Wir müssen zurück!!! Oder lassen wir das lieber?

Heute würde ich gerne eines jener Themen anschneiden, das immer wieder gerne in Fantasy und Science Fiction verwendet wird. Gleichzeitig ist das eines jener Themen, die mir wirklich wirklich oft einfach nur auf die Nerven gehen, weil sie auch viel zu oft schlecht umgesetzt werden.

Es geht um Zeitreisen und ich gehe dieses Mal einfach davon aus, dass ich dieses Thema nicht wirklich erklären muss. Zeitreisen werden schließlich so oft in jeder erdenklichen Form in Romanen, Videospielen, Filmen und Serien umgesetzt, dass wirklich jeder etwas damit anfangen sollen könnte. Bei manchen dieser Umsetzungen muss ich mich allerdings fragen, warum man sich überhaupt die Arbeit für diese angetan hat.

Das wiederum liegt einfach daran, dass sehr viele Umsetzungen einige der grundlegenden Prinzipien der Zeitreisen außer Acht lassen und ihre Helden einfach mir nichts dir nichts durch das Raum-Zeit-Kontinuum hüpfen lassen und es ihnen völlig egal ist, was diese damit vielleicht auslösen könnten. Im Nachfolgenden würde ich euch gern die beliebtesten Fehler und die Unmöglichkeit der Zeitreisen selbst erklären. Aber eins nach dem anderen.

Der Schmetterlingseffekt

Der erste dieser Fehler, den ich hier auflisten möchte, ist der Schmetterlingseffekt (Butterfly Effect), der besagt, dass der Flügelschlag eines einzelnen Schmetterlings einen Wirbelsturm auf der anderen Seite der Welt auslösen kann. Von manchen Weltenschöpfern wird dieser Effekt völlig ignoriert, aber meiner Meinung ist er der erste von vielen Gründen, warum Zeitreisen so, wie wir sie uns vorstellen, einfach nicht funktionieren.

Der DeLorian. Eine Ikone unter Zeitmaschinen (Bild von Lowrider-Girl)
Der DeLorian. Eine Ikone unter Zeitmaschinen (Bild von Lowrider-Girl)

Eine Veränderung in der Vergangenheit und die Gegenwart verändert sich mit, so wurde es uns in Filmen und Serien immer gezeigt. Bestes Beispiel dafür ist die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie. Die sind zwar lustig und unterhaltsam aber ansonsten kompletter Blödsinn. Als Marty in die Vergangenheit reist und beinahe seine eigene Geburt verhindert, weil sich seine Mutter in ihn verliebt, führt das dazu, dass seine Geschwister und schließlich er langsam zu verschwinden scheinen.

Aber warum langsam? Eigentlich müsste er in jenem Moment, als er seine Geburt vereitelt sofort verschwinden und aus. Aber wer hätte dann seine Geburt vereitelt? Marty kann es nicht gewesen sein, denn er ist in der Zukunft ja nie geboren wurden und so konnte er seine Geburt nicht verhindern. Also wird er nicht geboren und kann seine Geburt verhindern. Bumm! Schon haben wir das Problem, das bei Zeitreisen immer unweigerlich aufkommen wird: Es entsteht ein Paradoxon.

Paradoxon — und jetzt?

Das krasse Beispiel von Marty und der Verhinderung seiner Geburt ist nur eine extreme Version des Schmetterlingseffekts. Egal wie dieser ausfällt, es könnte unweigerlich zu einem Paradoxon führen. Deshalb werfe ich einfach mal die These in den Raum, dass Zeitreisen unmöglich sind, es sei denn — nein, ich mache die Tür natürlich nicht komplett zu –, es kommt zu einer Spaltung des Universums.

Hier sind wir schon inmitten der Viele-Welten-Theorie aus der Quantenphysik, die manchen unter euch bekannt sein dürfte. In einem vorangegangenen Artikel bin ich aber schon einmal darauf eingegangen, deshalb werde ich sie jetzt nicht groß erklären. In Sachen Zeitreisen würde es einfach bedeuten, dass sich unser Universum, sobald jemand eine Zeitreise antreten würde, aufteilen würde. Es würde also auf zwei seperaten Zeitsträngen weiter existieren.

