Tods Abenteuer

Fürchtet ihr den Tod? Wenn nicht, dann solltet ihr mal Darksiders spielen. Wenn ihr die wilden Angriffe des mächtigen Reiters der Apokalypse einmal mit eigenen Augen gesehen habt, dann werdet ihr anders auf diese Frage antworten. Eines hab ich beim Spielen dieses Titels nämlich mit Sicherheit gelernt. Dass du ein NOOB bist?! Egal, wie mächtig du zu sein glaubst; spätestens, wenn der Grim Reaper seine Flügel ausbreitet und auf dich zu kommt, bist du am Arsch.

Neben der schieren Macht des Grim Reapers bietet die Darksiders-Reihe aber weit mehr Unterhaltung, vollgestopft mit ekelhaften Dämonen, schmierigen Händlern, Sarkasmus und Sprüngen durch die Zeit. Dabei schlüpft ihr im ersten Teil in die Rolle eines der Reiter der Apokalypse, Krieg, der beschuldigt wird, die Apokalypse auf die Erde gebracht zu haben – zu früh wohlgemerkt. Im zweiten Teil nehmt ihr die Rolle von seinem Bruder Tod ein, der alles daran setzt, die Unschuld seines Bruders zu beweißen.

Der erste Teil spielt dabei übrigens komplett auf der dystopischen Erde, die nach der fälschlicherweise herbeigerufenen Apokalypse von Dämonen und noch mächtigeren Gestalten beherrscht wird. Der zweite Teil zeigt euch bei weitem mehr Welten. Und ich spreche hier nicht einfach von Himmel und Hölle. Die Darksiders-Reihe verbindet nämlich geschickt die biblische Mythologie mit der germanischen.

Reiter und Feuriger Rat

Das ganze klingt ein wenig schräg, funktioniert aber durchaus gut, denn die Spiele-Macher – und später auch die Comic-Zeichner, die die Welt erweitert haben – haben zusätzlich neue Elemente darin eingeflochten, die die beiden „Sagenkreise“ gut miteinander verbinden. Mit den vielen Parteien, die dabei entstanden, ist es fast schon schwer den Überblick zu behalten, da jeder sein eigenes Spiel zu spielen versucht. Am wichtigsten sind aber wohl Engel, Dämonen und der Feurige Rat.

Presenting: Tod... (Bild von BenJi2D)
Presenting: Tod… (Bild von BenJi2D)

Der Feurige Rat hat die Aufgabe, den instabilen Frieden zwischen den Mächten des Himmels und denen der Hölle aufrecht zu erhalten. Mit all den anderen, die mitmischen wollen, ist das natürlich eine Herausforderung. DIch spreche zum Beispiel die Dämonin Lilith, die Nephilim, die sogenannten Erbauer, die stark germanische Götter erinnern, und ab einem bestimmten Punkt auch die Menschen. Aber die sind wie immer zu dumm, um irgendwas zu kapieren. Logisch.

Die verschiedenen Parteien sitzen zusätzlich noch in verschiedenen Welten, an den Ästen des Baum des Lebens/Todes. Wer hier eine Verbindung zum Weltenbaum Yggdrasil sieht, liegt gar nicht so falsch. Abgesehen von den Dämonen schaut übrigens auch nichts in den Welten so aus, wie man es erwarten würde. Engel zum Beispiel haben riesige Knarren und wirken, wie aus SciFi-Welten geklaut.

Engel und Dämonen

Die Geschichte treibt den Spieler im ersten Teil also als Krieg durch die dystopische Erde, wo er versuchen soll, das Chaos, das er verursacht hat, irgendwo wieder auszugleichen. Seine Aufgabe ist es, den Zerstörer zu töten, der die Erde nach ihrem Untergang beherrscht. Dafür braucht Krieg aber eine paar helfende Hände. Zu viel will ich aber nicht vorweg nehmen. Spielt das Ding einfach selst. Außerdem ist der erste Teil aus weltentheoretischer Sicht ohnehin nicht so interessant.

