Markus Heitz — hier meine Meinung zu ihm

Fast immer, wenn ich in einer Bücherei bin und mir mit schräg gelegtem Kopf die Buchrücken durchlesen, stoße ich früher später auf folgenden Namen: Markus Heitz. Nun ja, das ist jetzt kein Wunder. Immerhin ist er einer der bekanntesten Fantasy-Autoren im deutschsprachigen Raum. Aber jedes Mal, wenn das passiert, stehe ich vor einem Problem. Es ist nicht so, als würde ich Markus Heitz nicht mögen. Ich mag seine Geschichten, seine teils sehr coolen Charaktere und vor allem seine Schreibweise, die mir das Gefühl gibt, ich würde mich gerade durch Diablo oder Sacred schnetzeln.

Leider jedoch habe ich das Problem, dass ich seine Bücher nicht immer lesen kann. Ich muss in der richtigen Stimmung sein, wenn ich seine Geschichten durchdrücken will. Das heißt, ich darf nicht in Stimmung für etwas Hochintelligentes oder gut Durchdachtes sein. Man kann über ihn nämlich sagen, was man will. Aber wirklich gut überlegt sind seine Geschichten meistens nicht. Viel zu oft stoße ich auf Dinge, die mich stören und an denen lasse ich euch jetzt gerne teilhaben.

Logik? Wofür?!

Lasst uns bei den Zwergen beginnen. Ich meine, ich mag Zwerge und Heitz hat nicht unwesentlich zu diesem Umstand beigetragen, aber man kann es übertreiben. Wieso werden die Zwerge und vor allem die Helden der Geschichte als unverwüstliche Krieger hingestellt? Sie bekommen Bolzen in den Körper gejagt und nach einem kurzen Moment der Schmerzen raffen sie sich wieder auf und kämpfen weiter. Das geht nicht. Das schafft niemand. Nicht einmal ein Zwerg. Und noch schlimmer ist ihr brillantes Geschick im Kampf, denn nur sie schaffen es, einen einzelnen Gegner, der zuvor unzählige ihre Verbündeten dahingerafft hat, zu besiegen. Und das, ohne einen Kratzer einzustecken.

Auf die Fresse! Zwergen-Style! (Bild von armandeo64)
Auf die Fresse! Zwergen-Style! (Bild von armandeo64)

Kaum jedoch wechselt die Sichtweise oder der erzählende Charakter, sind die Zwerge nicht mehr so stark. Bei den Albae nämlich, jener Buchreihe, die vor „die Zwerge“ spielt, werden sie als bedeutend einfachere Gegner hingestellt. Und gleiches gilt auch umgekehrt. Die Albae sind für einen Zwerg doch kein Problem. Zumindest wenn der Zwerg der Protagonist der Szene ist.

Noch so ein Punkt sind die Namen der Welt, in der das Ganze spielt. Das Geborgene Land und das Jenseitige Land. Im einen leben die Guten und im anderen die Bösen. Und die Form des geborgenen Landes? Es ist rechteckkig. Es ist als hätte er ein Blatt Papier genommen, es ein paar Mal geteilt und dann „Geborgenes Land“ darüber geschrieben. Die Gebirge, in denen die Zwerge regieren, sind rundherum am Rand. Und wie sind sie benannt? Nach Farben. Selbstverständlich hat jedes eine andere Farbe.

Mal ehrlich: Wer braucht die schon!?

Von der Feuerklinge will ich gar nicht erst anfangen. Um diese mächtige Axt herzustellen brauchen sie bestimmte Materialien, damit sie dann einen magischen Effekt bekommt. Woher dieser kommt, wird natürlich nie erklärt und sie zeigt ihn auch kaum. Es ist eigentlich eine ganz normale Axt, zumindest bis man damit auf den richtigen Feind einzudreschen versucht. Dann zieht sie nämlich auf einmal magische Schlieren hinter sich her. Warum auch immer.

Außerdem verstößt er gegen das, was mich am meisten stört, wenn es jemandem passiert. Er verstößt gegen die Regel der Konsistenz im eigenen System und findet — oder erfindet — immer wieder Lücken, um diese zu umgehen.

Betrunken funktioniren die Bücher sicher super (Bild von Art-Anon)
Betrunken funktioniren die Bücher sicher super (Bild von Art-Anon)

Warum schreibe ich das alles jetzt? Zum Einen, weil ich mich unheimlich gern über Markus Heitz und die Tatsache, dass er trotz all dieser angeführten Punkte immer noch unzählige Bücher vertickt, aufrege, und zum anderen, weil er vor kurzem wieder ein Buch herausgebracht hat. Der fünfte Teil der Zwerge-Reihe erzählt die Geschichte der vier letzten Bücher weiter und würde mich wahrscheinlich wahnsinnig machen. Deswegen lass ich auch die Finger davon!

