Aktive Götter im Real Life

Man stelle sich vor, es gäbe Götter. Ähm! Jaja, ich weiß, es gibt schon Götter – zumindest behaupten das die ganzen religiösen Menschen. Aber ich spreche von wirklichen Göttern! Also Göttern, die auch wirkliche Macht haben und aktiv in das Geschehen auf unserem blauen Planeten und seiner näheren Umgebung eingreifen. Aber behaupten die ganzen religiösen Menschen nicht auch, dass auch das schon der Fall ist? Ja, aber wie viele gesicherte Quellen gibt es dafür? Hmm…

Also: Wie würde unsere Welt wohl aussehen, wenn es wirklich Götter geben würde, die so auf die Welt eingreifen, wie wir es aus Fantasy-Romanen wie Pierre Grimberts Magier-Reihe gewohnt sind? Zunächst müssen wir erstmal klären, wie sich diese Götter wohl so verhalten würden. Dazu hab ich drei unterschiedliche Parameter gesetzt, die es zu beachten gilt. 1. Die Macht der Götter. 2. Die Nettigkeit (oder nicht) der Götter. 3. Das Interesse der Götter an den Menschen.

So kann es zum Beispiel Götter geben, die eigentlich nicht besonders viel am Kasten haben und sich einen Dreck für die Menschen interessieren. So wie bei den Griechen! Oder es könnte auch einen Haufen Götter geben, die alle quasi allmächtig sind und die Menschen für ihre eigenen Ziele gebrauchen. So wie der christliche Gott! Nur, dass es hier mehrere von dem sind, die sich alle gegenseitig nicht wirklich ausstehe können.

Gäbe es Atheisten?

All das muss natürlich beachtet werden, wenn es darum geht, echte Götter in unsere Welt zu verpflanzen. Was bei alldem natürlich klar ist, ist dass es bestimmt keine Atheisten mehr geben wird. Irgendwie logisch, denn die sagen ja nur, dass sie nicht daran glauben, weil es absolut keinen Beweis für göttliche Macht gibt. Wirkliche Götter würden ihre Macht auf Erden ja auch nutzen, ergo würden sie selbst einen ziemlich guten Beweis für ihre Existenz liefern.

Zum Beispiel könnte es einen Gott des Waldes geben (Bild von noah-kh)
Zum Beispiel könnte es einen Gott des Waldes geben (Bild von noah-kh)

Nun ja, es könnte natürlich immer noch Leute geben, die von den Göttern nichts hören wollen. Das allerdings eher deshalb, weil sie sich von ihren emanzipieren wollen und der Meinung sind, dass Menschen keinen Göttern dienen. Ich bin mein eigener Gott! Ja, das bist du Sado… Das würde auch den Verlauf der Aufklärung stark verändern, falls es überhaupt je zu dieser kommen sollte. Wie soll man die Menschen auch dazu bringen, sich ein wenig von der Unterdrückung durch die Kirche zu befreien, wenn ganz klar ersichtlich ist, dass die Kirche Recht hat.

Allerdings wäre generell unser Verhältnis zur Religion komplett anders, als wir es gewohnt sind. Das ganze System hätte viel weniger mit dem Glauben an einen Gott zu tun, als mit dem Dienen für einen Gott. Ich brauche schließlich nicht an etwas zu glauben, bei dem ganz klar ist, dass es es wirklich gibt. Ergo würden die Menschen den Göttern dienen und deren Wünsche erfüllen, um dafür etwas von den Göttern zu bekommen – Schutz für geliebte Menschen, das Versprechen von einem Leben nach dem Tod, etc. Im Prinzip gleich, wie es schon jetzt funktioniert, nur mit einem tatsächlichen Resultat.

Und Kriege?

Natürlich würde es trotzdem Menschen geben, die nichts von den Göttern wissen wollen. Die werden behaupten, sie würden die Hilfe von denen nicht brauchen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Masse an Menschen, die den Göttern folgen, wäre aber wesentlich höher. Man könnte meinen, dass sich dadurch ziemlich viel Konfliktpotential ergeben könnte, ob es aber wirklich zu Konflikten kommt, ist eine unklärbare Frage, denn diejenigen, die nichts von den Göttern wissen wollen, werden mit ziemlicher Sicherheit keinen Krieg mit ihnen anfangen. Wär auch schwachsinnig irgendwo…

Und natürlich ganz aggressive Götter (Bild von SteveArgyle)
Und natürlich ganz aggressive Götter (Bild von SteveArgyle)

Die Götter selbst jedoch könnten ziemlich viel Aggressionen entwickeln. Entweder gegeneinander, vor allem wenn wir es mit ehrgeizigen Göttern zu tun haben, oder auch gegen die unabhängigen Menschen. Schließlich werden die Götter versuchen ihre Macht auszuweiten und werden dadurch die Menschen nutzen. Je mehr Anhänger ein Gott hat, desto mächtiger wird er auch sein. Es könnte aber auch sein, dass die Götter ganz eigene Ziele verfolgen – jenseits der Macht. Sie spielen also quasi ein Spiel und verwenden uns Menschen dabei lediglich als Spielfiguren. Wir hätten davon natürlich herzlich wenig.

Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, wenn auch sehr unwahrscheinlich, dass die Götter sich tatsächlich für die Geschicke von uns Menschen interessieren und unser Wohl im Sinne haben. Unser Alltag würde dann weniger aus dem Kampf zwischen den Göttern bestehen als aus deren Gaben an uns Menschen – Heilungen und solches Zeug eben. Ob dieses Verhalten allerdings förderlich für die Unabhängigkeit der Menschen und deren Tatendrang wäre, ist aber fraglich.

Und wie schauts mit dem Fortschritt aus?

Generell der Tatendrang der Menschheit in Sachen Forschung muss infrage gestellt werden, sollten wir Götter haben, die auf unser Wirken eingreifen. Erstens würden diese nämlich sicher nicht wollen, dass wir vielleicht Technologien entwickeln könnten, um mächtig genug zu werden, um eine Gefahr für sie darzustellen. Zweitens hätten viele Menschen weniger Interesse daran, zu forschen, wenn es so etwas wie göttliche Macht gäbe. Und drittens wären viele Entwicklungen einfach obsolet, wenn man Probleme einfach mit einem Gebet und ein bisschen Hoffnung lösen kann.

Und natürlich jene, deren ziel wir nicht begreifen können (Bild von wlop)
Und natürlich jene, deren ziel wir nicht begreifen können (Bild von wlop)

Auch politisch würde sich sicher einiges tun. Vermutlich würden die Menschen sich nach den Göttern zusammenfinden, denen sie dienen. Die Erde würde also von einem Haufen Theokratien beherrscht werden, die miteinander mal mehr und mal weniger im Clinch sind. Zusätzlich dann vielleicht noch ein paar Staaten, die von den Göttern nichts wissen wollen – logischerweise etwas im Nachteil, sollte es zum Krieg kommen –, und ein paar Götter, die nichts von territorialen Angelegenheiten wissen wollen.

Von einer schönen Welt, in der sich alle nur liebhaben, brauchen wir also auch mit Göttern wahrscheinlich nur träumen. Götter wie Menschen verfolgen schließlich ihre ganz eigenen Ziele. Vielleicht reicht es ihnen mit uns auch irgendwann, und sie zerquetschen uns irgendwann einfach wie Ameisen. Sicher ist nur, dass wir vielleicht gar nicht so schlecht dran sind, ohne göttliche Wesen, die in der Welt mitmischen wollen.


Was ist eure Meinung zu dem Thema? Glaubt ihr, Götter in unserer Welt wären interessant, oder seid ihr wie ich irgendwie froh, dass es sie nicht gibt? Und welche Aspekte glaubt ihr, würden sich noch verändern? Hinterlasst mir doch einen Kommentar und sagt mir unbedingt auch, welche phantastischen Aspekte ihr noch gern im Real Life adaptiert sehen würdet (:

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14 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich bin eigentlich schon sehr froh, dass es sie nicht gibt. Ich glaube wenn plötzlich rauskommen würde, dass es tatsächlich Götter gibt, dann würde das ganz schön viel Ärger auslösen. Allein wenn ich daran denke, dass der Vatikan dadurch nicht mehr an der Spitze stehen würde – die wären bestimmt nicht sonderlich erfreut darüber. Dazu kommt dann noch die Frage, welcher der Götter dann tatsächlich real ist. Würde es jetzt zum Beispiel die griechischen Götter wirklich geben, dann wäre das für die katholische Kirche doch das Schlimmste überhaupt – das würde einfach alles was sie behaupten widerlegen.

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    1. Florian Born sagt:

      Generell würde jeder tatsächliche Gott ziemliche Probleme verursachen, denk ich mal. Außerdem bezweifel ich, dass die sich so lange raushalten würden (also bis jetzt) 😉

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  2. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass die Götter sich eigentlich aus den Angelegenheiten der Menschen raushalten wollten, aber sie haben einfach das Gefühl, dass wir Menschen das alleine nicht mehr auf die Reihe bekommen und deshalb treten sie plötzlich auf die Bildfläche. Immerhin geht es zum Beispiel mit der Natur immer weiter bergab (Klimawandel, Regenwald wird abgeholzt, etc.) und so wirklich in den Griff bekommen wir das Ganze nicht. Dann könnten ja plötzlich die Götter auftauchen und uns mal kräftig in den Arsch treten, bevor es zu spät ist. 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Könnte sein, aber ich glaub, die hätten sich dann zwischenzeitlich schon mal eingemischt (Kalter Krieg zb). Da wars auch nicht besser 😀

