„Früher blickten wir hoch in den Himmel…“

Könnt ihr euch erinnern, wie ich bei His Dark Materials geschrieben habe, ich könnte euch kaum etwas dazu sagen, ohne euch zu spoilern. Das ist nichts im Vergleich zu Interstellar, dem neuen Film von Regie-Ass Chrstiopher Nolan. Aber ich kann euch zumindest so viel sagen: Nolan hat nach diesem Film die Bezeichnung „Regie-Ass“ mehr verdient denn je.

Ich möchte trotzdem versuchen, euch einen groben Überblick über die Geschehnisse des Films zu geben. Und wenigstens über Regie, Kamera, Schauspieler und Musik – bei den Göttern, diese Musik (!) – kann ich euch ein wenig erzählen. Aber fangen wir zunächst mit dem schon erwähnten Überblick an, damit ihr euch etwas vorstellen könnt.

Eine dystopische Erde

Der Film beginnt circa 50 Jahre in der Zukunft. Ich sage bewusst „circa“, weil es nicht genau gesagt wird. Zu dieser Zeit lebt die Menschheit auf einer Erde, die durch Luftverschmutzung und Mehltau – eine Krankheit, die nach und nach jede Pflanze verfaulen lässt – an den Rand des Untergangs gedrängt wird. Bis auf Mais kann in den meisten Regionen der Erde nichts mehr angebaut werden.

Von der dystopischen Erde...
Von der dystopischen Erde…

Die meisten Menschen sind in dieser dystopischen Zukunft Farmer und sollen sich darum kümmern, dass die Leute nicht verhungern. So auch Cooper – der Protagonist des Films, brillant gespielt von Matthew McConaughey – der allerdings anderes mit seiner Zeit anzufangen wüsste. Diese Chance bieten ihm Anfang des Films Professor Brand – Michael Caine – und dessen Tochter – Anne Hathaway. Beide sind für die NASA tätig und wollen einen Versuch starten, die Menschheit zu retten.

Dazu möchten sie eine Mission durch ein Wurmloch nahe des Saturns schicken, wo sie drei erdähnliche Planeten erreichen könnten. Auf einen dieser soll die Menschheit ausgelagert werden und eine Kolonie gründen. Und hier höre ich auf, von der Geschichte zu erzählen, denn alles was ich jetzt noch sage, würde euch grausamst spoilern. Und das will ich nicht.

Ein brillanter Cast

Stattdessen erzähle ich euch am besten etwas vom Cast des Films, der – wie gewohnt von Nolan – ein Staraufgebot ist. Die wichtigsten Charaktere habe ich schon genannt, aber es kommen noch mehr dazu. Unter anderem ein Wissenschaftler, grandios gespielt von Matt Damon. Aber nicht nur er, sondern auch Caine, Hathaway und vor allem McConaughey spielen meisterhaft und vor allem emotional überwältigend.

Ebenso grandios sind aber auch jene Leute, die man nicht auf der Leinwand sehen kann. Nolan und sein Burder haben wie erwartet ein gut durchdachtes und vor allem grandios geschriebenes Drehbuchabgeliefert. Es gibt deshalb auch unheimlich viele Textpassagen, die man ohne Probleme zitieren kann. Aber auch die Kamera-Arbeit und die Schnitte sind wirklich gut gemacht, wobei mir vor allem gefallen hat, dass im Weltraum absolute Stille herrscht — wie es auch wissenschaftlich korrekt ist.

Ansonsten ist Stille in diesem Film jedoch ein Fremdwort. Stattdessen wird der Film beherrscht von einem wunderschönen Soundtrack von Hans Zimmer. Der ist wie so oft bass-lastig, und weist vor allem sehr viele Streicher auf. An den richtigen Stellen bricht aber auch schon mal das Piano durch Cellos und Violinen hindurch. Aber egal an welcher Stelle, sobald der Score einmal an Lautstärke gewinnt, wird man davon regelrecht in den Sitz gepresst. Im positiven Sinne, natürlich.

Reden wir mal tacheles

Schauspieler, Kamera, Regie, Drehbuch, Soundtrack. All das zusammen ergibt einen Film, der sich mehr als nur sehen lassen kann. Nolan zeigt dabei eine Zukunft, die mir immer realistischer erscheint, was sie nur umso erschreckender macht, und bringt eine Message rüber, die einem lange Zeit die Sprache raubt. Doch trotz all der großen Themen verliert sich Nolan nicht in der Physik und den fremden Welten. Stattdessen zeichnet er das Große — ja, das Gewaltige — im Kleinen, in den Gesichtern und Geschichten der einzelnen Menschen.

--- hinauf zu fernen Welten
… hinauf zu fernen Welten

Das ist es, was Interstellar von vielen anderen Science Fiction-Filmen der letzten Jahre abhebt. Er hebt ab und bleibt zugleich am Boden, wie wir es von Nolan seit Jahren gewohnt sind. Er schafft es, das allzu menschliche in den größten Geschichten zu finden und seine Charaktere das herüberbringen zu lassen. Und hier spricht nicht nur der Fanboy aus mir, seit euch dessen versichert.

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein Zitat aus dem Film geben, das ihn, in meinen Augen, sehr gut darstellt: „Früher blickten wir hoch in den Himmel und fragten uns, wo unser Platz in den Sternen ist, heute gucken wir nur noch zu Boden und denken über unseren Platz im Dreck nach.“ – Cooper.

Weltenwertung: Atemberaubend
Ich kann wirklich sagen, dass ich lange mit mir gerungen habe, was die Bewertung angeht. Die Welt, die Nolan zeigt, ist nämlich nicht gerade schön. Sie scheint nicht, aber sie ist echt. Echter als sehr viele andere Zukunftsdarstellungen der letzten Jahre und genau deshalb bekommt sie ein relativ uneindeutiges Atemberaubend von mir.

Habt ihr Interstellar schon gesehen? Wie hat er euch gefallen? Oder müsst ihr erst ins Kino stürmen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar, aber wie immer: Bitte nicht spoilern (:

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Das Kino muss ich nicht gerade stürmen aber anschauen werdee ich mir den irgendwann auch mal 🙂

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    1. Florian Born sagt:

      Würde sich aber auszahlen, da vor allem der Score wirklich toll kommt im Kino 😉

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      1. Wortman sagt:

        Das glaub ich dir aber dafür gebe ich keine 12 – 16 Euro aus – je nach Kino 😉

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