Feld der Magie könnte man unzählige Artikel schreiben und würde es doch nur ankratzen, weil doch jeder Weltenschöpfer versuchen wird, seine eigenen Vorstellungen durchzubringen.

      Ich werde mich damit auf jeden Fall aber nochmal — aus einem anderen Blickwinkel — auseinandersetzen 😉

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      1. Wortman sagt:

        Das stimmt natürlich. Dazu kommt auch, dass jeder seine eigene Art und Form der Fantasie dazu steuert.
        Ich denke, deine Einteilung hilft zumindest Neulingen, sich ein wenig in die Welt der Magier und Zauberer einzufinden und etwas über sie zu lernen.
        Ohne gleich in Potters Schule zu gehen 😀

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        1. Florian Born sagt:

          Auch wenn das sicher niemanden davon abhalten würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte 😀

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      2. Wortman sagt:

        Wahrscheinlich nicht 😉

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