In Steins;Gate ist das Handy die Zeitmaschine (Bild von Aoi-Smilie)
In Steins;Gate ist das Handy die Zeitmaschine (Bild von Aoi-Smilie)

Auf dem einen Zeitstrang würde das Universum weiterexistieren, als hätte die Zeitreise nie stattgefunden. Auf dem anderen jedoch, würden sich deren Auswirkungen zeigen. So könnte man zum Beispiel das zuvor erwähnte Paradoxon erklären. Der Zeitreisende würde in sein Universum zurückkehren, als wäre nichts geschehen, doch eine Kopie von ihm würde im anderen Zeitstrang landen. Oder im Beispiel von zuvor eben nicht. Diese Aufteilung der Welt wird übrigens im Das Buch der Zeit und im Anime Steins Gate sehr gut dargestellt. Wer sich dafür interessiert, sollte sich diese beiden auf jeden Fall einmal ansehen.

Nicht körperlich?

Neben dieser Spaltung des Universums gibt es aber noch eine Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen, ohne eine Paradoxon auszulösen. Die habe ich zwar so noch nicht so oft gesehen, Eine Weihnachtsgeschichte aber ein gutes Beispiel dafür. Ich spreche von einer Reise in die Vergangenheit, ohne dass der Körper in die Vergangenheit muss. Stattdessen sendet man nur seinen Geist in die Vergangenheit und könnte als körperloser Gast durch die alten Tage wandeln. Also quasi als Geist.

Die klassische Zeitmaschine von H. G. Wells (Bild von Hameed)
Die klassische Zeitmaschine von H. G. Wells (Bild von Hameed)

Dadurch, dass man ein Geist ist, könnte man nicht auf die Welt eingreifen und somit auch nichts anstellen, was ein Paradoxon hervorrufen könnte. Dadurch würde man sich auch eine Spaltung des Universums ersparen, was sicher auf Dauer nicht gut für dieses ist.

Diesen Gedanken sollte aber bitte niemand mit der Darstellung aus X-Men: Zukunft ist Vergangenheit verwechseln. In dem Film wird zwar Logans Geist zurück in das Amerika der 60er geschickt, aber er nistet sich in seinem Körper von damals ein und kann diesen kontrollieren. Also hat er quasi seine Erinnerungen aus der Zukunft. Hier wird das ganze aber recht gut erklärt, da die Auswirkungen seiner Reise erst dann wirksam werden, wenn der Geist wieder im eigenen Körper steckt. So kann zumindest ein akutes Paradoxon vermieden werden. Perfekt oder logisch ist diese Lösung aber auch nicht wirklich.


Was ist denn eure liebste Reise in die Vergangenheit und welche findet ihr am schlechtesten gelöst? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Die Zeitreiseidee bei „Langoliers“ finde ich immer noch am Besten: Was war, kann nicht mehr sein. Ein Zeitreisender findet zwar Gebäude etc. aber eben kein Leben mehr. Die Menschen sind tot – da es Vergangenheit ist.

    Ein freakigen Zeitreise (in die Zukunft allerdings) gibt es bei „Idaho Transfer“ aka „Expedition in die Zukunft“.und natürlich beim Klassiker „Die Zeitmaschine“ 🙂
    In die Vergangenheit… nun, da war Star Trek IV recht witzig und 12 Monkeys war cool. als Serie damals „Time Tunnel“.

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  2. Florian Born sagt:

    Peinlich berührt muss ich zugeben, dass ich NOCH nichts davon gesehen habe… Aber die Zeitmaschine steht immerhin schon ewig auf meiner Buchliste 😉

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    1. Wortman sagt:

      Das buch kenne ich nicht – nur den alten Film und diese komische Neuverfilmung.

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  3. Thomas Pototschnig sagt:

    Der Film Butterfly Effect ist hier auch ein gutes Beispiel.
    Die Zeitreise wurde so wie bei X-Men gelöst, also dass der „Geist“ aus der Zukunft den vergangenen Körper übernimmt und hier wird auch der Schmetterlingseffekt, nachdem der Film auch benannt ist, gut gezeigt: Eine kleine änderung in seinen Handlungen und boom, seine ganze Zukunft ist anders.
    Interessant ist auch, dass er versucht, die beste Zukunft für sich und seine Freunde zu finden, und irgendwann einsieht, dass man es nie allen recht machen kann…
    Wer den Film nicht kennt sollte sich den ersten Teil auf jeden Fall einmal ansehen, die zwei Fortsetzungen sind meiner Meinung nach eher Schrott

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    1. Florian Born sagt:

      Jetzt folgt noch ein peinliches Geständnis: Ich hab den Film — aus mir unerfindlichen Gründen — noch nie gesehen, aber bisher auch nur gutes darüber gehört.

      *Filmlistebearbeit*

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