Brutal, chaotisch und dreckig: Was man über Orks wissen sollte

Die Schreie eines Tieropfers zerreißen die Luft. Erschrocken fliegt ein Schwarm Krähen auf, nur um sich wenige Sekunden später wieder rund um das Lager in den Bäumen niederzulassen. Dröhnendes Gelächter klingt aus dem Lager hervor, doch noch überwältigender als die lauten Stimmen, ist der Geruch. Eine Mischung aus Blut, Feuer und ungewaschenen Körper verpestet die Luft. Wer das Orklager nicht finden sollte, muss sich also nur auf seine Nase verlassen. Sobald man sich ekelt, ist man auf der richtigen Spur.

Über Orks gibt es eine Menge zu sagen, doch das liegt ganz einfach daran, dass es nicht den einen Ork gibt. Man könnte Orks vom Aussehen her nicht wirklich leicht festmachen, denn jeder Weltenschöpfer gibt seinen Orks einen ganz besonderen Touch, um sie von anderen zu unterscheiden. Wer also einen Ork beschreiben will, der muss genau sagen, über welche Welt er nun spricht.

Die Orks von Tolkien (Der Herr der Ringe) sind relativ klein, während die von Heitz (Die Zwerge) und die aus Gothic groß und stämmig sind. Der eine gibt ihnen eine graue Haut, der andere eine grüne. Beim einen kann man sie länger als fünf Sekunden betrachten, ohne sich die Augen aus dem Schädel kratzen zu wollen, beim anderen nicht. Doch trotz all dieser Unterschiede, die sich Weltenschöpfer einfallen lassen, gibt es doch Dinge, die alle Orks gemein haben.

Probleme mit Ordnung

Ganz egal ob Mittelerde oder Tamriel; Orks sind nicht nur nie schön anzusehen. Sie sind außerdem noch überall ziemlich chaotisch. Die beste Organisation, die man sich von ihnen noch erwarten kann, ist ein hierarchisches System. Es gibt einen Stammesältesten und ein paar kleinere Chefs. Die sind dann vielleicht einem noch größeren Anführer unterstellt. So etwas wie eine gewählte Demokratie darf man sich von Orks keinesfalls erwarten.

Grüne Haut und böser Blick -- ja, ein Ork (Bild von anssiart)
Grüne Haut und böser Blick — ja, ein Ork (Bild von anssiart)

Diese Ränge sind aber nicht wie bei den Menschen von Geburt an für jemanden reserviert. Es gilt stattdessen das Recht des Stärkeren. Die mächtigsten Orks sind gleichzeitig auch jene, die sich im Kampf bewiesen haben. Meist mussten sie den alten Chef töten und dadurch seinen Platz einnehmen. So lässt sich auch klar ausmachen, warum die Orks ein so kriegerisches Volk sind: Die Krieger sind die Anführer und die anderen haben einfach keine andere Wahl.

Wenn die Orks einmal im Krieg sind, sind sie brutale Kämpfer, die das Wort Gnade nicht mal mit einem Duden verstehen würden. Obwohl: kaum einer kann aber auch lesen, also ist dieser Vergleich womöglich ein wenig schlecht gewählt. Ihre einzige Strategie ist in der Regel rohe Gewalt und wenn sie damit nicht weiterkommen, verwenden sie noch mehr rohe Gewalt.

Probleme mit Sauberkeit

Die meisten Waffen und Rüstungen, die sie verwenden, sind entweder sehr simpel oder von Feinden erbeutet. Hier gehen allerdings die Meinungen in verschiedenen Welten auseinander, denn in Tamriel zum Beispiel sind die Orks die größten Waffenschmiede. Dennoch wirken die Streitmächte der Orks wie ein Flickenteppich aus verbeulten Rüstungen und schartigen Schwertern.

Hoch zu… Wolf… — ein Ork-Chef (Bild von Zsolt-Kosa)

Wenn dieser Anblick feindliche Kämpfer nicht davon abhält, sich in ein Gemätzel mit ihnen zu stürzen, so wird das definitiv ihr Geruch erledigen. Noch mehr als Zwerge scheinen Orks entschieden etwas gegen Wasser zu haben. Und gegen Aufräumen. Und einfach gegen alles, was man irgendwie mit Sauberkeit in Verbindung bringen könnte. Bei Heitz haben sie zusätzlich noch die Eigenart ihre Rüstungen mit ranzigem Fett einzureiben, damit die Waffen des Feindes abrutschen.

