Elfenwoche Teil 5: Die Dynastie der Schwarzelfen

Im Februar 2014 brachte der deutsche Comic-Verlag SPLITTER eine Reihe auf den Markt. Diese hob sich dadurch von anderen ab, dass jeder Band einen eigenen Autor und einen eigenen Zeichner hatte. Auch sollte jeder Band für sich selbst stehen. Die einzige Verbindung zwischen den verschiendenen Geschichten war die Welt, in der sie spielten. In der Elfenwoche erzähle ich jeden Tag über einen Band von Elfen.

Und zum Abschluss werden wir düster mit Band 5!
Und zum Abschluss werden wir düster mit Band 5!

Schwarzelfen aus der Zitadelle

Der größte Unterschied, den man zwischen den Schwarzelfen und all den anderen Elfen-Völkern festmachen kann, ist, dass die Schwarzelfen kein eigenes Volk sind. Sie werden als Wald-, Blau- oder auch Weißelfen geboren und erst nach den ersten paar Jahren ihres Lebens zeigt sich, was sie in Wahrheit sind. So geschieht es auch mit dem Blauelfen Gaw’Er als er in der schwimmenden Stadt Wellenhafen auf einen Schwarzelfen trifft. Dieser entreißt ihn seiner Familie und nimmt ihn mit in die Zitadelle von Slurce.

Mit dem letzten Band Eerzählen der Texter Hadrien und der Zeichner Ma Yi – oder ist es eine Zeichnerin? – eine düstere Geschichte von einem Elf, der seinem Schicksal nicht entfliehen kann. Auch wenn er wollte. Ma Yis Zeichenstil unterscheidet sich wieder recht stark von den letzten Bänden. Es wirkt teilweise so, als hätte er/sie versucht, die Bilder wie Fotografien aussehen zu lassen. Was hinten ist, wird nämlich teilweise verwaschen, als wäre es nicht im Fokus.

Der letzte spielt in einem ziemlic kleinen Bereich
Der letzte spielt in einem ziemlich kleinen Bereich

Passend dazu wird auch die ganze Welt rund um die Zitadelle der Schwarzelfen nach den ersten zehn Seiten völlig aus dem Fokus der Geschichte genommen. Die ganze Geschichte konzentriert sich auf die Ausbildung von Gaw’yn – so sein Name, nachdem er zum Schwarzelf wurde – zum Mörder und Attentäter. Und obwohl das ein Element aus der All-Age-Fantasy alla Trudi Canavan oder Christopher Paolini ist, ist das keinesfalls ein Zeichen dafür, dass man das Album dem 11-jährigen Neffen schenken sollte.

Grausamkeiten und schwarze Magie

Ansonsten werden nämlich Charaktere gezeigt, die absolut böse sind und sich von nichts aufhalten lassen würden, um ihr Ziel zu erreichen. Und gleichzeitig beginnt man für einige dieser finsteren Gesellen große Sympathie zu entwickeln. Und wer könnte nicht? Hadrien gestaltet mit seinen Texten unheilich charismatische Figuren, die einen wirklich ziemlich schnell in ihren Bann schlagen.

Während Zeichenstil und Figuren wirklich großartig sind, ist die Story eher schwächer. Sie ist zwar unheimlich spannend aber in meinen Augen viel zu kurz gehalten. Von all den Bänden passiert im fünften am wenigsten, doch man sieht klar, dass man die Story für Charaktere und Weltgestaltung geopfert hat – deswegen verzeihe ich das auch gerne.

schwarzgrau dominiert den Band und erschafft eine düstere Stimmung (danke an SPLITTER für den Scan!)
schwarzgrau dominiert den Band und erschafft eine düstere Stimmung (danke an SPLITTER für den Scan!)

Und wie schon im dritten Teil stoßen wir im fünften auf ein unheimlich offenes Ende, was aber auf jeden Fall verzeihbar ist, wenn man bedenkt, dass SPLITTER weitere fünf Bände der Reihe angekündigt hat, in denen wir die Protagonisten aus der ersten Reihe – zumindest teilweise – wiedertreffen werden. Auch Zeichner und Texter der ersten fünf Bände kommen zurück. Und gerade auf die Fortsetzung von Gaw’yns Geschichte freue ich mich schon unheimlich. Aber jetzt erstmal zum Fazit.

Fazit

Der fünfte Band ist der düsterste von allen und der mit der kürzesten Story. Dafür hat er die stärksten Charaktere und ziemlich interessanten Zeichenstil. Er fügt der Welt einen wichtigen Aspekt hinzu – die Schwarzelfen -, der auch schon im ersten und zweiten Band Erwähnung fand. Für Fans von dunklen Elfen ist das Album auf jeden Fall ein Pflichtkauf und auch für alle anderen ist es zu empfehlen.

Und jetzt kommt natürlich noch das, worauf ihr alle gewartet habt. Die Weltenwertung:

Weltenwertung: Beeindruckend

Ich hab eine Weile überlegt, bis ich zu diesem Ergebnis gekommen bin. Es werden sehr viele Teile der Welt in den fünf Bänden gezeigt, es wird vieles erklärt, aber ebenso vieles bleibt auch unklar. Ich weiß bis heute nicht, wo der vierte Band spielt und viele Städte werden nicht namentlich genannt. Auch sind die Zeichner und Texter der verschiedenen Bände sich scheinbar in vielem nicht einig. Eine zeitliche Einordnung der Reihe hätte ich mir ebenfalls gewünscht, denn es ist unklar, ob jetzt alles zur gleichen Zeit spielt, oder ob vielleicht sogar Jahrhunderte zwischen den Geschichten liegen.

Trotz all diesen Dingen, die nicht gesagt werden, gebe ich der Welt, wegen all der Dinge, die gesagt und erklärt wurden, ein B für Beeindruckend. Und vielleicht werden in den kommenden Bänden meine Mängel ja ausgeglichen.

Wie hat euch meine Themenwoche gefallen? Und was sagt ihr zu den Elfen-Comics? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Jery Schober sagt:

    Verdammt. Wieder was für die Leseliste. Wo ich doch zumindest bei Comics brav bleiben wollte…

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    1. Florian Born sagt:

      Das tut mir ja schon fast leid 😀

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