Unlogische Zufälle, Dracheneier und die Omnitrix

Da ich weiß, dass mit diesem Begriff kaum jemand etwas anfangen kann, lasst mich zunächst erklären, was die Omnitrix ist. Es handelt sich dabei um eine mächtige Alienwaffe, die in der Animationsserie Ben 10 in die Hände des jungen Bejamin Tennison gerät. Sie hat die Fähigkeit auf die DNA einer Person zuzugreifen und sie so weit zu verändern, dass diese sich in eines von zehn ziemlich abgedrehten Aliens verwandeln kann. Mal abgesehen von der wissenschaftlichen Ungenauigkeit dieses Geräts macht das alles ja noch irgendwo Sinn.

Der Punkt, wo ich allerdings aussteige – und das ist nicht nur hier so, sondern auch bei vielen anderen Büchern, Filmen, Serien und Spielen –, ist die enorme Verkettung von Zufällen, die daraufhin geschehen. Zuerst macht ein riesiges Alien namens Vilgax Jagd auf Ben und seine Familie, um selbst die Omnitrix in die Finger zu bekommen. Außerdem werden sie immer wieder in Kämpfe mit Aliens, Mutanten und verrückten Wissenschaftlern hineingezogen.

Damit aber nicht genug: Im Laufe der Serie findet man nämlich heraus, das Bens Großvater, Max, früher Mitglied einer Geheimorganisation war, die die Menschen vor Aliens und allerlei übernatürlichem beschützt hat. Wie wahrscheinlich ist es, dass genau der Enkel dieses ehemaligen Alien-Jägers die mächtigste Waffe des Universums und damit jede Menge Ärger auf den Hals gehetzt bekommt? Und hab ich schon erwähnt, dass seine Cousine magische Kräfte hat?

Dracheneier

Nicht nur bei Ben 10 trifft man auf solche merkwürdigen Zufälle. Habt ihr euch schon mal die Storyline von Eragon näher angesehen? Am Anfang findet Eragon ein Drachenei, dass eigentlich an einen Freund von ihm gehen soll. Brom, einen ehemaligen Drachenreiter. Rein zufällig erwählt das Drachenei genau ihn, wodurch er zum Drachenreiter werden kann. Aber das ist nicht genug der Zufälle, denn Eragons Vater war ja noch zusätzlich einer wichtigsten Mitstreiter des bösen Galbatorix. Und ein Drachenreiter!

Eines der zehn Aliens, in das sich Ben verwandeln kann (Bidl von Joel27)
Eines der zehn Aliens, in das sich Ben verwandeln kann (Bild von Ghost0072007)

Nicht dass ich etwas gegen den ein oder anderen Zufall hätte, aber das nimmt doch wirklich überhand. Und ab einem gewissen Punkt wird es auch wirklich lächerlich, denn Eragon trifft ja dann auf seinen Reisen durch Zufall auf einen Kerl, der sich im späteren Verlauf als sein Halbbruder herausstellt und – wer hätte es gedacht – zu einem wichtigen Soldaten in Galbatorix Armee wird. Ich meine, … Wie?! Und wieso? Man kann doch auch gute Geschichten erzählen, ohne das alles rein zufällig mit allem verwandt ist, oder?

Und im Gegensatz zu Ben 10 handelt es sich bei Eragon nicht um eine Kinderserie, sondern um eine weltweit bekannte Fantasy-Reihe, die allerdings auch mit jedem Teil ein wenig schwächer wurde, sodass man zum Schluss froh war, als es endlich vorbei, aber dazu ein anderes mal mehr.

Geisterjäger

Und wenn ihr denkt, dass Eragon hier die Spitze des Bergs der Zufälle ist, dann irrt ihr euch gewaltig. Könnt ihr euch an die Animations-Serie Scooby Doo erinnern? Ich hoffe schon, aber um euch auf die Sprünge zu helfen: Es ging darin um eine Gruppe von Teenagern, die mit ihrem Hund durch das Land reisen und dabei mysteriöse Monster und Geister bekämpfen. Aber nicht, dass ihr auf den Gedanken kommt, dass sie dorthin gerufen werden!

Sooby Doo! Wo bist du!? (Bild von Joel27)
Sooby Doo! Wo bist du!? (Bild von Joel27)

Nein! Die Geister tauchen rein zufällig immer genau dort auf, wo die Gang ist und jedes einzelne Mal, versteckt sich dahinter ein stinknormaler Mensch, der seine rein menschlichen Ziele verfolgt. Und trotzdem glauben Scooby und Shaggy immer noch an Geister, Monster und alles in dieser Richtung. Und jedes Mal hält Freddy es für eine gute Idee, sich aufzuteilen.

Aber nicht nur Kinder- und Jugend-Serien sind von der Krankheit der zufälligen Verwandschaft und dem zufälligen Zusammentreffen wichtiger Charaktere betroffen. Selbst Genre-Größen wie Game of Thrones und Herr der Ringe werden vom Zufall bestimmt. Scheinbar handelt es sich hier um eine Tatsache, die sich durch alle erzählerischen Schichten zieht, wenn auch manchmal etwas schwächer.


