Wer das Spiel um Throne spielt,…

Wer heutzutage einen Blick ins Internet wirft, hat eigentlich keine Chance mehr, jener Reihe aus dem Weg zu gehen, über die ich heute sprechen möchte. Gleiches gilt nebenbei auch für Buchhändler, Vertreiber von DVDs und für Comicläden. Sie ist tatsächlich überall und es gibt kaum einen Weltenbummler, der nicht zumindest überlegt hat, ob er sich darauf stürzen soll.

Für die meisten dürfte schon klar sein, dass ich über eines der größten Epen unserer Zeit spreche: George R. R. Martins Meisterwerk, Das Lied von Eis und Feuer. Und wie gleich in Weltenwertung herauskommen wird, untertreibe ich mit dem hohen Lob wirklich nicht, doch kommen wir zuerst zu den harten Fakten — damit wir die hinter uns gebracht haben.

1996 ist der erste Band erschienen, 2011 der fünfte und bisher letzte. Mit Der Heckenritter von Westeros hat die Reihe auch schon ihr erstes Spinn-Off spendiert bekommen. Wirklich bekannt wurde die Reihe aber erst mit der Serienumsetzung von HBO, die nicht nur durch viel nackte Haut, sondern auch durch die guten Schauspieler brilliert. Besonders interessant ist dabei, dass in der Serie zu manchen Charakteren mehr gezeigt wird, als in den Büchern. Vor allem zu jenen Charakteren, die im späteren Verlauf der Reihe wichtiger werden.

Nieder mit dem irren König!

Doch kommen wir mal zum interessanten Teil. Ich werde übrigens nicht Spoilern, sondern euch nur erzählen, was der Status Quo am Anfang der Reihe ist. Martin führt seine Leser in eine Welt, bei der Winter und Sommer mehrere Jahre andauern. Der letzte Winter liegt dabei am Anfang der Reihe schon einige Jahre zurück und mit ihm auch die Rebellion, die Westeros vor fünfzehn Jahren erschüttert hat. Diese war der Ausgangspunkt für all jene Geschehnisse, die auch während der Bücher passieren.

Jon Schnee im hohen Norden (Bild von jamga)
Jon Schnee im hohen Norden (Bild von jamga)

In dieser Rebellion stellten sich einige Lords der Sieben Königslande — so wird das Reich, das den gesamten Kontinent Westeros einschließt, genannt — gegen den herrschenden König aus dem Hause Targaryen. Dieses Adelsgeschlecht kam einst auf Drachen aus dem alten Valyria nach Westeros und einte nach und nach den gesamten Kontinent unter ihre Krone. Unter diesen Herrschern waren weise wie auch schlechte Herrscher. Der schlimmste unter ihnen war scheinbar der irre König Aerys.

Dieser herrschte zum Zeitpunkt der Rebellion über Westeros. Unter der Flagge von Lord Robert Baratheon — dem damaligen Wächter der Sturmlande — zogen Lords und Ritter aus dem ganzen Reich gegen Aerys und dessen Thronfolger. Unter ihnen auch die Lennisters aus dem Westen, die Arryns aus dem Grünen Tal, die Tullys aus den Flusslanden und die Starks aus dem Norden. Die Starks sind auch jenes Haus, auf dem der Fokus der Bücher liegt.

Der König ist tot!

Die Targaryens haben aber auch Lords hinter ihnen. Das mächtige Haus Tyrell, das das Herz des Reiches, die Weite, beherrscht, stellte sich auf die Seite des herrschenden Geschlechts. Und auch das Haus Martell aus Dorne im Süden des Reiches hat sich klar für die Targaryens ausgesprochen, waren sie doch durch die Heirat mit dem Haus des Drachen verbunden. Die dornische Prinzessin Elia war mit Prinz Rhaegar, dem ältesten Sohn von König Aerys vermählt worden.

Daenerys Targaryen jenseits des Meeres (Bild von linxz2010)
Daenerys Targaryen jenseits des Meeres (Bild von linxz2010)

Während der Rebellion wurde sie aber von einem Lehnsmann der Lennisters getötet, ebenso wie ihre beiden Kindern. Ihr Gemahl fiel während der Schlacht am Trident durch die Axt von Robert Baratheon, dem späteren König der sieben Königslande. Nur wenig später fiel dann auch der irre König in Königsmund, der Hauptstadt des Reiches. Er jedoch wurde von Jaime Lennister ermordet, der seiner Garde angehört hatte. Zurecht trägt er daraufhin den Namen Königsmörder.

