Elfenwoche Teil 4: Der auserwählte Halbelf

Im Februar 2014 brachte der deutsche Comic-Verlag SPLITTER eine Reihe auf den Markt. Diese hob sich dadurch von anderen ab, dass jeder Band einen eigenen Autor und einen eigenen Zeichner hatte. Auch sollte jeder Band für sich selbst stehen. Die einzige Verbindung zwischen den verschiendenen Geschichten war die Welt, in der sie spielten. In der Elfenwoche erzähle ich jeden Tag über einen Band von Elfen.

Halbelfen aber keine halben Sachen! Ähm ja... Band 4!
Halbelfen aber keine halben Sachen! Ähm ja… Band 4!

Halbelfen am Rande der Gesellschaft

Während der dritte Band sich über viele Jahrzehnte erstreckt, spielt der vierte in nur zwei Tagen. Hier lässt sich wieder einmal wunderbar erkennen, wie sich die Geschichten der Elfen-Reihe voneinander unterscheiden. Gezeichnet wurde der Band von Jean-Paul Bordier. Die Texte stammen aus der Feder von Corbeyran. Was den Band den anderen aber wieder sehr ähnlich macht, ist die Gesellschaftskritik, die ihm, wie auch schon anderen Bänden, zugrunde liegt.

Die Geschichte wird von dem Halbelf Jih-Biin erzählt, der aber nicht der Protagonist des Bandes ist. Diese Rolle kommt dem Halbelf Nah-Taal zu. Dieser soll einer alten Prophezeiung eines sprechenden Kopfes zufolge der Auserwählte sein, der die Halbelfen aus ihrem Sckicksal als unterdrücktes Volk befreien soll – ja ihr habt richtig gelesen, ein sprechender Kopf; der Körper fehlt ihm.

Elfen-Karte_Band4
Keine Ahnung, wo der spielt… Wird aber auch nie gesagt

Die Halbelfen werden nämlich überall in der Welt von den „reinen“ Völkern verfolgt und unterdrückt. Ihre Existenz ist den Menschen und Elfen ein Dorn im Auge, die die Vermischung des Blutes scheinbar für eine schlimme Sünde halten. Nah-Taal hat aus diesem Grund die Halbelfen aus allen Städten unter sich versammelt und will sie nun in eine neue Zukunft und ein neues Land führen.

Die Suche nach Frieden

Dazu will er aber einen friedlichen Weg suchen, damit sein Volk nicht mehr von anderen behelligt werden kann. Während er deshalb aufbricht um die Königin der Waldelfen zu treffen und sie zu fragen, ob sie einen Teil ihres Reich an die Halbelfen abtreten würde, ist Jih-Biin auf der Suche nach alten Relikten, die Nah-Thaal helfen sollen können. Die Geschichte wird dabei sehr schnell erzählt und spitzt sich mehr und mehr zu.

Der Zeichenstil von Bordier passt dabei perfekt zur Stimmung des Comics. Er zeichnet keine der Figuren so perfekt, wie es die Zeichner der anderen Bände gemacht haben. Stattdessen hebt er die „Fehler“ der Halbelfen und anderen Völker hervor. Das und auch die Idee, Jih-Biin als Erzähler zu nutzen, funktioniert wunderbar und erschafft so das Epos eines Volkes, das gerade erst im Entstehen ist.

Ganz ganz viele Halbelfen! (danke an SPLITTER für den Scan!)
Ganz ganz viele Halbelfen! (danke an SPLITTER für den Scan!)

Der Krieg wird mit all seinen Schrecken dargestellt, was bei den Bänden zuvor weniger stark herauskommt. Gleichzeitig ist die klare Message des Bandes aber der Frieden, den Nah-Thaal seinem Volk predigt. Dieses Mal gibt es auch wieder ein klares Happy End, im Gegensatz zu den letzten beiden Bänden. Zu viel möchte ich aber nicht verraten, denn sonst nehme ich euch noch die Freude am Lesen.

Fazit

Der vierte Band ist der, der mir am wenigsten gefällt. Der Zeichenstil lag mir nicht wirklich und die Geschichte ist, auch wenn sie stellenweise ziemlich verworren ist, nicht so gut wie die, die davor kamen. Allerdings finde ich die Texte wirklich gelungen und auch der Kniff, einen Nebencharakter als Erzähler zu nutzen, hat mir gut gefallen, genauso wie die gesellschaftskritische Basis des Albums. Er ist zwar der schwächste Band aber immer noch sehr gut.

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ohje. Wenn Tolkien wüsste, was er angerichtet hat …

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    1. Florian Born sagt:

      Hi, ich weiß nicht genau, was du damit meinst, da es in „Elfen“ um Elfen geht, nicht um Elben, also ein Volk das Tolkien nie verwendet hat. Außerdem hat diese Geschichte auch thematisch nur wenig mit LotR, dem Silmarillion oder dem Hobbit zu tun. Vielleicht kannst du ja genau sagen, was du meinst 😉

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      1. Tolkiens Elben waren nur in der deutschen Übersetzung Elben, im Original Elves also eben doch Elfen. Außerdem sind Alb und Elf eigentlich synonym.

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        1. Florian Born sagt:

          Das ist mir bewusst, aber trotzdem weiß ich nicht wirklich, was Tolkien mit Elfen 4 zu tun haben soll, abgesehen von Begründung des Genres.

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      2. Eben, genau dieses! Seit dem Buch „Die Elfen“ habe ich dieses Thema irgendwie über. Überall 2m hohe Elfen, blond und blauäugig und zur Hälfte in prallen Dekoltes – ab und an mal eine andere exotische Hautfarbe wie lila oder grün, damit man sie zur Unterscheidung in Rassen einteilen kann. Geschichten über Star Wars und Elfen habe ich über – warum nicht mal Milo Manara?

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      3. Sorry, wenn das etwas ruppig war …

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        1. Florian Born sagt:

          Ich für meinen Teil stehe ja auf die klassischen Tolkien’schen Völker und auf deren Reinkarnationen in anderen Welten. Es macht mir Spaß, die Unterschiede zu anderen Versionen von ihnen festzustellen. Eine gegenteilige Meinung steht dir natürlich frei 😉

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