Landkarten, Reiseführer und ein Kochbuch… Fantasy wird real

Rund um die Scheibenwelt von Terry Pratchett gibt es mittlerweile Unmengen an Sekundärliteratur, welche sie aus unseren Köpfen in die Realität holt. Neben der Vorstellungskraft der Leser und Leserinnen machen nämlich auch die Zusatzwerke die Fantasy-Welt lebendig. In den nächsten Artikeln werde ich mich deswegen mit den zahlreichen Erweiterungswerken beschäftigen. Los geht es in diesem Beitrag mit den Landkarten der Scheibenwelt… und Nanny Oggs Kochbuch, als kleinen – schmackhaften – Zusatz.

Vollsthändiger und unentbehrlicher Stadtführer von gesammt Ankh-Morpork*

Wer auf Zweiblums Spuren wandeln und Ankh-Morpork als Tourist erkunden möchte, darf auf dieses Werk auf keinen Fall verzichten. Mit dem Straßenverzeichnis kann man sich erfolgreich durch die Stadt navigieren (wer weiß schon auswendig, wo die Heulsusenpromenade oder der Schnappdichweg ist) und die feinsten Gaststätten und Lokale ausfindig machen. Es soll ja sogar noch bessere Gasthäuser geben, als die Geflickte Trommel – auch wenn ich das persönlich für ein Gerücht halte. Wie in jedem guten Reiseführer findet man aber auch wichtige Tipps zum Umgang mit Einheimischen und ihren Gepflogenheiten, immerhin ist nicht jedem Besucher klar, wie man mit den hart arbeitenden Mitarbeitern der Diebesgilde umzugehen hat. Das Highlight ist jedoch die liebevoll gezeichnete Stadtkarte im verblichenen Retro-Look. Man möchte sich ja nicht verirren.

*Kein Rechtschreibfehler, das Buch heißt echt so.

Die schönen Seiten Ankh Morporks (Bid von WinterSpider)
Die schönen Seiten Ankh Morporks (Bild von WinterSpider)

Die Straßen von Ankh-Morpork

Bevor es den Stadtführer gab (der, wie wir nun wissen, absolut unentbehrlich ist), gab es „Die Straßen von Ankh-Morpork“. Diese Karte der Hauptstadt hat mit dem Reiseführer quasi ein Update erfahren, da Pratchett seit 1983 immer wieder neue Teile hinzufügte, ähhm die Bewohner ihre Stadt ausbauten. Gebäude wurden umgebaut, alte abgerissen, neue aufgestellt und Pratchett hat sich hier und da auch mal vertan und Fehler gemacht und manche Sehenswürdigkeiten wanderten auf magische Weise an andere Plätze. Wer diese Karte aus den 90ern bei sich zu Hause hat, darf ein Stück Scheibenwelt-Geschichte sein Eigen nennen, Fans, die zum ersten Mal in eine Scheibenwelt-Karte investieren, sei dann zwecks Aktualität doch der Stadtführer ans Herz gelegt.

A Tourist Guide to Lancre

Ahh Lancre, das wahrscheinlich spannendste Königreich der Scheibenwelt. Hier verliebte sich einst Tods Urlaubsvertretung Mort in die ansässige Prinzessin, verhinderte ihren Tod und führte damit fast das Ende der Realität, wie wir sie auf der Scheibenwelt kennen, herbei. Seufz, die erste Liebe kann so schön sein. Das Königreich beheimatet neben vielen anderen lieb gewonnenen Charakteren übrigens auch Nanny Ogg, über deren Kochbuch es weiter unten noch mehr zu lesen gibt. Statt einem richtigen Stadtführer kann man sich von diesem (englischsprachigen) Werk eher eine Karte mit kleinem Bonusmaterial erwarten. Ihr Stil dürfte Fans gleich bekannt vorkommen, wurde sie doch von Paul Kidby, langjährigem Illustrator der Pratchett-Bücher, entworfen.

Und die weniger schönen... (Bild von jameli)
Und die weniger schönen… (Bild von jameli)

Death’s Domain

Aus zahlreichen Büchern mit Tod als Hauptfigur, kennen Fans seine Residenz mittlerweile ziemlich gut. Noch besser kann man sich sein außergewöhnliches Refugium jedoch mit der (ebenfalls von Paul Kidby gezeichneten) Karte seiner Ländereien ins Gedächtnis rufen. Das Ganze ist demnach auch keine Straßenkarte, sondern hat eher was von einem Gemälde, auf dem man, alle aus den Büchern bekannte Orte und sogar Binkys Stall, findet. Wer sich jetzt allerdings fragt, wer Binky ist, wird mit der Karte nicht viel anzufangen wissen. Warum liest du diesen Artikel dann überhaupt? Auch diese Karte kommt auf Englisch und mit einem kleinen Booklet daher.


Nanny Oggs Kochbuch

Nanny Ogg hat für dieses Werk nicht nur Rezepte aus allen Ecken der Scheibenwelt zusammengesucht, sondern auch das Geheimnis ein paar ihrer eigenen Leckereien preisgegeben. So können sich Hobbyköche und -köchinnen zum Beispiel an einer traditionellen Rattenpizza versuchen (Hey, auch der Rattentod braucht einen Job!) oder Lord Vetinaris Leibspeise zubereiten. Letzteres ist besonders für Anfänger geeignet („Brot und Wasser“ ist wohl selbsterklärend). Netterweise wurden alle Zutaten, die nur in der Scheibenwelt erhältlich sind, in den Anleitungen um unsere Zutaten aus der Rundwelt ersetzt, womit Nanny Oggs Kochbuch nicht nur ein nettes Sammlerstück für Fans, sondern auch wirklich zum Nachkochen geeignet ist. Es wurde, anders als die Karten von Lancre und Tods Domizil, ins Deutsche übersetzt und glänzt erneut mit Kidbys Illustrationen. Mahlzeit!

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carmilla DeWinter sagt:

    Landkarte und Kochbuch sind vorhanden, was ich auch über drei Jahre hinweg benutzt habe, sind die Terminkalender – manchmal waren die Zeichnungen am Oktotag der einzige Lichtblick im Unterricht.

    Gefällt 1 Person

    1. Von den Terminkalendern habe ich noch gar nichts gewusst, aber das hab ich gerade nachgeholt. Die sind ja super! Jetzt weiß ich schon, was ich mir zu Weihnachten wünsche. 🙂

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