Mehr Freunde und Feinde

In der Phantastik haben sich im Laufe der Zeit ein paar bestimmte Figuren etabliert. Das sind unsere Archetypen, die einfach andauernd auftauchen und an denen sich der Leser festhalten kann. Warum wir diese immer wieder verwenden, habe ich aber schon im letzten Artikel zu diesem Thema erwähnt, deshalb überspringe ich das diesmal und komme gleich zum Wesentlichen. Hier also die drei Archetypen der Phantastik, die ich euch heute präsentieren möchte.

Der alte Meister

Der erste Typ unserer Liste ist so alt wie das Genre selbst. Und ich spreche hier nicht vom Archetyp, sondern von den einzelnen Vertretern davon. Der alte Meister hat schon viel erlebt und ist im Schnitt um die 80. Er ist ein Meister seines Fachs und auch, wenn er vielleicht schon etwas wackelig auf den Beinen sein möge, kann der Protagonist noch viel von ihm lernen.

Man trifft ihn entweder in uralten Tempeln, als Eremiten in Regionen, in denen sonst niemand freiwillig leben würde oder in den Kerkern der Tyrannen, wenn die Helden dorthin verschleppt werden. Mit der Hilfe des Meisters können sie dann natürlich entkommen, aber er ist zu schwach, um sie zu begleiten. Und natürlich können sie nur durch ihn die elementaren Fertigkeiten erlernen, die sie benötigen, wenn sie ihre Feinde besiegen wollen.

Gandalf, der weiße Zauberer (Bild von Szymon Nosanowicz)
Ein typisches Beispiel für den alten Meister – Gandalf (Bild von Szymon Nosanowicz)

Typische Vertreter für den alten Meister sind zum Beispiel der Jedi-Meister Yoda, der Drachenreiter Oromis in den Wäldern der Elfen, Albus Dumbledore – auch wenn der noch ziemlich rüstig ist und auch in den Typus des Mentors fällt -, der Schamane, der Aangs Schakren in Avatar öffnen will, und Doktor Eich aus Pokémon. Ja. Der fällt da auch rein. Irgendwie zumindest.

Die rechte Hand

Der Archetyp der rechten Hand tritt in den meisten Fällen gemeinsam mit dem Tyrannen auf. Er ist nicht ganz so mächtig wie sein Meister, hat aber irgendeine Fähigkeit, die ihn unersetzlich für ihn macht. Oftmals steht er auch selbst wesentlich stärker im Zentrum der Geschichte als dieser selbst, weil der sich eher im Hintergrund aufhält und nur die Strippen zieht.

Saurons Mund - Saurons rechte Hand (Bild von Sappel)
Saurons Mund – Saurons rechte Hand (Bild von Sappel)

Die rechte Hand ist meist gleichzeitig der oberste Befehlshaber der Truppen des Tyrannen und deshalb auch oft das Ziel jener, die den Tyrannen bekämpfen. Manchmal ist er auch ein besonders geschickter Spion oder Diplomat. Auf jeden Fall jedoch braucht der Tyrann ihn und spielt selbst mit den Gefühlen und Gedanken seines Untergebenen. Auch wenn es hin und wieder dennoch vorkommen kann, dass sich die Rechte Hand gegen ihren Herren wendet.

Wer nach prominenten Beispielen sucht, wird schnell fündig. Darth Vader ist Schüler und Befehlshaber des Imperators, Saurons Mund erklärt sich von selbst. Murtagh wird zwar von Galbatorix manipuliert, ist aber dennoch dessen wichtigster Krieger, der reitende Berg, Gregor Clegane, ist die ausführende Hand von Tywin Lennister, und Horace Guilder führt in Die Zwölf den Willen von Zero aus.

Die ungestüme Kriegerin

Zuletzt haben wir hier noch eine der wichtigsten Mitstreiterinnen des Helden. Sie wird mit Sicherheit an vorderster Front in jeder Schlacht stehen, den Helden aber gleichzeitig mental unterstützen, auch wenn sie vielleicht nicht immer einer Meinung mit ihm ist. Wie der Held hat sie eine eigenen Geschichte, die sie gegen den Tyrannen und seine Horden aufgebracht hat. Außerdem kommt es sehr oft vor, dass sie eine Beziehung mit dem Helden eingeht, oder zumindest ein romantisches Knistern hervorruft.

Eowin von Rohan - der Inbegriff der ungestümen Kriegerin (Bild von Ajraan)
Eowin von Rohan – der Inbegriff der ungestümen Kriegerin (Bild von Ajraan)

Auch bei ihr wird man schnell fündig, wenn man Beispiele für sie sucht. Beginnend bei Vi aus Der Weg in die Schatten über Prinzessin Leia aus Star Wars, bis hin zu Asha und Arya aus Game of Thrones. Und Ygritte auch. Die ist sogar ungestümer als alle anderen Kriegerinnen zusammen.

Sie ürigens immer irgeneinen Bezug zu den Feinden des Helden – abgesehen von Game of Thrones, aber das ist sowieso keine typische Fantasy-Geschichte. Vielleicht hat sie erst vor kurzem die Seiten gewechselt oder sie hat ihre Familie durch die Schergen des Tyrannen verloren. Irgendeinen Bezug gibt es eigentlich fast immer.


Es gibt noch viel mehr Archetypen der Fantasy und jeder hat wirklich etwas an sich, dass einen gewissen Wiedererkkenungswert erzeugt. Man braucht sich also nicht wundern, warum sie immer wieder verwendet werden. Welche Archetypen, denen ihr immer wieder begegnet seid, fallen euch noch ein? Und glaubt ihr, dass Archetypen nur gut oder schlecht für eine Geschichte sind? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Stimmt auffallend 😉 Gerade mal rekapituliert: Auch ich habe den alten Meister, die Rechte Hand des Bösen und die Kriegerin… in einer Story 🙂

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    1. Florian Born sagt:

      Man kann sagen, was man will. Die bieten sich halt einfach an 😉

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      1. Wortman sagt:

        Da muss ich dir recht geben 🙂

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  2. Wortman sagt:

    Wobei ich jetzt noch sagen muss, dass meine Kriegerin bzw. bei mir Ritterin, ein besonderes Geheimnis in sich trägt, von dem sie noch keine Ahnung hat 😉 Bisschen mehr Spezialwürze 😉

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    1. Florian Born sagt:

      😀 Immerhin etwas, aber ganz ohne irgendwelche besonderen Skills kommt ja kaum eine aus ^^

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      1. Wortman sagt:

        Dieses Geheimnis wird letztendlich ihre Identität zerstören 😉

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  3. Gut erklärt! Ich hab ja das Bespiel für Saurons Mund total lustig gefunden, denn der ist ja genau genommen die Hand der Hand, da Sauron eigentlich die rechte Hand Melkors ist. 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Auf das hab ich gar nicht gedacht 😀

      Schlangenzunge wär dann die Hand der Hand der Hand 😉
      (S -> Saruman -> Sauron -> Melkor)

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      1. Mir scheint Tolkien hatte eine Schwäche für diesen Archetyp. ^^

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        1. Florian Born sagt:

          Der gute Mann hat eine Schwäche für alle Archetypen, allerdings kommen sehr viele ja ursprünglich von ihm 😉

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