Denk, denk, denk!!! – Der Jedi-Kodex

Religion, Philosphie und Ethik. Diese Punkte spielen nicht nur in unserer Welt eine wichtige Rolle, sondern auch in den ungezählten Welten der Phantastik. In dieser Reihe nehme ich ein paar von diesen Strömungen auf und präsentiere sie euch. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch eine dabei, die ihr in irgendeiner Weise gebrauchen könnt. Also entweder in eigenen Geschichten oder im sogenannten „Real Life“. Dieses Mal:

Der Jedi-Kodex

Selbst wenn man Star Wars nie gesehen hat – wovon ich aber jedem abraten würde –, sagt einem der Begriff Jedi etwas. Die Jedi sind jedoch weit mehr als mächtige Krieger, die mit ihren Lichtschwertern um sich hauen. Sie sind ein alter Orden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Frieden in der Galaxis zu schützen. Dazu berufen sich die Jungs und Mädels in den weiten Gewändern mit den riesigen Kapuzen auf den Jedi-Kodex, der vor Jahrtausenden von den ersten Jedi verfasst wurde.

Er ist dabei – laut Jedipedia – in zwei Teile gegliedert. Der erste davon ist der Daseinskodex. Der beschreibt den kompletten Daseinszweck der Jedi und lautet wie folgt:

Die Jedi sind die Friedenswächter der Galaxis.
Sie nutzen ihre Kraft zur Verteidigung und zum Schutz anderer,
nie jedoch zum Angriff.
Die Jedi achten alles Leben, in jeder Form.
Die Jedi dienen, anstatt zu herrschen,
zum Wohle der Galaxis.
Die Jedi streben nach Vervollkommnung durch Wissen und Ausbildung.

Kurz und knapp bedeutet dies einfach, dass die Jedi den Frieden in der Galaxis über alles andere stellen sollen. Es ist ihnen zwar erlaubt ein Leben zu nehmen, doch nicht aus eigener Intention heraus und nicht, wenn es umgangen werden kann, dieses Leben auszulöschen. Auch sollen sie Gewalt nicht aus ihren eigenen Zielen heraus einsetzen, sondern lediglich zur Verteidigung des eigenen Lebens oder zum Schutze der Galaxis.

Ein paar weise Typen, die dem Kodex folgen (Bild von caldwellart)
Ein paar weise Typen, die dem Kodex folgen (Bild von caldwellart)

Diesen Part des Jedi-Kodex kann ich guten Gewissens unterschreiben und bei diesem Part fühle ich mich den Jedi auch gedanklich relativ zugehörig. Es gibt dann aber auch noch den zweiten Teil des Kodizes: den Moral-Kodex. Und hier werden die Weltanschauungen der Jedi ein wenig… schräg.

Der Moral-Kodex der Jedi beschäftigt sich mit dem, was Jedi tun und lassen sollen, um zu verhindern, dass sie der dunklen Seite der Macht anheim fallen und dass ihre Anschauungen dadurch korrumpiert werden. Dabei sollen alle Jedi versuchen, sich den Kodex fest einzuprägen und sich daran zu halten, was aber ziemlich kompliziert ist, da scheinbar nicht einmal Meister Yoda die komplette Bedeutung des Kodizes erfasst haben soll.

Den ganzen Kodex hier abzubilden, würde den Rahmen sprengen – außerdem hab ich keine vernünftige Quelle dazu gefunden –, doch hier eine der zentralen Passagen, die jeder Jedi auswendig können muss:

Gefühle gibt es nicht,
Frieden gibt es.
Unwissenheit gibt es nicht,
Wissen gibt es.
Leidenschaft gibt es nicht,
Gelassenheit gibt es.
Tod gibt es nicht,
die Macht gibt es.

Was mich allen voran an dieser Weltanschauung der Jedi stört, ist, dass sie die Existenz von Gefühlen leugnen und dass in ihrer Sichtweise in letzter Konsequenz jedes Gefühl ultimativ zur dunklen Seite der Macht führt. Kleines Beispiel: Liebe führt zu Angst um den geliebten Menschen (oder Twi’lek oder was auch immer), führt zu Wut, wenn ihm/ihr etwas geschieht, führt zu Hass, auf denjenigen, der es zu verantworten hat und Hass ist Nährboden für die dunkle Seite der Macht.

