Elfenwoche Teil 3: Die Weißelfe mit der schwarzen Seele

Im Februar 2014 brachte der deutsche Comic-Verlag SPLITTER eine Reihe auf den Markt. Diese hob sich dadurch von anderen ab, dass jeder Band einen eigenen Autor und einen eigenen Zeichner hatte. Auch sollte jeder Band für sich selbst stehen. Die einzige Verbindung zwischen den verschiendenen Geschichten war die Welt, in der sie spielten. In der Elfenwoche erzähle ich jeden Tag über einen Band von Elfen.

Grimmig mit seinen Schwertern. Weiter geht's mit Band 3!
Grimmig mit seinen Schwertern. Weiter geht’s mit Band 3!

Weiße Elfen fernab von allem

Band 3 der Reihe ist jener, der sich über den längsten Zeitraum erstreckt. In ihm geht es um einen Weißelf, der einen weißen Drachen jagt, um ihn zurück in seine Heimat, die weißen Inseln, bringen will. Dort horten die Weißelfen das Wissen und die Kunstschätze der Welt und schützen es vor jenen, die es rauben wollen. Auch der letzte weiße Drache, eine Kreatur, so alt wie die Welt selbst, soll dort geschützt werden. Und ja, das Wort weiß kommt im Comic auch andauernd vor.

Die Bilder des Bandes wurden von Stéphane Bileau geschaffen. Die Texte kamen von Olivier Peru. Eines der ersten Dinge, die auffallen, ist, dass sich Bileaus Zeichenstil stark von denen der ersten beiden Bände unterscheidet. Seine Linien sind stärker und er verliert sich ein bisschen weniger in den Details. Er ist anders, was aber nicht bedeutet, er sei schlechter – nicht, dass sich jetzt jemand aufregt.

Der spielt im ganzen Norden
Der spielt im ganzen Norden

Passend zu den klaren Linien haben wir auch eine sehr lineare Geschichte. Der junge Weißelf Full hat sich mit seinem Adoptivvater auf die Jagd nach dem letzten weißen Drachen begeben. Sie verfolgen ihn schon seit mehreren Jahren. Ganz am Anfang geraten sie zu einer belagerten Stadt der Menschen. Ein Paar läuft ihnen über den Weg. Sie ist schwanger und hat bereits Wehen. Der gutherzige Full bietet seine Hilfe an und bringt das Kind auf die Welt. Nicht ahnend, welch Konsequenzen diese Begegnung nach sich ziehen würde.

Die Jagd nach einem Drachen

Sie trennen sich von den Menschen und kommen dem Drachen immer näher und es zeichnet sich ab, dass Ful eine besondere Verbindung zu ihm hat, mehr als alle anderen Jäger der weißen Elfen. Sie können ihn jedoch nie einfangen und schließlich, fünfzehn Jahre später, treffen sie wieder auf den Mann und den Jungen, den Full einst auf die Welt gebracht hat. Wie sich aber herausstellen soll, geschieht nichts im Leben nur durch Zufall.

Es werden wieder sehr viele Teile der Welt auf der langen Reise des jungen Elfen gezeigt, wobei ich schön finde, dass es vor allem jene sind, die man zuvor noch nicht gesehen hat. Man merkt dadurch genau, dass mit jedem Band ein wenig mehr von der Geschichte und der Welt gezeigt wird. Sie wird mit jeder Geschichte also ein kleines Stück vollständiger, was mir – der ich ja gern auf die Hintergründe blicke – sehr gut gefällt.

Da jagen sie einen Drachen (danke an SPLITTER für den Scan!)
Da jagen sie einen Drachen (danke an SPLITTER für den Scan!)

Der Band ist, obwohl er die klarsten Linien aufweist, der tiefgründigste aller fünf. Immer wieder kommen die großen Fragen auf, zum Sinn des Lebens, der Rettung des Wissens und der Entwicklung der Menschheit. Viele Dinge, die man auch in die Realität übertragen kann. Gerade das macht diesen Band aus und gerade deshalb ist er für mich der beste der Reihe – vor allem was die Geschichte betrifft, von der ich aber nicht zu viel verraten will. Ich will euch ja schließlich nicht den Spaß am Lesen verderben.

Es sei jedoch gesagt, dass ihr hier nicht auf ein Happy End hoffen dürft. Stattdessen bekommt ihr ein sehr düsteres und offenes Ende serviert, dass zumindest mich eine Weile sprachlos zurückließ. Der Zeichenstil sprach mich allerdigns weniger an als der der ersten beiden Bände. Vielleicht gefällt euch aber gerade dieser. So etwas ist ja immer eine subjektive Angelegenheit.

Fazit

Eine linear anmutende Geschichte, die sehr viel über die Unterschiede zwischen Elfen und Menschen zeigt. Je weiter sie jedoch voranschreitet, desto komplexer und spannender wird sie und desto mehr Eindruck hinterlässt sie auf den Leser. Es ist mein persönlicher Lieblingsband der Reihe. Er berührte mich auch am meisten, wenngleich die Geschichte vielleicht ein bisschen weniger spannend ist, als die der ersten beiden.

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