Ein Geständnis #NWP

Einst – lange bevor die Geschichtsschreiber der ältesten Völker auch nur daran gedacht hatten, alles niederzuschreiben, was für die Geschicke ihres Reiches wichtig sein könnte, ja lange bevor diese auch nur geboren waren – war der Ort, der heute diese Welt ist, nichts weiter als Chaos. Hitze und Kälte, Licht und Dunkel, Gut und Böse, alles war eins und doch nicht. Der Urzustand einer jeden Welt: Das pure Chaos.

Doch mit der Zeit kehrte Ruhe in dieses Chaos ein. Manche schreiben diese Wundertat der Zeit zu. Manche sagen, ein Gott wäre dafür verantwortlich. Manche sagen gar, dass es ein Volk war, älter als jedes, dass diese Welt heute bevölkert, gekommen von einer anderen Welt um diese zu befrieden. Nur ich weiß, was wirklich geschehen ist. Wer ich bin? Manche nennen mich einen Gott, manche einen Vagabunden, manche eine Hure.

Ich bin ein Wanderer

In jenem Volk, dass von den Sterblichen oft fälschlicherweise als Götter verehrt wird, bin ich einer jener, die durch die Welten streifen und das Geschick jener Wesen beobachten, die mein Volk zu schützen und zu lenken geschworen hat. Meine Aufgabe ist es, zu sehen, zu hören und zu melden. So war es immer, so wird es immer sein. Das sollen zumindest alle glauben.

Der Wanderer auf seinen Reisen (Bild von Marcodalidingo)
Der Wanderer auf seinen Reisen (Bild von Marcodalidingo)

Doch selbst eine Wanderin wird irgendwann des Wanderns müde. Auch ein Beobachter wird irgendwann des Beobachtens müde. Es liegt länger zurück, als selbst ich mich erinnern könnte. Irgendwann auf meinen ewigen Wanderungen verließ ich die Sphären einer Welt und erwartete, in die nächste zu gelangen. So wie es immer war. So wie es immer sein wird. Doch dem war nicht so.

Was ich stattdessen erblickte, war Chaos. Nicht das Chaos des Krieges, nicht das Chaos des Sterbens einer Welt. Nein. Das Chaos, dass am Anfang von allem steht. Hitze und Kälte, Tod und Leben, Licht und Dunkel. Alles stürmte zugleich auf mich ein und doch nicht. Ich war überwältigt von all den Kräften, die auf mich niedergingen. Ich konnte mich nicht bewegen. Für wie lange, weiß ich nicht. Doch spielte Zeit keine Rolle an diesem Ort jenseits Allens, was selbst mein Volk verarbeiten könnte.

Ich bin ein Verräter

Irgendwann, ich weiß nicht, wie lange ich der ungezähmten Kraft des Chaos‘ ausgesetzt war, riss ich mich los. Mir war klar, dass ich das melden musste. Das Konzil musste erfahren, dass eine Welt bereit war, geboren zu werden. Das war die Aufgabe der Wanderer. So war es immer. So würde es immer sein. Doch, warum? Warum sollte es meine Aufgabe sein, nur zu wandern, nur zu beobachten?

Ja… Warum? Warum sollte ich diesen Ort voller Macht und Energie verlassen? Warum sollte ich ihn anderen überlassen, die ihn würden formen dürfen? Schließlich war ich es, die ihn gefunden hatte. Ich hatte diese Welt entdeckt, warum sollte nicht ich ihr Leben einhauchen dürfen?! Ich hatte alle Kräfte, die die anderen meines Volkes haben. Ich wäre genauso in der Lage dazu, dieser Welt die Ordnung zu geben, die sie brauchte.

Ich sogar mehr als jeder andere! Wir Wanderinnen durchstreifen mehr Welten, als das Konzil sich überhaupt in Erinnerung rufen kann. Ich weiß mehr über das Gefüge der Welten als die meisten meines Volkes. Wenn irgendjemand eine Welt erschaffen könnte, dann doch wohl ich. Ich brauchte das Konzil nicht!

Ich bin ein Schöpfer

Ehe ich mich versah, begann ich, die Kräfte, die jedes Mitglied meines Volkes von Geburt an in sich trägt, zu nutzen. Zum ersten Mal zu nutzen. Ich ließ die ungezähmte Energie dieser ungeborenen Welt durch mich hindurchfließen und begann sie nach und nach zu reinigen, zu trennen, zu ordnen. In meinen Gedanken flammten die unzähligen Welten auf, die ich auf meinen Reisen durchstreift hatte.

Riesige Welten, von mehr Völkern bewohnt, als man zählen könnte. Kleine Welten, nicht größer als Städte, von Intrigen heimgesucht. Fliegende Inseln, Archipele der Lüfte und auch welche der Meere. Endlose Ozeane und Wüsten. All diese Bilder stürmten auf mich ein und boten mir Möglichkeiten. Doch noch war es nicht so weit. Erst musste das Chaos geordnet werden. Erst dann. Erst dann.


Damit nimmt eine Welt – unsere Welt – ihren Anfang. Ich hoffe, euch gefällt meine Idee des rebellischen Gottes. Ich brauchte eine Möglichtkeit, um die Entstehung unserer Welt in eine Geschichte zu packen und ich dachte mir, dass die Perspektive eines unerfahrenen Gottes diesen Dienst perfekt erfüllen würde. Zumindest am Anfang ist das, glaube ich, eine gute Alternative, sodass ihr auch was interessantes zu lesen bekommt.

Wie sich am Ende des ersten Textes schon abgezeichnet hat, geht’s in der Umfrage dieses Mal um die Form der Welt, die unser Wanderer – die sich zur Schöpferin auserkoren hat – wählen wird. Und da wir ihm nicht zu viel Entscheidungsfreiheit lassen wollen, überlasse ich diese Entscheidung euch.

Ich hab eine Auswahl zusammengestellt, die hoffentlich alle Gemüter zufriedenstellen wird. Hier also die Frage dieser Woche. Das Ergebnis werd ich – wie schon diese Woche – am Montag auf Facebook und Twitter veröffentlichen. So lange läuft die Umfrage auch. Fröhliches Abstimmen!

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