Und der ist einfach Badass! Und folgt dem Kodex sicher auch... (Bild von nefar007)
Und der ist einfach Badass! Und folgt dem Kodex sicher auch… (Bild von nefar007)

Es macht schon irgendwo Sinn, ich finde jedoch, dass der alte Jedi-Orden mit diesen Grenzen zu weit geht. Der richtige Weg zu Stärke führt für die Jedi im Gegensatz zu den Sith also immer über Wissen und Training, während Sith die persönliche Stärke als wichtiger ansehen. Doch zu den Sith komm ich eh ein andermal. Interessant ist, dass es den Jedi große Stärke nicht leichter macht, dem Kodex richtig zu folgen.

Große Macht führe auch zu großer Verantwortung – Moment, das war aus Spiderman! Passt hier aber auch. Gerade für junge Jedi kann große Machtstärke einen verderblichen Einfluss haben und sie in die Arme der dunklen Seite treiben, wie es zum Beispiel Anakin Skywalker passierte – einem der mächtigsten Jedi und Sith aller Zeiten.

Finale Gedanken

Die Sichtweise der Jedi mag in vielerlei Hinsicht richtig und gut sein, jedoch finde ich, dass sie in einigen Aspekten zu radikal werden. Sie verbieten positive Aspekte des Lebens, nur um zu verhindern, dass vielleicht (!) etwas schlimmes passiert. Gerade diese Punkte werden jedoch im Kodex des neuen Jedi-Ordens wesentlich lockerer genommen, weshalb ich dessen Lehren leichter unterstützen kann. Zum Beispiel hat Luke Skywalker – Gründer des neuen Ordens – eine Frau und Kinder. Ebenfalls alles Jedi.

Wie denkt ihr über die Regeln des Jedi-Kodex? Findet ihr sie gut, oder wie ich zu radikal? Und könntet ihr euch vorstellen, diese im „Real Life“ zu berücksichtigen, wie die Anhänger des Jediismus? Hinterlasst mir doch einen Kommentar und sagt mir auch, über welche phantastischen philosophischen Strömungen ihr noch lesen wollt (:

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carmilla DeWinter sagt:

    Eh, als ich den zweiten Teil des Kodex zum ersten Mal gehört habe, dachte ich: „Gut, dass ich nicht zu dem Verein gehören muss“. An Gefühlen kommt eins als Mensch ja nicht vorbei – aber ich kann lernen, einen Schritt gedanklich rückwärts zu machen und dann hoffentlich besonnener handeln als ohne diesen Abstand. Genauso „Unwissenheit“ – an der kommt eins kaum vorbei. Die meisten Menschen ahnen gar nicht, wie viel sie eigentlich nicht wissen. (Die sogenannte „unbewusste Inkompetenz“ tifft ausnahmslos jede*n, auch mich.)
    Ergo: Ich finde den Spruch ähnlich doof wie Midichlorien.

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    1. Florian Born sagt:

      Jap. Jedi sind ein ziemlich verrückter Haufen 😀

      Aber auf der anderen Seite sind die Sith noch schlimmer, als sind wir froh, dass die Galaxis sie hat 😉

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      1. Carmilla DeWinter sagt:

        Eine weit entfernte Galaxis hat Jedi und Sith. Beide Truppen darf sie gern behalten, würde ich sagen.

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        1. Florian Born sagt:

          Gute Idee 😀

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  2. Can sagt:

    Hallo, ich finde diesen Beitrag sehr interessant und möchte darauf aufmerksam machen das der Kodex schnell missverstanden werden kann.
    Wir wissen alle das es Gefühle gibt. Und auch bei Jedi haben wir mehrfach gefühlsausbrüche erlebt.
    Der Kodex sagt nicht aus seine Gefühle zu ignorieren sondern, sich von diesen nicht einnehmen zu lassen. Reflektiert zu seinen Gefühlen zu stehen, die Herrkunft und Ursache zu verstehen. Wer dies weiß und seine Gefühle als Teil seiner selbst annimmt, sich jedoch davon nicht beherrschen lässt lebt in Frieden.
    Unwissenheit gibt es nicht nur Wissen: Das Wissen muss sich angeeignet werden. Es ist lediglich überall verstreut.

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    1. Florian Born sagt:

      Hallo Can,

      Danke für den Beitrag. Ich muss gestehen, da bin ich wohl ein wenig zu direkt an die Sache herangegangen und hab die Begriffe zu wörtlich verstanden.
      Danke für den Input!

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