Die Targaryens wurden während diesem Krieg beinahe ausgemerzt. Die Betonung liegt auf beinahe, zwei Kinder aus dem Hause konnten aus Drachenstein, dem Sitz des Hauses auf einer Insel vor der Küste, über die Meerenge nach Braavos gebracht werden. Dort war es ihr Ziel, eine Armee um sich zu scharren, um eines Tages wieder nach Westeros zurückkehren zu können und den Thron zurückzuerobern.

Lang lebe der König!

Zu Beginn der Bücher ist also das Haus Baratheon an der Macht, beziehungsweise teilt sich diese mit dem Hause Lennister. Die Starks beherrschen den Norden, verheiratet mit dem Haus Tully. Die Targaryens sind geschwächt, aber noch nicht tot und das Haus Martell hält ihnen noch immer die Treue. Gleichzeitig wollen die Eisenmänner von Eiseninseln ihr eigenes Stück vom königlichen Kuchen abbekommen. Und mit ihnen noch viele andere auf dieser und der anderen Seite der Meerenge.

Eddard Stark, der Wächter des Nordens (Bild von CreaSDOutlineR)
Eddard Stark, Lord von Winterfell (Bild von CreaSDOutlineR)

Wie man sehen kann, hat Martin viele und noch viel mehr Häuser und damit Charaktere erschaffen, die an seinem Spiel um Throne mitspielen. Gerade deshalb ist es wirklich zu empfehlen, die Bücher zu lesen, anstatt sich die Serie anzusehen. Die vielen Charaktere und auch die komplexe Historie der Welt — die mit jedem Kapitel verworrener zu werden scheint — sind niedergeschrieben wesentlich leichter zu erfassen, als wenn man sie über den Bildschirm laufen sieht.

Die Welt, die Martin dabei erschafft, ist mit einem Wort zu erfassen: Atemberaubend. Es liegen so viele Details und kleine Geschichten darin. Die Charaktere wirken lebendig und kaum einer von ihnen entspricht diesen stereotypen Fantasy-Charakteren, die man schon oft gesehen hat. Stattdessen wirken sie wie echte Menschen, mit guten wie auch schlechten Eigenschaften. Außerdem sind die meisten von ihnen einfach nur wunderbar hassenswert oder wahnsinnig cool.

Weltenwertung: Atemberaubend:

Geroge R. R. Martin hat eine Welt erschaffen, mit der sich kaum eine andere messen kann. Man könnte sogar so weit gehen, sie als besser gemacht als Arda zu bezeichnen. Es liegen so viele Details und so viele Gedanken in dieser Welt, dass ich zum ersten Mal guten Gewissens die Bewertung Atemberaubend für sie vergeben kann. Kurzum: Ein Pflichtbesuch für jeden passionierten Weltenbummler.

Was sagt ihr zum Lied von Eis und Feuer? Habt ihr es gelesen oder gesehen und was gefällt euch besser? Buch oder Serie? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (: Aber bitte nicht spoilern!

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Hast denn inzwischen schon alles geguckt?
    Hammergeile Serie und man darf sich auf nichts verlassen 😉
    Freu mich schon auf die neue Staffel dieses Jahr.

    Die Bücher habe ich nur bis zur Hälfte des 4. deutschen Bandes geschafft. Der Schreibstil macht mich fertig 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Hab nie weitergeschaut, weil ich die Story ja eh aus den Büchern kenne 😉

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      1. Wortman sagt:

        Trotzdem nacht es totalen spaß. Auch wenn man die bücher kennt. Denn inzwischen ist HBoseitig bestätigt worden, dass sich Serie und Bücher auseinander bewegen (sieht man schon in der letzten Staffel). Liegt daran, dass Martin einfach nicht fertig wird mit den Fortsetzungen.

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        1. Florian Born sagt:

          Merkt man schon öfter, aber ich muss sagen, dass mir eine got Geschichte reicht 🙂

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      2. Wortman sagt:

        Wenn du das sagst 😉
        Hab gestern den Pilot von Shannara Chronicles geguckt. Das Setting ist echt geil gemacht… Eine „mittelalterliche“ Welt inmitten einer postapokalyptischen Umgebung.

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        1. Florian Born sagt:

          Muss ich mir mal anschauen, was die Serie von mtv so kann 🙂

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      3. Wortman sagt:

        Läuft ja bei Prime.

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