Wie seht ihr die Sache eigentlich? Stören euch diese übertriebenen Anhäufungen von Zufällen auch, oder seid ihr der Meinung, dass der Plot in dieser Hinsicht immer vorgeht? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Schöner Artikel! Ich finde ja, ein gewisses Maß an Zufall dürfen, nein, müssen Geschichten schon haben. Die Zufälle sind es doch meistens, die die Dinge ins Rollen bringen. Eine Geschichte muss außerdem gestrafft werden, sonst laufen alle Figuren immer aneinander vorbei oder die wichtigen Ereignisse passieren irgendwo anders.
    Es ist doch auch im echten Leben so, dass wir Zufälle für etwas Besonderes und fast schon Schicksalhaftes halten, wenn daraus ein einschneidendes Erlebnis resultiert. Manche Zufälle kommen mir im Nachhinein gar nicht so zufällig vor, wenn ich die Wege zurückverfolge und feststelle, dass viele Faktoren darauf hindeuten, dass der „Zufall“ hätte passieren können.

    Bei GAME OF THRONES (bzw. dem LIED VON EIS UND FEUER) und dem HERRN DER RINGE sind die Figuren und deren Schicksale so miteinander verwoben, dass mir „zufällige“ Begegnungen gar nicht unnatürlich erscheinen. Eigentlich finde es sogar sehr geschickt gelöst. Wenn alle ein ähnliches Ziel verfolgen, dann ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis sie sich begegnen. Oder hast du konkrete Beispiele vor Augen, die dir haarsträubend vorkommen?
    Bei Scooby-Doo, den Drei Fragezeichen oder ähnlichen Serien muss man doch im Auge behalten, dass es eben (dramaturgisch einfache) Serien sind, die immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen. Als Zuschauer oder Zuhörer habe ich doch die Erwartungshaltung, dass etwas Unheimliches passieren wird, das auf übernatürliche Kräfte hindeutet, aber zum Schluss entlarvt wird. Wie bei Sherlock Holmes löst die Entwirrung des Rätsels eine Art Glücksgefühl aus.


    Sorry, eine Sache am Rande, obwohl das Thema nicht am Rande bleiben sollte: Das Scooby-Doo-Bild macht mich richtig wütend. Die nackten Ärsche der beiden Frauen hätte der Zeichner sich echt sparen können. Ich würde mich sehr freuen, wenn du ein weniger sexistisches Bild finden würdest. -.-

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  2. Florian Born sagt:

    Danke für den Kommentar. Bzgl Bild: Mir ist das bis jetzt noch nicht einmal aufgefallen. Aber danke, dass du mich darauf hingewiesen hast. Ich werd das Titelbild heute noch im Laufe des Tages ändern.

    Bei vielen Zufällen hast du natürlich recht, aber mir geht es in mancherlei Hinsicht trotzdem zu weit 😉

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    1. Ich hoffe, meine Anmerkung kam nicht zu biestig daher. Ich bin manchmal etwas impulsiv. Aber es freut mich, dass du nach einem anderen Bild schauen willst. 🙂 Beim Thema Sexismus gegen Frauen fühle ich mich oft sehr ohnmächtig, weil es eigentlich so viel Anstoß zur Veränderung gibt, aber ich das Gefühl habe, de meisten Leute stellen sich blind, taub und dumm. Oft, weil sie ihre Ansichten gar nicht für sexistisch halten. Es ist einfach zu verwurzelt in uns. Ich selbst nehme mich da nicht aus! (Das war es jetzt auch von meiner Seite mit dem Off Topic. Tut mir leid, dass dein toller Blogbeitrag dafür herhalten musste …)

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      1. Florian Born sagt:

        Ich hab kein Problem mit dem Off-Topic und muss mich entschuldigen, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, das Bild zu ändern. Allerdings muss ich mich auch kurz selbst verteidigen, weil mir die nackten Hintern der beiden Mädels bei der Wahl des Fotos tatsächlich nicht aufgefallen sind. Ich hab das Bild eigentlich nur genommen, weil es mich kompositorisch angesprochen hat (und wären mir die Hintern aufgefallen, hätte ich es eh nicht genommen 😉 ).

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  3. Wortman sagt:

    Ich denke, niemand sagt etwas gegen einen kleinen Zufall hier oder dort… Allerdings bei manchen Filmen oder Serien sind die dann doch ziemlich nervig. 😉
    Omnitrix sagte mir nix – ich kenne Ben10 auch nur vom Namen nach.

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    1. Florian Born sagt:

      Man merkt wahrscheinlich eh, wann das ganze ins Lächerliche abdriftet 😉

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      1. Wortman sagt:

        Geh ich mal von aus 🙂

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  4. Ein bisschen des Zufalls gehört insofern in eine Geschichte, als dass man einen Helden braucht: Etwas bedroht die Welt bzw. löst den Beginn der Geschichte aus, und wir brauchen jemanden, der das Problem lösen kann. Dass das der Protagonist ist, ist sinnvoll, denn die Geschichte aus der Sicht von jemandem zu erzählen, der so gut wie keine Rolle an der Auflösung hat, wäre langweilig. So gesehen ist es gar nicht einmal unbedingt Zufall, sondern es gibt erstens ein Problem und zweitens eine Person, die es lösen kann, weil sie über eine entsprechende Fähigkeit verfügt. Deswegen wird die Geschichte dieser Person erzählt, und nicht die eines anderen.
    Womit du absolut recht hast: Einfach nur Zufälle aneinander reihen geht gar nicht. Die Handlung sollte logisch und die Ereignisse erkennbar miteinander verwoben sein. Im Sinne von: Handlung A des Protagonisten löst Problem B aus und muss durch C gelöst werden. Und nicht: Durch Handlung A trifft der Protagonist zufällig auf eine Person, die das gerade eben erst entstandene Problem B, für das es keine Lösung zu geben schien, auf wundersame Weise lösen kann. Das ist platt, und macht keinen Spaß. 🙂

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    1. Florian Born sagt:

      Schön, dass wir in dieser Hinsicht einer Meinung sind 😉

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