Von Herrschern und Beherrschten – aber hauptsächlich Herrschern

Diesmal geht’s um Politik. Halthalthalthalt!!! Nicht gleich wegrennen, nur weil das Thema jetzt nicht so aufregend klingt. Ich werde schon dafür sorgen, dass euch nicht zu langweilig wird. Die Welt der Reichen und Mächtigen in fernen Welten ist doch schließlich immer wieder interessant und bietet Unmengen an Gesprächs- und Erzählstoff. Kein Wunder also, dass sehr viele Weltenschöpfer die Politik gern als Aufhänger für ihre Geschichten verwenden.

Natürlich erfinden die wenigsten Autoren das Rad neu. Deshalb gibt es hier wie so oft viele Dinge, die einem immer wieder begegnen, weil sie aber auch immer wieder funktionieren. Und das Meiste ist auch wieder aus der realen Geschichte entlehnt. Das gilt zum Beispiel für die verstrickten Königs- und Adelshäuser, wie sie einem in Geschichten wie Game of Thrones begegnen.

Hier trifft man auf viele verschiedene große Häuser, die alle einen gewissen Anspruch auf den Thron haben. Alle wollen ihr Stück vom Kuchen abhaben und wer eigentlich der mächtigste ist, das weiß niemand so wirklich. Hier ist es schon im Normalfall schwer genug, den Überblick zu behalten. Wenn dann aber erstmal die Geschichte losgeht, dann kann man damit rechnen, dass es gleich nochmal komplizierter wird, nichts zu verwechseln, denn auf einmal hat jemand die Macht inne, der zuvor wie ein kleines Rädchen im Gefüge der Macht wirkte.

Alleinherrschaft ftw!

Da freut man sich ja regelrecht darüber, wenn man auf einen Alleinherrscher wie Imperator Palpatine (Star Wars) oder Galbatorix (Eragon) trifft, denn da weiß man wenigstens, woran man ist. Der Tyrann ist an der Macht und die Rebellen versuchen ihn zu stürzen. Es ist doch schön, wenn die Linien so klar gezogen sind. Wie der Tyrann an die Macht kam, ist natürlich eine andere Geschichte und dann sind wir wahrscheinlich schon wieder im ersten Fall. Aber wenigstens jetzt ist alles schön übersichtlich.

Jeder Herrscher wird mit Widerstand rechnen müssen (Bild von 88grzes)
Jeder Herrscher wird mit Widerstand rechnen müssen (Bild von 88grzes)

Ebenso übersichtlich in den einzelnen Reichen sind die Geschichten mit fünf oder sechs verschiedenen Königreichen, von denen der eine mit anderen verbündet ist, der mit einem dritten Handel treibt, der aber wieder den ersten bedroht. So oder so ähnlich läuft es doch immer zwischen den verschiedenen Reichen ab, die eher im Hintergrund einer Geschichte auftauchen. Mithilfe einer großen Landkarte sind die jetzt aber auch nicht so schwer zu bewältigen.

Blöd wird es nur dann, wenn noch eine Unzahl an historischen Fakten dazukommt und man herausfindet, dass die Reiche eigentlich alle mal eins waren und doch nicht, oder doch?! Ahh! Allein, wenn ich mir sowas vorstelle, krieg ich Kopfschmerzen! Da ist es doch viel schöner, wenn man wieder in ein riesiges Land kommt, in dem eine Demokratie herrscht. Da weiß man endlich wieder, wo man steht!

Demokratie ftw!

Denkste! Die großen quasi-demokratisch regierten Reiche sind mindestens genauso verwirrend wie die Adelshäuser von ganz am Anfang. Es spielt zwar alles in einem großen Reich mit seinen zwei, drei Nachbarn, aber habt ihr schon mal versucht, den Überblick bei den Ränkeschmieden von Codex Alera zu behalten? Noch schlimmer wird es in der neuen Star-Wars-Trilogie und seinem Senat. Und von Lightbringer will ich gar nicht erst anfangen!

