Me want brains!

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Zombies. Welch majestätische Geschöpfe sie doch sind. Mit ihrem stolzen Gang, ihrem exquisiten Geschmack und ihrer galanten Sprechweise, sind sie seit Jahren, wenn nicht gar Jahhunderten, ein Vorbild für Monster rund um den Globus. Oder waren das die Vampire? Oh, ja! Da hab ich ja glatt was verwechselt! Die Vampire waren es, die in den letzten paar Jahrzehnten ein radikales Revival erfahren haben! Doch was ist mit Zombies?

Naja, sie haben hie und da mal ein paar neue Kräfte verpasst bekommen. In der Nacht tauchen in Dying Light zum Beispiel schnelle Zombies auf, die dich durch die Straßen jagen können. Manchmal haben sie auch eine neue Ursprungsgeschichte verpasst bekommen. Die Last of Us-Zombies entstehen durch gerhinwaschende Pilze und werden dadurch zu den willenlosen Kreaturen, die wir kennen und lieben.

Warum bekommen aber Vampire, Werwölfe und Dämonen alle ein sexy neues Image verpasst und Zombies sind weiterhin die stolpernden dummen Geschöpef, die eigentlich zu nichts anderem dienen, als das neue Katana an ihren auszuprobieren? Könnte vielleicht daran liegen, dass verfaulende Haut, abfallende Körperteile und langsames Dahinwanken im normalen Sprachgebrauch nicht in die Kategorie „sexy“ fallen…

Where brains at?!

Da könnte was dran sein… Trotzdem finde ich, dass die armen Geschöpfe auch mal ein wenig Anerkkenung verdienen. Zum Beispiel: Wo bleiben die epischen Geschichten aus der Sicht eines Zombies?! Warum kriegen Vampire und Werwölfe Geschichten und Zombies nicht? Weil die epische Quest nach den braaaaaaiiiiins nicht besonders aufregend erscheint… Dass du auch immer etwas zu meckern haben musst!

So schauts meist nach einer Runde Munchkin-Zombies aus. Basilikum optional :)
So schauts meist nach einer Runde Munchkin-Zombies aus. Basilikum optional 🙂

Aber ich hör schon auf den Teufel an die Wand zu malen und such mir stattdessen die positiven Sachen raus. Die da wären? Mir fiele zum Beispiel das Karten-Rollenspiel Munchkin ein, die eine eigene Edition mit Zombies gemacht haben. Das Spannende daran ist hier die Sichtweise. Die Spieler sind nämlich keine epischen Zombie-Jäger mit dem Ziel, diese auszulöschen. Nein, sie sind die Zombies auf der Jagd nach Gehirnen.

Klar, hier ist der Aspekt klar auf der humoristischen Seite, ich finde den Zugang zum Thema trotzdem ziemlich genial. Man ist am Anfang ein einfacher Zombie und je mehr Feinde mehr besiegt, also quasi je mehr Gehirne man sich einverleibt, desto mächtiger wird man. Man kann sich sogar Ausrüstung aus der Umgebung zusammensuchen. Waffen wie Arme und Beine, Briefkästen und Vogelhäuschen als Kopfbedeckung, sowie Mausefallen als Schuhe runden das stimmige Bild ab.

Give brains!

Das ist zwar ziemlich amüsant, aber in ein besseres Licht werden die stolpernden Kameraden hier auch nicht wirklich gerückt. Von einem wirklichen Revival kann man hier also auch nicht wirklich sprechen. Es fehlt immer noch etwas. Also ich weiß nicht, was du hast! Zombies mit Autotüren als Rüstung und herausgefallenen Augen als Wurfgeschosse, sind super für ihr Image!

