Bei den Göttern!

Egal wo auf der Erde man sich auch gerade befindet, es wird ein Ding geben, dem man unter Garantie nicht wird entfliehen können. Nein, ich spreche jetzt nicht von dem Willen des Menschen nach Freiheit. Der ist in den Massenbüros großer Konzerne irgendwann in einer Kaffeetasse ertrunken — aber das ist eine andere Geschichte… Nein, ich spreche von einem jener Dinge, die den Menschen von Tieren unterscheidet: Religion.

In Asien, Europa, Afrika und überall auf der Welt haben sich Religionen ausgebreitet und sind zu einem wichtigen Bestandteil unserer Gesellschaft, Architektur und leider Gottes — oh welch Ironie diese simple Floskel hier hat — auch der Politik geworden. Nicht wegzudenken sind Religionen deshalb auch in all den erdachten Gesellschaften der Welten der Phantastik. Doch während bei uns Religionen klar dem Geiste des Menschen entspringen und es äußerst unwahrscheinlich ist, dass es tatsächlich Götter gibt, die es interessiert, was wir so tun, sieht es in anderen Welten ganz anders aus.

Götter treten in den verschiedensten Farben und Formen auf. Manchmal stehen sie allein in ihrer Religion da, manchmal hat jedes Volk seinen eigenen Gott und manchmal gibt es so viele von ihnen, dass man schnell einmal den Überblick verlieren kann. Heute sehe ich mir einmal an, was sich so alles in den Götterwelten tut und welchen Arten von Göttern man so beim Weltenbummeln begegnen wird.

Die Erdachten

Die erste Kategorie ist jene, der wir auch in der Realität über den Weg laufen werden — zumindest metaphorisch. Es sind Götter, die von Sterblichen erschaffen wurden, um jene Dinge zu erklären, die wir nicht erklären können. Warum blitzt es? Warum gibt es Ebbe und Flut? Warum regnet es und warum werden meine Trauben im einen Jahr gut und im nächsten schlecht? Ganz einfach: Weil die Götter es so wollen.

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Die griechische Götterwelt gehört zu den bekanntesten (Bild von GENZOMAN)

Schon die alten Griechen erklärten es sich so und nicht anders verhält es sich in einigen fernen Welten. Wenn die Menschen aus Westeros (Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell) in die Schlacht ziehen, beten sie zum Krieger, und wenn ein Kind auf die Welt kommt, so wird der Mutter eine Kerze entzündet. Weiter im Norden kniet man sich dann vor einen Baum und betet zu den namenlosen Göttern des Nordens. Und all das, obwohl eigentlich nie etwas passiert, nachdem man es tut. Dennoch ist es tröstlich.

Deshalb beten die Zwerge im Geborgenen Land auch zu Vraccas (Die Zwerge) und deshalb werden in weiten Teilen Aventuriens die Zwölfgötter geprießen, von denen jeder eine andere Aufgabe zu erfüllen hat (Das Schwarze Auge: Basisregelwerk: Fantasy-Rollenspiel). Allen gemein ist dabei, dass sie nur namentlich in ihren Welten auftauchen. Sie werden geprießen und angerufen, doch wie bei uns, war es das schon. Sie sind von den Sterblichen erdacht und haben deshalb auch keinerlei Macht. Ganz im Gegensatz zu den Göttern der zweiten Gruppe.

Die Überirdischen

Denen kann auf keinen Fall mehr unterstellt werden, dass sie keine Macht hätten. Sie sind genau so, wie wir uns Götter immer vorgestellt haben: Mächtig, weise und sie stehen über allem und richten über das Leben und der Tod der Sterblichen. Außerdem ist meistens auch noch belegt, dass sie diese erschaffen haben und sie genau so schnell wieder auslöschen können. Aber zum Glück sind sie meistens auch noch ziemlich gütig.

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Ares ist dort der Gott des Krieges (Bild von GENZOMAN)

Wenn man also in Tamriel zu den Göttern oder den Daedra-Fürsten betet (The Elder Scrolls V: Skyrim – Legendary Edition), wird auch wirklich etwas passieren. Auch wenn sich zweitere dabei nicht besonders für die Sterblichen interessieren, sondern nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Auf jeden Fall ist klar, dass sie real sind, gleich wie R’hllor, der rote Gott aus Asshai, der nur durch seine Priester wie Thoros von Myr oder Melisandre, die Beraterin von König Stannis, wirken kann.

Diese Götter interessieren sich auch wirklich, was auf der Welt geschieht, über die sie wachen. Deshalb schicken sie auch Völker in den Krieg und scharren Untertanen um sich. Und dann gibt es auch noch die besonderen Götter der Scheibenwelt, die auf dem höchsten Berg der Welt sitzen und ein Spiel spielen, in dem die Sterblichen ihre Spielfiguren sind (Die Magie der Scheibenwelt: Drei Romane in einem Band). Aber Terry Prattchets Welt ist ohnehin ganz besonders.

Die unter uns

Die letzte Gruppe von Göttern ist auch jene, die es meisten interessiert, was sich so in den Welten der Sterblichen tut. Das liegt aber einfach nur daran, dass sie sich am meisten unter ihnen bewegen. Im Gegensatz zu den anderen realen Göttern sitzen sie nämlich nicht in ihrem metaphorischen Elfenbeinturm und sehen von dort auf sie herab, sondern bewegen sich unter ihnen. Sie sind Teil der physischen Welt.

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Und Poseidon ist der Herr der Weltmeere (Bild von GENZOMAN)

So zum Beispiel die Götter, die Pierre Grimbert in seiner Reihe um das Geheimnis der Insel Ji zeichnet (Die Magier. Gefährten des Lichts). Diese leben — fast — alle in der physischen Welt. Besonders interessant ist dabei, dass die Götter erst durch die Menschen erschaffen werden. Also genauer gesagt durch deren Glauben an sie. Und auch durch ihren Glauben erfahren die Götter die Aufgabe, die sie haben werden. Wer also für Weisheit, Krieg oder Gesundheit verantwortlich ist, wird nur durch den Willen der Sterblichen bestimmt.

Gänzlich anders ist Trudi Canavan in Das Zeitalter der Fünf an die Sache herangegangen (Priester). Allerdings möchte ich jetzt nicht weiter darauf eingehen, denn sonst würde ich euch den kompletten Lesegenuss ihrer Reihe zunichte machen. Und auch Tolkien hat seine Ainur schon nach Arda geschickt, auf dass diese die Naturgewalten beherrschen sollten (Das Silmarillion). Dass einer von denen durchdrehen und Elben in Orks verwandeln würde; damit konnte natürlich keiner rechnen.


Bei Göttern lässt sich wieder einmal die wunderbare Vielseitigkeit der Fantasy erkennen und gerade Religionen können einer Welt eine unbeschreibliche Tiefe verleihen. Mich würde jetzt noch interessieren, welche eure liebsten Götter in fernen Welten sind? Wem würdet ihr folgen und um wen würdet ihr einen großen Bogen machen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Einer der fürchterlichsten Kriegstreiber ist und bleibt die Religion. Ganze Völker wurden im Namwen eines unsichtbaren Gottes niedergemetzelt…
    Das ist wahrscheinlich auch die liebste Variante in vielen Geschichten. Die erdachten Götter.

    Bei mir gibt es Götter, die durch andere wirken….

    Gefällt 1 Person

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