Mit einer Armee im Nacken, ist das aber kein Problem (Bild von Kingmong)
Mit einer Armee im Nacken, ist das aber kein Problem (Bild von Kingmong)

Aber das bringt mich gleich zu den Staaten, in denen der religiöse Führer gleichzeitig auch der politische ist und eine Trennung von Kirche und Staat mehr als nur unrealistisch ist. Man kennt das übrigens auch aus dem Zeitalter der Fünf. Kein Wunder also, dass hier früher oder später mal jemand aufbegehrt. Vielleicht sollte man doch zurück zu den Wurzeln der Dorfverwaltung gehen.

In den Stadtstaaten und kleineren Dörfern aber auch in Klans und Nomadenvölkern üblich, sind die Ältestenversammlungen. Die klügsten, ältesten und geschicktesten Mitglieder der Gemeinschaft treffen hierbei die Entscheidungen für die anderen, die sich ihrem weisen Urteil unterwerfen. Oder es läuft so wie bei den Barbaren oder Orks, wo sich einfach der stärkste Krieger an die Spitze schwingt und seinen Stamm gegen andere führt, um sie zu zermalmen.

Unterdrückung ftw?

Dass der stärkste die Macht an sich reißt, das kennen wir aber auch von wo anders. In Harry Potter ist es doch so, dass Voldemort die Muggel unterdrücken will, weil er die Zauberer für überlegen hält. Erinnert ein wenig an Nationalsozialismus, nicht wahr? Damit so etwas aber nicht mehr passieren kann, ist in der Zaubererwelt dann ein wunderbares Netz der Überwachung aufgekommen. Die Geheimhaltung hat schließlich die größte Priorität!

Doch letzten Endes wird der Thron doch leer enden (Bild von Epson361)
Doch letzten Endes wird der Thron doch leer enden (Bild von Epson361)

Dass dabei dann alle Aspekte des Alltags gleichgeschaltet wurden, erinnert auch wieder ein wenig an so manche Diktatur, die wir auch schon erleben durften und dürfen. Aber das ist doch immer noch besser, als im Chaos zu leben, weil man die eigenen Kräfte nicht mehr im Zaum halten konnte. Aber es ist doch bekannt, dass selbst nach dem atomaren Fallout mehr oder weniger hierarchische Strukturen entstehen.

Außnahme wäre wahrscheinlich, wenn Elfen in so eine Katastrophe verwickelt wären. Die haben nämlich scheinbar entschieden etwas gegen solch strikte Hierarchien. Es gibt zwar Anführer, aber alles in allem ist doch jeder gleichwertig. Davon könnten die Bürger in Welten mit dem Krieg zwischen den Adelshäusern nur träumen.

Hab ich irgendwelche wichtigen politischen Systeme in fernen und verdrehten Welten vergessen? Und welche findet ihr in Geschichten am spannendsten? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Toller Artikel, Politik war noch nie so spannend! Unser lieber Bundeskanzler könnte aus diesen Büchern selbst das eine oder andere über Politik lernen. 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Vielen, vielen Dank 😀
      Dann wäre seine Neujahrsrede vielleicht nicht mehr rezeptpflichtig (siehe: dietagespresse.at) 😉

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      1. Wortman sagt:

        Bei uns war ihre Rede bestimmt auch so besch****n 😀

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  2. Wortman sagt:

    Ich denke auch, viele Stories benutzen diese klare Regelung mit dem bösen Diktator und den Guten, die ihn bekämpfen. Das macht es immer so einfach innerhalb einer Geschichte.
    Vielleicht bin ich deswegen auch so ein großer Fan von Game of Thrones, weil dort ja Hinz und Kunz gegen jeden agiert… 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Genau das ist ja das Spannende an der Reihe 🙂
      Ich wollte einfach mal einen kleinen Überblick schaffen, was uns schon so alles in der Fantasy und der Science Fiction begegnet ist 😉

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      1. Wortman sagt:

        Immer ne gute Idee. Ich mag deine diversen Zusammenstellungen.

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