Zusammenfassnd: Wenn ihr euer Hirn weglegen und einfach etwas zu lachen haben wollt, dann ist Markus Heitz der richtige Autor für euch. Wenn ihr aber gut durchdachte und gemachte Fantasy á la J. R. R. Tolkien und George R. R. Martin wollt, dann solltet ihr aber besser die Finger von seinen Büchern lassen. Und sollte Markus Heitz selbst diese Zeilen lesen, bitte nicht beleidigt zu fühlen. Ich habe die Bücher trotz allem, was ich zuvor aufgeführt habe, sehr genossen 😉


Habt ihr schon Bücher von Markus Heitz gelesen und wenn ja, wie gefallen sie euch? Und welche Autoren kennt ihr, die es mit der Konsistenz im eigenen System auch nicht so ernst nehmen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Das Einzige, was ich vom Heitz kenne, ist DIE MÄCHTE DES FEUERS mit Drachen und Séancen und Dampfschiffen und so. Wenn ich mir jetzt die Inhaltsbeschreibung durchlese, klingt es genau nach etwas, was ich heute auch gern lesen würde. Aber das Buch hat mich damals kalt gelassen und sogar genervt.
    Nun weiß ich nicht, wie repräsentativ das ist neben den beliebten Zwergen-Romanen, aber ich fand den Schreibstil zu platt, die Dialoge zu abgedroschen und zum Augenrollen und die Figuren zu „toll“ – ich stehe nicht auf diese Kick-ass-Helden mit lockeren Sprüchen auf den Lippen und keinerlei charakterlichen Schwächen außer ihrer gesellschaftlichen Unangepasstheit (wieder Augenrollen). Außerdem waren mir die Drachen zu albern, zu „menschlich“, da fehlte mir die Würde und Gelassenheit, die ich Lebewesen mit einer so langen Lebensdauer zuschreibe.
    Für mich gehört Markus Heitz in den Topf an Fantasyautoren, die ich nicht gern lese, weil mir ihr Schreibstil nicht zusagt und mir die Tiefe in Figuren und Geschichte fehlt (z.B. Bernhard Hennen, Thomas Finn, Wolfgang Hohlbein etc.). Für meinen Geschmack sind deren Geschichten in erster Linie auf Action und Holzhammerhumor getrimmt, das ist einfach nicht meins.

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    1. Florian Born sagt:

      Bei mir ist es eher so, dass ich mich darauf einlassen muss. Gleiches gilt für Hack’n’Slay-Rollenspiele und die Underworld-Filme. Manchmal passt’s, meistens ist es mir doch zu doof 😀

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      1. Bei Romanen finde ich es mittlerweile schwierig, mich auf eine reine Spaß-und-Action-Geschichte einzulassen, ohne mich von Sprache oder inhaltlicher Ausgereiftheit tangieren zu lassen. Ist wohl so, seit sich mein eigenes Schreiben weiterentwickelt hat. Ich weiß, dass ich früher Hohlbein und Hennen durchaus genossen habe. Von Filmen hingegen lasse ich mich gerne mal stumpf berieseln – Augenunterhaltung nutze ich schamlos als Hypnosemittel aus. 🙂
        Obwohl die beiden Unterhaltungsmedien sich in ihrer Funktion ja recht ähnlich sind, mache ich da eine klare Unterscheidung, aber ich schätze, das lässt sich eben alles aufs Selbstschreiben zurückführen. Ich will mich von guter Lektüre beeinflussen lassen! Wäre ich Filmemacher, wäre die Sache vielleicht umgekehrt. Aber so ist meine Amüsementfähigkeit bei Filmen immer noch sehr ausgeprägt. Kann nicht schaden. 🙂

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        1. Florian Born sagt:

          Was bei mir noch hinzu kommt (ja hinzu, ich probier mich ja doch hin und wieder mal als Schreiberling größerer Projekte aus), ist, dass ein Film nach zwei/drei Stunden wieder rum ist. An einem Buch sitzt man dann doch gute zwei Wochen im Schnitt. Deswegen sind für mich Comics auch als gern gesehene „stumpfe“ Unterhaltung im Regal 😉

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  2. Jery Schober sagt:

    Ich habe noch nichts von Heitz gelesen, aber mir gefällt deine Einstellung – nicht jede Unterhaltung muss himmelreichendes Niveau haben. Manchmal sind unlogische, bluttriefende, heldenverehrende Bücher genau das, was wir brauchen.
    Oh, und ein „yeah high five“ für Diablo und Sacred, die einzigen Computerrollenspiele, die mich je interessiert haben 😀

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    1. Florian Born sagt:

      „Yeah high five!“

      Ich zock aktuell wieder das erste Sacred am Laptop (perfekt für etwas ödere Vorlesungen, wenn auch anstrengend mit dem Touchpad). 😀
      Meine Einstellung zu Büchern betrifft aber nicht nur diese, sondern auch vieles anderes -> siehe Antwort an absinthefreund 😉

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  3. chickinwhite sagt:

    Ich bin auch schon zig mal an den Zwergen vorbeigelaufen…. aber aus irgendeinem Grunde ziehen die mich nicht so recht. Dann bekam ich zum Geburtstag „Exkarnation“ geschenkt. Und muss sagen WOW““
    Actionreicher Thriller auf Fantasy Basis, mit ein paar wirklich coolen Ideen…
    Aber, auch wenn ich das Buch am Stück verschlungen habe – ich kann einfach nicht mittendrin aufhören, solange es mich nicht wirklich nervt oder meinen Verstand beleidigt 😉 Letztlich wäre weniger manchmal einfach mehr! Immer mehr und noch mehr Action auf Kosten der Glaubwürdigkeit macht schon manchmal auch Mühe durchzuhalten…
    Alles in allem fand ich Exkarnation gute Unterhaltung, aber es hat mich nicht zum Fan gemacht…
    (KEIN Vergleich zu Brandon Sanderson oder Brent Weeks oder „lesigh“ – Patrick Rothfuss…)

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    1. Florian Born sagt:

      Exkarnation kenn ich ehrlich gesagt nicht und da meine Aversion gegen den werten Herren seit einiger Zeit immer größer wird, lass ich wohl besser auch die Finger davon.

      *screamingLikeALittleGirl* BRENT WEEKS!!!! Ich vergöttere diesen Mann! Und ich freu mich schon so extrem auf den dritten Lightbringer-Teil, auch wenn ich keinen Plan mehr hab, was während dem letzten passiert ist 😀

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