Aber wer braucht schon Sauberkeit, wenn man Feinde mir nichts dir nichts zerquetschen kann? Das zumindest scheint die Logik der grünhäutigen Wesen zu sein. Sofern man bei ihnen überhaupt über Logik reden kann, denn wer zum Beispiel die Orks aus Warhammer 40K kennt, der wird wissen: Rot ist schneller. So viel also zum Thema Logik bei Orks. Dass das aber tatsächlich funktioniert, ist aber doch irgendwie beeindruckend.

Probleme mit Anderen

Was man bei Orks vermutlich nicht explizit erwähnen muss, ist ihre Gesinnung. Meist fühlen sie sich der dunklen Seite einer Geschichte zugetan und kämpfen so neben Untoten, Goblins und Trollen gegen Menschen, Elfen und Zwerge. Von all diesen Geschöpfen sind sie in der Regel sogar noch jene, die als einzige als einigermaßen klug zu bezeichnen sind. Die Führung ganzer Streimächte wird ihnen in der Regel aber nicht anvertraut.

Dümmlicher Blick und dicklich -- noch ein Ork (Bild von XiaMan)
Dümmlicher Blick und dicklich — noch ein Ork (Bild von XiaMan)

Das liegt schon daran, dass sie meist nicht besonders gut mit anderen Völkern auskommen und deshalb sehr oft unter sich bleiben. Einzige Ausnahme stellt dar, wenn sie unter dem Banner eines mächtigeren Herrschers — wie zum Beispiel Sauron oder der Albae — versammelt werden. Oder wenn sie sich aus eigenem Antrieb auf andere Völker stürzen, um diese auszurotten, weil sie ihnen nicht gefallen. Als großartiges soziales Verhalten kann man das aber auch nicht wirklich bezeichnen.

Letztlich lässt sich zusammenfassen, dass die grau-grünen Wüstlinge etwas gegen Ordnung, Sauberkeit und vor allem gegen andere Völker haben. Für sie gilt das Recht des Stärkeren und wer schwächer ist, der kriegt aufs Maul. Am wichtigsten ist allerdings, dass sie wunderbare Feinde abgeben und man mit ihnen fast immer etwas zu lachen hat, weil sie so herrlich dumm sind.


Welche Orks sind eure liebsten? Die von Tolkien, Heitz, Gothic oder ganz andere? Oder können euch diese rohen Gesellen aus Prinzip gestohlen bleiben? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Das hast du wieder super geschrieben. Wer mag schon diese Kreaturen? Die Viecher aus HdR passen gut zu deinen Beschreibungen.
    Ich mag die Grüngesichter auch 🙂
    https://brickfantasy.wordpress.com/2011/10/21/die-festung-der-orks/ 😀

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    1. Florian Born sagt:

      Orks sind stellenweise einfach super, vor allem, weil man mit ihnen fast immer was zu lachen hat, da sie so herrlich bescheuert sind ^^

      Die Orkfestung ist btw. ziemlich cool 😉

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      1. Wortman sagt:

        Meistens kann man schon lachen… 🙂
        Die Festung hat was und Höhlentrolle als Torwächter sind schon mal was. Meine sind zum Glück nicht so doof wie die beim Hobbit 🙂

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  2. Ainur sagt:

    Also ich mag die originalen Orks von Tolkien am Liebsten. 😀

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    1. Florian Born sagt:

      Die sind zwar ziemlich cool, meine Favoriten sind aber die Weltraum-Orks aus Warhammer 40K. Rot ist schneller!!!! 😀

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  3. Wortman sagt:

    Ich mochte auch die Orc – Raumschiffe aus Warhammer Rauflotte Gothic 🙂
    Ich finde Orcs cool. Besonders natürlich dadurch, dass sie einfach nur brutal sind im Kampf. Keine Gnade, sondern Vernichtung. Das macht sie natürlich zu perfekten Verbündete oder zum gefürchteten Gegner.
    Wenn sie groß sind (siehe Trailer zum Warcraft – Kinofilm) haben sie natürlich schon was Geniales.

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    1. Florian Born sagt:

      Orks sind einfach der perfekte Gegenpol zu den schönen Elben. Lasst sich ja schon in Tolkiens OriginalOrks erkennen, die ja gefolterte Elben waren ursprünglich 🙂

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      1. Wortman sagt:

        Das ist ja auch eine Variante die ich mag 🙂
        Bin eh nicht so der Fan von den tollen Happy Ends 😉

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