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  3. Wenn man es so betrachtet, haben wir ihnen schon sehr oft einen Grund geboten, sich einzumischen. Vielleicht haben sie ja auch einfach keinen Bock, sich mit uns Menschen abzugeben. Deshalb halten sie sich weiterhin im Hintergrund und sichern sich einen Platz in der ersten Reihe, wenn die Welt untergeht. ^^

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    1. Florian Born sagt:

      Also wieder die Götter, die es jetzt vielleicht eh schon gibt? 😀

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  4. Back to the roots ;D
    Über das Thema kann man ewig diskutieren und man kommt doch zu keiner richtigen Antwort. Ich glaube ich bleibe weiterhin beim Atheismus. ^^

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  5. Carmilla DeWinter sagt:

    Hm. Für’s antike Rom und Griechenland waren die Götter ja keine Frage des Glaubens, sondern etwas, das da war. Frage war dann eben nur, wie oft und warum ich bete/ein Opfer bringe. „Ungläubig“/atheistisch zu sein lag sozusagen jenseits der Vorstellungskraft. Da dieses Szenario weitgehend mit deinem übereinstimmt – nur mit besserem Kosten/Nutzen-Faktor von Gebeten/Opfern – gehe ich mal davon aus, dass es in einer solchen Welt trotzdem Wissenschaft gäbe (ehrlich, welche Gottheit will sich schon tagein, tagaus um fließend Wasser in deinem Badezimmer kümmern?) und weniger Konflikte, bei denen die Religion vorgeschoben wird.

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    1. Florian Born sagt:

      Vielleicht ist das nicht so ganz aus dem Text herausgekommen. Was ich meinte, sind Götter, die wirklich eingreifen. Also jene, die tatsächlich existieren und deren Existenz von allen möglichen Leuten bestätigt wurde. Römische Götter haben ja auch nicht wirklich existiert, sondern sind leidliglich der Erklärungsversuch von Naturphänomänen der Römer 🙂
      Sehr zumindest ich so 😀

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      1. Carmilla DeWinter sagt:

        Ja … aber die Frage ist auch: Wie hoch ist die Schwelle, bei der Gottheiten eingreifen? Kümmern die sich wirklich um jeden Sch…dreck?
        In dem Zusammenhang fällt mir Aliette De Bodards „Obsidian and Blood“-Reihe ein. Da tun die Götter der Mexica schon was, aber nur gegen Blut. Kosten/Nutzen ist dementsprechend mehr als fragwürdig.

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        1. Florian Born sagt:

          Es sind einfach unheimlich viele Fragen, die sich stellen… Trotzdem finde ich den Gedanken sehr spannend 🙂

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  6. Na ja, so ganz stimmt es ja nicht, was Du da den Griechen andichtest. Die Götter haben sich schon für die Menschen interessiert. Zumindest die männlichen Götter für die menschlichen Frauen. Des Weiteren finde ich Punkt 1 sehr schwierig. Macht impliziert nicht, dass man Recht hat. So wären die Kirchen in der gottexistenten Welt nicht unbedingt im Recht, abgesehen von der Existenz.

    Du greifst Elemente von Terry Pratchett auf. Er ließ die Götter immer Brettspiele mit menschlichen Charakteren spielen. Ich glaube nicht, dass die Götter in den Ungläubigen eine Gefahr sehen würden, eher eine Zielgruppe, die es zu umwerben gilt.

    Bezüglich Forschung möchte ich widersprechen. Es wäre nur dann für die Götter eine Gefahr, wenn sie denn angreifbar wären. Sind sie das? Wie ist dann die Definition von Gott in diesem System? Das ist mir nicht ganz klar. Liegt aber daran, dass ich Pierre Grimberts (noch) nicht gelesen habe.

    Was wirklich spannend ist: Was wäre die Motivation der Götter? Sind Welt und Menschen tatsächlich als Zeitvertreib für die Götter zu betrachten ODER als ein Instrument zum Kräftemessen bzw. sogar die einzige Existenzberechtigung für einen Gott? Eine Frage wäre auch, wie die Machtverteilung unter den Göttern wäre. Haben sie alle gleich viel Macht oder nur auf bestimmte Bereiche der Welt oder der Menschen?

    Ich glaube, dass die Existenz von Göttern ein riesiges Problem für die Menschheit darstellen würde. Wahrscheinlich würden Glaubenskriege durch Machtkriege abgelöst werden. Im Zuge dessen entstünden sicherlich andere Regierungssysteme ähnlich der ägyptischen Hochkultur und andere gesellschaftliche Strukturen. Interessant wäre natürlich Ethik und Moral, wenn man z.B. um ein Leben nach dem Tod oder Reinkarnation etc. wüsste. Wie würden die Menschen handeln? Was wäre wichtig?

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    1. Florian Born sagt:

      Bevor ich hier lang und breit in einem Kommentar alles beantworte: neuer Artikel mit Richtigstellung!!!!

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