Ein dämonisches Vergnügen

Wenn der Begriff Dämon fällt, dann hat jeder sein eigenes Bild von diesen Wesen im Kopf. Der eine stellt sie sich mit Hörnern vor, der andere mit einem Schwanz. Für den einen haben sie Schuppen, beim anderen sind sie in ein dichtes Fell gehüllt und beim dritten sind sie dann vielleicht nackt. Für manch einen sind sie sogar nur ein metaphorisches Konstrukt, das der Mensch mit seinem eingeschränkten Geist gar nicht wahrnehmen kann.

Über kurz oder lang lässt sich also sagen, dass man bei Dämonen viele verschiedene Herangehensweisen haben kann, je nachdem in welchen Zusammenhang sie gesetzt werden. Weltenschöpfer machen sich diese Vielseitigkeit der Dämonen — beziehungsweise des Begriffs Dämon — zunutze und setzen sie in allen denkbaren Feldern ein. Gerade das macht es so interessant sich die Dämonen ein wenig näher anzusehen.

Dafür habe ich mir drei Versionen von ihnen angesehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei handelt es sich erstens um die klassischen Dämonen, wie man sie zum Beispiel bei Diablo oder auch bei Darksiders sehen kann, zweitens um die Dämonen aus Jonathan Strouds Bartimäus und drittens um die Daemonen aus Philipp Pullmans His Dark Materials. Und da ich nicht länger um den heißen Brei herumschreiben will, legen wir am besten gleich los.

Die Biblischen

Über die erste Gruppe, die ich jetzt beschreiben möchte, habe ich in einem früheren Artikel schon ein wenig geschrieben. Diesmal möchte ich diese Art von Dämonen aber noch etwas genauer beschreiben. Wie schon gesagt, kennt man sie aus Spielen wie Diablo III oder auch Darksiders, aber man begegnet ihnen auch oft in Romanen. Die Kreaturen, von denen ich hier spreche, können nicht eindeutig vom Aussehen beschrieben werden, da sie sich oft sogar innerhalb einzelner Reihen stark voneinander unterscheiden.

Diablo -- Ein dämon, wie er im Buche steht (Bild von TankJnr)
Diablo — Ein dämon, wie er im Buche steht (Bild von TankJnr)

Manche von ihnen brennen, andere wiederum sind eher ein wenig schleimig und andere sind beides und spucken zusätzlich noch Säure oder Feuer oder brennende Säure. Das was sie aber gemein haben, ist die Tatsache, das mit ihnen auf keinen Fall zu spaßen ist, da sie erstens ziemlich böse und zweitens auch noch ziemlich mächtig sind. Wenn man also die Möglichkeit hat, sollte man ein Treffen mit ihnen vermeiden — aber wie oft hat man die schon?

Was die Dämonen aus dieser Gruppe zusätzlich noch gemein haben, ist, dass sie meistens mit der Götterwelt ihrer Welt in Verbindung gebracht werden. Sie werden auf die gleiche Stufe mit Göttern oder Engeln gestellt und spielen auch in der Geschichte der Welt meist eine sehr große Rolle. Sie betrachten die Sterblichen deshalb sehr oft als Abschaum und geben keinen Deut darauf, was mit ihnen während ihrer Machtspielchen passieren könnte. Im schlimmsten Fall haben sie sogar einen Hass auf Menschen und ähnliches und wollen sie deshalb ausrotten. Warum auch immer.

Die Beschworenen

Die Dämonen aus Jonathan Strouds bekanntester Buchreihe, Bartimäus, sind da schon von einem ganz anderen Schlag. Mithilfe von aufwendigen und äußerst komplizierten Beschwörungen können Zauberer sie aus ihrer Dimension heraus in unsere Welt holen. Hier sind sie gezwungen, dem Zauberer zu dienen, es sei denn, dieser stirbt unvermittelt. Dann dürfen sie wieder in ihre eigene verdrehte Dimension zurückkehren.

Bartimäus ist wohl der hinterlistigste Djinn aller Zeiten
Bartimäus ist wohl der hinterlistigste Djinn aller Zeiten

Natürlich versuchen viele Dämonen deshalb, ihre Meister irgendwie hereinzulegen, um eine Chance zu bekommen, sie irgendwie zu töten und Freiheit zu erlangen. Zumindest bis der nächste machthungrige Mensch auftaucht. Dem Meister aber einfach nicht zu dienen, stellt für die Dämonen keine Option dar, da ihnen dies Schmerzen bereitet. Die Dämonen sind aber eigentlich wesentlich mächtiger als die Zauberer selbst, zumindest die stärkeren unter ihnen.

Unter den Dämonen gibt es nämlich ein paar Abstufungen. Mariden sind mächtiger als Afriten sind mächtiger als Dschinn sind mächtiger als Foliots und so weiter. Zum Schluss kommen übrigens Trolle. Das gibt jedoch nur Auskunft über ihre Macht. Eine Dschinn kann einen Afriten mittels Intelligenz dennoch besiegen, wenn er sich geschickt anstellt. Gerade für den Zauberer spielen diese Ränge eine Rolle, denn somit weiß er, welcher Dämon rufenswert ist und welcher über die eigenen Kräfte hinaus geht. Aber auch der Namen des Dämons spielt manchmal eine nicht unwichtige Rolle, denn ein bekannter Diener wird bestimmt öfter gerufen als ein schlechter.

Die Beständigen

Während die erste Gruppe aus hässlichen Feinden und zweite aus Dienern besteht, stellt die dritte Gruppe, Verbündete und Freunde dar — wenn nicht gar mehr. In Philip Pullmans His Dark Materials sind die Dæmonen ein Teil der Menschen. Bei ihnen handelt es sich um ihre Seele, ihr Gewissen, das sich dabei eben außerhalb des Menschen befindet und diesen in Tierform überalhin begleitet. Den Dæmon eines anderen zu berühren ist dabei übrigens ein gewaltiges Tabu.

Lyra und ihr Daemon Pantalaimon (Bild von farewellrani)
Lyra und ihr Dæmon Pantalaimon (Bild von farewellrani)

Das Aussehen des Dæmons hängt vom Charakter des Menschen ab und entscheidet sich während der Pubertät. Soldaten werden also meist Tiere wie Hunde an ihrer Seite haben oder auch Wölfe. Feine Damen werden eher Katzen oder Kleintiere haben. Im Regelfall haben die Dæmonen auch das jeweils andere Geschlecht als ihr Mensch, doch auch hier gibt es einige wenige Ausnahmen. Es stellt sich die Frage, ob das Geschlecht des Dæmons vielleicht mit der Sexualität des Menschen zu tun hat.

Bei Kindern können Dæmonen noch willkürlich ihre Gestalt verändern. Warum diese Veränderung zustande kommt ist einer der wichtigsten Aspekte der Buchreihe und wird erst zu deren Ende aufgelöst. Außerdem können sich die Dæmonen im Normalfall aber nur weniger Meter von ihren Menschen entfernen. Wenn diese Grenze überschritten wird, so leiden beide körperliche Schmerzen. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen von dieser Regel. Eine endgültige Trennung von Dämon ist ebenfalls möglich. Das führt allerdings zu einer krankhaften Apathie bei dem Menschen, dem dies widerfährt.


Welchen Typ Dämon findet ihr am besten oder findet ihr gar, dass manche den Begriff Dämon nicht verdient haben, weil sie eigentlich etwas ganz anderes sind? Und wo sind euch schon überall Dämonen begegnet? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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