Einen ähnlichen und doch komplett anderen Zugang zum Thema als Munchkin-Zombies scheinen die Macher des Rollenspiels I Am Zombie unter Mark Rein-Hagen zu verfolgen. Das Rollenspiel des Machers von Vampire: The Masquerade möchte die Zombies in ein neues Licht rücken. Mit dem Xenocosm versuchen sie eine tiefgründige Welt für die Zombies zu erschaffen, ohne allerdings deren Düsternis, wie wir sie aus Walking Dead und unzähligen Spielen kennen.

Ein neuer Zombie? (Bild von I Am Zombie)
Ein neuer Zombie? (Bild von I Am Zombie)

Die Zombies in I Am Zombie werden Toxics genannt und haben eine Zivilisation innerhalb unserer gebildet. Sie fürchten einerseits den Ausbruch einer Epidemie und andererseits die eigene Auslöschung durch das Militär. Dabei werden sie von Regierungen unterdrückt und gejagt und selbstverständlich hat auch die Kirche etwas gegen die Zombies.

Ob mit dem Spiel ein Umbruch in der Anschauungsweise von Zombies entstehen, kann ich selbst noch nicht sagen. Bisher bin ich nur durch eine Presseaussendung auf das Spiel aufmerksam geworden, deshalb kann ich noch nicht sagen, ob die Umsetzung das verspricht, was die Idee hält. Dafür muss ich mir erst zwei oder drei Mitspieler zusammensuchen. Also würde jemand Zeit mit DIR verbringen! Das sagst gerade du? „grummel grummel“ Wie war das? Nichts…

Nun zu euch: Findet ihr auch, dass die Zombies ein Revival verdienen, oder seid ihr mit deren heutiger Rolle soweit zufrieden? Wie findet ihr die Ansätze von Munchkin und I Am Zombie? Und kennt ihr noch andere Zugänge an die Thematik? Hinterlasst mir doch einen Kommentar! Ich freu mich auf die Diskussion mit euch (:

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nerd Wiki sagt:

    Hab ein Interview mit dem Schöpfer geführt. Cooler und sehr kreativer Typ. Aber ich warte bis ich das Regelwerk in den Händen halte, bevor ich mich dazu äußere. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich einen Zombie spielen will, egal wie gepimpt er ist. Da fehlt mir einfach die notwendige Dramatik und der Pathos, wie ich es von z.B. Vampire the Masquerade gewohnt bin.

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    1. Florian Born sagt:

      Hab mir – zumindest das Presse-Kit – durchgeschaut und die Welt klingt schonmal reichlich düster. Das Interview würd mich interessieren 😀
      Link?

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        1. Florian Born sagt:

          Kein Problem! Werd es trotzdem voller Vergnügen lesen 😉

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  2. Warum Vampire ein neues Image verpasst bekommen haben liegt mit Sicherheit daran, dass das Trinken von Blut und auch das Pfählen (um sie zu töten) von jeher eigentlich erotische Motive sind. Bei gehirnverspeisenden Wesen wirkt das irgendwie ein bisschen, hm, eklig?
    Aber vielleicht ist das auch nur Gewohnheitssache, immerhin hat Isaac Marion es in Warm Bodies auch geschafft, dass man R total mag und ihn als Person, weniger aber als Zombie, wahrnimmt.

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    1. Florian Born sagt:

      Da kann schon was dran sein, aber wenn man bedenkt, wo der Vampir eigentlich hergekommen ist – war ja anfangs auch nichts wirklich anderes als ein Zombie – hat er sich doch ein wenig gemausert 😀
      Aber vlt ist ja im NWP Platz für emanzipiertere Zombies 😀

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  3. Ich finde Zombies sehr symphatisch, die interessieren sich wenigstens für unsere Köpfchen.^^ Aber in einem Punkt muss ich dir ausnahmsweise widersprechen: Basilikum ist nicht optional, sondern absolut notwendig für Zombie-Munchkin. Wie würzt man die erbeuteten Gehirne denn sonst? 🙂

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    1. Florian Born sagt:

      😀 Daran hab ich gar nicht gedacht… Würd aber auch eher zu einer Olivenöl-Rosmarin-Marinade greifen 😉

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