Frankstein trifft auf Dracula trifft auf Dorian Gray trifft auf…

Was wäre, wenn Dr. Frankstein, Dorian Gray, Dracula und noch ein paar andere bekannte Figuren des klassischen Horros aufeinander treffen würden? Genau! Ihr würdet vor der Flimmerkiste sitzen und euch Penny Dreadful ansehen. Diese Horror-Serie, angesiedelt im viktorianischen London, verbindet nämlich verschiedene klassische Horrorgeschichten miteinander und verpackt sie in eine Geschichte voller Blut, Intrigen und nackter Haut.

Was sich erstmal nach ziemlich seichter und vorhersehbarer Kost anhört, ist wesentlich besser als zunächst erwartet. Es tritt in die Fußstapfen der großartigen Serien-Produktionen der letzten Jahre und lädt damit geradezu zum Binge-Watchen ein. Die größte Schuld daran trägt vermutlich Eva Green, die man auch schon in „Der Goldene Kompass“ und der Serie „Camelot“ sehen durfte. Nicht selten hat gerade sie mir kalte Schauer über den Rücken laufen lassen.

Doch auch die restliche Besetzung – unter anderem Timothy Dalton, Joch Hartnett und Harry Treadaway – tun ihren Teil und versprühen Spannung, Emotionen und Grusel. Dass Bond-Regisseur Sam Mendes Produzent der Serie ist, ist wahrscheinlich aber auch nicht schlecht. Doch worum geht’s in der in England und Amerika – gedreht wurde zu Teilen übrigens auch in Dublin – produzierten Serie von 2014 eigentlich?

Grusel grusel

Wie schon gesagt verbindet die Serie klassische Horrogeschichten des viktorianischen Londons miteinander und schafft um diese herum eine ganz neue Geschichte. Unter anderem eingeflochten wurden Charaktere aus „Das Bildnis des Dorian Gray“, „Frankenstein“ und „Dracula“. Es kommen aber auch neue Figuren hinzu, wie zum Beispiel eine Dame, die von Dämonen besessen ist, ein rachsüchtiger Afrika-Forscher und ein ehemaliger Revolverheld, der eine überraschend feinfühlige Ader hat.

Miss Vanessa Ives und Cowboy Ethan Chandler (Bild von alina-carrie)
Miss Vanessa Ives und Cowboy Ethan Chandler (Bild von alina-carrie)

Die Serie bedient sich, was Dramaturgie betrifft, eher an Elementen eines Breaking Bad oder eines Fargo, als an älteren amerikanischen Serien. Die Geschichte – bisher 8 Folgen in der ersten Staffel – schreitet also relativ langsam voran und jede Folge ist mit der anderen verbunden. Viele davon dienen aber vor allem dem Kennenlernen der Charaktere, die generell eher im Fokus der Geschichte sind als die Geschehnisse selbst.

Dadurch, dass die Erzählgeschwindigkeit oft eher langsam ist, kommen die schnellen Sequenzen, in denen viel passiert noch viel stärker heraus und gehen einem auch viel mehr durch Mark und Bein. Doch genau deshalb schaut man sich die Serie ja auch an. Feinfühlige Gemüter sollten deshalb aber auch einen Bogen darum machen, auch wenn die Serie eher mit den Ängsten ihrer Charaktere, als mit denen der Zuseher spielt. Einzig Spinnen kommen in zwei Folgen vor.

Bibber bibber

Dennoch gehen einem viele Szenen, mir fallen spontan eine Soirée mit schiefgegangener Geistergeschwörung, ein Exorzismus und so mancher brutaler Mord, wirklich unter die Haut. Bei der Stange bleibt man vor allem durch die gut gesetzten Cliffhanger am Ende jeder Folge. Wie schon gesagt sind es aber die starken Charaktere und die Konflikte zwischen diesen, die die Serie wirklich interessant machen.

Schönling und Charmeur Dorian Gray (Bild von SPRSPRsDigitalArt)
Schönling und Charmeur Dorian Gray (Bild von SPRSPRsDigitalArt)

Zu viel möchte ich in dieser Hinsicht zwar nicht verraten, doch ich kann euch versichern, dass jeder der Hauptcharaktere wesentlich mehr verbirgt, als er preisgibt und dass selbst jene, die man am Anfang hassen mag, eine wirklich gute Seite tief in sich verbergen. Vielleicht mal abgesehen von dem komischen haarlosen Vampir, der nur sehr wenig mit dem Dracula zu hat, den man aus Bram Stokers Original kennt. Dafür ist Professor Van Helsing ein ziemlich cooler Typ.

Neben den Charakteren und der spannenden Story zeigt Penny Dreadful auch eine ziemlich interessante Welt. Wir befinden uns in einer verdrehten Welt, genauer gesagt in dem London des viktorianischen Zeitalters dieser Welt und das ist meiner Meinung nach schon Grund genug sich die Serie anzusehen. Für euch nicht? Dann muss ich euch wohl mehr darüber erzählen!

Schlotter schlotter

Wie schon gesagt spielt die Serie im London der Jahrhundertwende. Eher ein paar Jahre davor als danach. Die Welt, die dabei gezeigt wird, konzentriert sich stark auf einige wenige Orte, die aber umso besser in Szene gesetzt werden. Unter anderem sind das die Docks am Südufer der Themse, das Haus eines reichen Mannes, ein Theater und ein botanischer Garten. Es kommen zwar noch ein paar andere dazu, aber die sind die wichtigsten.

Die Hure Brona Croft (Bild von RafKinsWarning)
Die Hure Brona Croft (Bild von RafKinsWarning)

Diese Orte werden wirklich gut in Szene gesetzt und auch alle anderen, die vorkommen, sind wirklich gut gemacht. Interessant ist aber, dass die Serie mit Ausnahme von ein paar Erinnerungssequenzen ausschließlich in London spielt. Meiner Meinung nach ein geschickter Kunstgriff, doch ich hätte mir noch ein paar Details mehr in der Welt gewünscht, auch wenn dadurch vielleicht ein wenig des Mysteriösen verloren gegangen wäre.

Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass Penny Dreadful zu den besten Serien gehört, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Die Charaktere, die Geschichte und auch das verdrehte London werden exzellent in Szene gesetzt und fesseln den Seher unheimlich schnell. Eine klare Seh-Empfehlung für jeden, der auf klassischen Horror und Mystery abfährt!

Weltenwertung: Cool gemacht

Ich würde der Welt wirklich gerne eine bessere Bewertung geben, nur leider kann ich nicht mehr als ein C vergeben. Es fehlten mir, zumindest nach der ersten Staffel, noch einige Details zur Welt, die zum Wohl der Charaktere und der Story weggelassen wurden. Das was man sieht, ist also eben nur sehr cool gemacht.

Habt ihr Penny Dreadful gesehen und wie hat es euch gefallen? Freut ihr euch auch schon auf die zweite Staffel? Und wie findet ihr die Idee, klassische Romanfiguren neue Wege gehen zu lassen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Penny Dreadful war total genial Gerade diese Zusammenarbeit der diversen Charaktere war echt klasse.
    Ich warte schon sehnsüchtig auf die 2. Staffel.

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    1. Florian Born sagt:

      Geht mir nicht anders 😉

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