... und seinen Bro Krieg (Bild von Jax Graphix)
… und seinen Bro Krieg (Bild von Jax Graphix)

Im zweiten geht dafür die Post ab. Insgesamt sechs Welten bereist ihr als Kriegs Bruder Tod und raubt dabei so einigen Dämonen, Steinkriegern und Skeletten ihre Gliedmaßen. Ha! Wer braucht schon Arme und Beine!? Eben. Das Kampfsystem funktioniert dabei mit einer schönen Mischung aus Rollenspiel und Action-Adventure verdammt gut. Vor allem die Cut-Scenes zwischendrin sind verdammt cool und haben mir das ein oder andere „Haha! Scheiße!!! Wie geil!“ entlockt.

Aber zurück zu den Welten. Von der Welt der Toten über die der Erbauer und Außenposten von Himmel und Hölle bis hin zu einem kleinen Ausflug auf die dystopische Erde gibt es einiges zu sehen auf Tods Suche nach dem Quell der Seelen, mit dessen Hilfe er Kriegs Unschuld bestätigen will. Jede Welt strotzt dabei nur so vor Nebencharakteren, auch wenn man merkt, dass den Machern am Ende doch ein wenig die Ideen ausgingen. Das Ende ist doch etwas… dünn? Jap. So wie das von diesem Artikel? Klappe Sado.

Weltenwertung: Cool gemacht
Ich hab zwar viel positives zu melden gehabt – und die Spiele sind auch wirklich unterhaltsam – aber trotzdem haben mir Hintergründe, Nebenstränge und mehr gefehlt. Erst mit denen hätten die Welten die Tiefe erhalten, die sie verdient haben. Was zum Beispiel machen die Erbauer genau? Was ist mit den Nephilim? Zu viele Lücken in einem meiner Meinung nach absolut soliden Gerüst. Insgesamt also nur ein C.

So viel also zu Tods Abenteuern rund um den Feurigen Rat und wütende Engel, über die in den Spielen viel zu wenig erzählt wird. Das gute englische Wiki bietet dafür aber einen Haufen Infos für alle, die mehr wissen wollen. Außerdem wird Gerüchten zufolge aktuell an einem dritten Teil gearbeitet. Vielleicht wird es also bald mehr zu den Reitern geben.

Habt ihr Darksiders schon gespielt, oder habt ihr es vor? Und wie gefällt euch die Kombination der verschiedenen Mythologien? Gut, schlecht oder euch ziemlich wurscht? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Den zweiten Teil habe ich vor gut einem Jahr ausgespielt, während ich den ersten nur inhaltlich kenne. Ich fand das Spiel ziemlich solide, hatte auch meinen Spaß damit, bloß die Content-Gewichtung fand ich etwas misslungen. Die ersten beiden Welten (die genauen Namen sind mir missfallen), die Welt der Erbauer und die Welt der Toten dauern ewig lange und hatten zig Dungeons, während die letzteren eher kurz geraten sind. Auch der Endboss war eher mau.
    Dennoch würde ich nicht zurückschrecken, bei genügend Zeit den ersten Teil mal auszuprobieren oder den nächsten, falls denn so einer kommen sollte. Mittlerweile wurde THQ ja verkauft.

    LG,
    VTT

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, ich hatte das gleiche Gefühl. Irgendwie hat es gewirkt, als wär ihnen nach der Welt der Toten die Luft ausgegangen (leider). Sogar die Hauptdungeons sind gegen Ende schwächer geworden. Der erste spielt sich halt komplett anders, weil keine Rollenspiel-Elemente drin sind.

      Bezgl Teil 3: Die Rechte für Darksiders liegen aktuell beim Publisher Nordic Games und die sind im Gesprüch mit den Dudes von Ex-Entwickler Vivic, die jetzt einen neues Studio gegründet haben und momentan eher kleinere Sachen machen. Vivic selbst gibt’s aber auch noch, aber der ehemalige Chef ist abgesprungen und Vivic gehört zu Crytek und ist Engine-Betreuer (soweit ich weiß zumindest).

      Puh. Lange Erklärung! Auf jeden Fall gibt’s schon Hints ohne Ende 😉

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  2. Wortman sagt:

    Ist dieses Darksiders ein Paper & Pen Adventures?
    Der Grim Reaper klingt echt gut 🙂

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    1. Florian Born sagt:

      Darksiders ist ein Action-Adventure für Pc und Konsolen 😉

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      1. Wortman sagt:

        *öööh* Ok, ich bin kein PC- oder Konsolenspieler mehr 😉

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        1. Florian Born sagt:

          Leider keine andere Umsetzung 😀

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        2. Wortman sagt:

          Naja, kann man nix machen 😉

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