Monster im Spotight: Die Harpyien

Egal ob nun in der Fantasy, in der Science Fiction, im Horror oder in der Mythologie, Monster spielen eine große Rolle und stellen die Helden oder auch die Widersacher oft vor große Herausforderungen. In der Reihe „Monster im Spotlight“ stelle ich immer wieder mal ein Monster vor, das es mir aus irgendeinem Grund angetan hat. Dieses Mal:

Die Harpyien

Es gibt Wesen in der griechischen Mythologie, die Männer mit ihrem Gesang einlullen können, ihnen ihren Willen aufzwingen können und sie damit in den Tod locken können. Im Gegensatz zu dem lieblichen Gesang der Sirenen stehen die Harpyien, die ihre Zeit gerne damit verbringen, den Sterblichen oder Toten mit ihrem Geschrei auf die Nerven – sofern vorhanden – zu gehen. So zumindest ist mir das vorgekommen, als ich ihnen in His Dark Materials und Dragon’s Dogma begegnet bin.

Wer einen Blick in die griechische Mythologie wirft, wird jedoch erkennen, dass die Kreuzungen aus Frau, Greifvogel und Kreide, die auf der Tafel quietscht, weit mehr auf dem Kasten haben, als Leute zu ärgern. Die zwei bis fünf „Damen“ – je nach Überlieferung schwankt die Zahl – sind die Kinder des Meerestitanen Thaumas und der Okeanide Elektra. Namentlich genannt werden dabei zumindest Aello, Okypete, Podarge und Kalaino.

Meine Dame. Was machen Sie auf meinem Dach? (Bild von znodden)
Meine Dame. Was machen Sie auf meinem Dach? (Bild von znodden)

Sie werden zunächst als wunderschöne Frauen mit gelocktem, blondem Haar und Flügeln von Vögeln beschrieben und „mutieren“ im Laufe der Zeit dann zu hässlichen Kreaturen mit hellen Haaren. Wohnhaft in einer Höhle auf Kreta sind sie Zeus unterstellt und müssen auf sein Geheiß Leute töten, die er nicht mag, und Seelen in den Tartaros begleiten. Das ist ein Teil der Unterwelt, der noch unter dem Hades liegt. Richtig richtig miese Gegend also.

Damit das alles glatt läuft sind sie erstens schnell wie der Wind und zweitens auch noch unverwundbar – zumindest in der klassischen Mythologie; in Dragon’s Dogma hilft ein Bogen gegen sie. Und auch Herakles holt gemeinsam mit den Argonauten eine von ihnen vom Himmel. Auch mit einem Bogen. Die Boreaden – also Söhne des Nordwindes Boreas – haben aber geholfen, sonst wär das sicher nicht so einfach gewesen.

Während sie in der klassischen Mythologie wirklich was auf dem Kasten haben, unterscheiden sich moderne Inkarnationen von ihnen sehr stark. In Dragon’s Dogma sind sie mehr oder weniger Kanonen- oder eigentlich eher Bogen- und Schwertfutter. In His Dark Materials schützen sie den Eingang in die Welt der Toten. Die Toten dürfen diese nämlich erst dann betreten, wenn sie den Harpyien ihre wahre Lebensgeschichte erzählt haben. Die geflügelten Damen stehen nämlich scheinbar voll auf spannende Stories. Erst Will und Lyra… Halt!!! Sonst spoilerst du hier noch rum! Danke Sado! War knapp…

Weitere Inkarnationen der geflügelten Plagen tauchen auf in Ronya Räubertochter – hier unter dem Namen Wilddruden –, in Das Letzten Einhorn und in den Klippenland-Chroniken auf. So gesehen wirken die Harpyen ja schon fast ein wenig overused… Würd ich jetzt nicht sagen, weil ihnen immer wieder unterschiedliche Rollen zugesprochen werden. Manchmal als Widersacher, manchmal als Begleiter.

Warum mag ich die Viecher?

Darauf kann ich keine ehrliche Antwort geben, weil eigentlich kann ich die Harpyien auf den Tod nicht ausstehen. Meistens werden sie als hässlich, grausam und furchtbar nervig dargestellt und auch ihre Aufgabe in der klassischen Mythologie ist nicht gerade freundlich. Ich würd mich aber gern mal vom Gegenteil überzeugen lassen.

Fun Fact am Rande: Es gibt eine südamerikanische Greifvogelart, die nach der mythologischen Harpyie benannt wurde. Schaut aber nicht wirklich aus wie eine Frau. Was aber so aussieht, ist der Jungfrauenadler, der oft in der Heraldik aufkommt. Also auf Wappen und sowas. Ironischerweise soll der unabhängig von dem griechischen Ungeheuer entstanden sein.

Was sagt ihr zur Harpyie? Findet ihr sie so nervig wie ich, oder habt ihr ein anders Bild von ihr? Und welches Monster soll ich mir als nächstes anschauen? Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Mutter Natur ist ein böses Weib oder war das Zeus? 😉
    wie wäre es mit dem Blob?… Ok, hat nix mit Mythologie zu tun… Dann den Minotaurus oder (wenn auch kein wirkliches -Monster:) der Zentaur?

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    1. Florian Born sagt:

      Mythologie ist optional! 😀 Ich hab auch schon einen Artikel über den Rancor aus Star Wars in Vorbereitung 😉

      Die Andere kommen auf meine Liste 😉

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      1. Wortman sagt:

        Der Rancor? Auch nicht schlecht 🙂
        Dann hätte ich den Goose 😉

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        1. Florian Born sagt:

          Sagt mir zwar nix, aber kommt auf die Liste!

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        2. Wortman sagt:

          War eigentlich ein Gag. Das tier kommt in der serie Hypernauts vor. Hier in folge 6 kommt es am Anfang öfters vor.

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  2. „Richtig richtig miese Gegend also.“ Schön gesagt 😉

    Persönlich bin ich auch etwas im Zwiespalt mit diesen Wesen. Irgendwo finde ich die Idee cool, andererseits haben mir die modernen Harpyien ein wenig die Lust auf sie geschmälert. In diversen Spielen sind sie nämlich wirklich eher überflüssige Stolpersteine, die nur nerven.

    Weil wir gerade bei Harpyien sind, fällt mir ein lustiger Text auf einer Magic-Karte dazu ein: „Goldmünze, verbeulter Helm, gebrochener Unterarmknochen – all diese Dinge haben den gleichen Wert in den Augen einer Harpyie.“
    Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, hab ich mich schief gelacht 😀

    LG,
    VTT

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, in Spielen sind sie in der Tat einfach nur lästig. Trotzdem schön, wenn sie von zum Beispiel Pullman eine so wichtige Rolle zugesprochen bekommen. Und in der Mythologie sind sie ja auch nicht komplett für’n Arsch 😉

      Die Karte bringt diese Biester auf den Punkt 😀

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