Was ist am Grund? – New World Project

Auszug aus Von und Zu: Expeditionen in alle Ecken der Inseln
– Artikel von Kirita Serrigen

Von all den Zielen, die die Forscher der Akademie von Cosaplora in den letzten Jahrzehnten angesteuert haben, ist es eine bestimmte Expidition, die von den Augen der forschenden Welt mit dem meisten Interesse verfolgt wurde. Sie ist vermutlich auch die einzige, die außerhalb der Forscher-Gemeinde Beachtung fand. Eine Gruppe von 15 Personen machte sich in dieser Expedition auf den beschwerlichen Weg zum Grund der Welt, um die Frage zu beantworten, die uns Bewohner der Inseln seit Anbeginn der Geschichte stellt:

Was ist da unten?!

Um diese Frage zu beantworten haben wir schon unzählige Theorien aufgestellt. Die bekannteste unter diesen ist selbstredend auch jene, aus der die meisten Religion unserer Welten hervorgehen. Am Grund der Welt soll sich die Heimat der Götter befinden. Eine wunderschöne Stadt, von der aus die Geschöpfe von unglaublicher Macht und Weisheit über die Inseln herrschen und unser aller Schicksal beeinflussen.

Kurz vorm Eintauchen in die Wolken (Bild von Crowsrock)
Kurz vorm Eintauchen in die Wolken (Bild von Crowsrock)

Wie viel Wahrheit sich wirklich dahinter verbirgt, mag angezweifelt werden. Das liegt schon unter anderem daran, dass die Stadt der Götter als ein sonnenbeschienener Ort beschrieben wird, was durch die ewige Wolkendecke verhindert wird. Diese Wolkendecke stellte auch das erste Hindernis für die Expedition zum Grund dar. Wissenschaftler gehen davon aus, dass innerhalb der Wolkendecke ewige Gewitterstürme toben, die das Durchbrechen sehr schwierig machen könnten.

Mehr Wolken?

Auch die Dicke der Wolkenschicht ist uns nicht bekannt. Es könnten wenige hundert Meter bis zu einem Kilometer sein. Eine Antwort darauf lässt sich nicht finden, was uns gleich zu einer anderen Theorie bringt. Laut dem viel zu früh verstorbenen Erzmagier Defrin sollen sich unter den Wolken nur noch mehr Wolken befinden, bis man irgendwann im Zentrum der Welt ist, um dann irgendwann wieder aus den Wolken aufzutauchen, genau auf der anderen Seite der Welt.

Viele zweifelten diese Theorie schon zu seinen Lebzeiten an – und tun es heute noch – denn sie meinen, dass sich die Wolken aus irgendetwas speisen müssen. Der gleiche Einwand ging auch an die Theorie, die von Elben-Magiern aus einer Akademie im grünen Archipel aufgestellt wurde. Sie behaupten, der Grund müsse aus flüssigem, also sehr heißem Gestein bestehen, da er ein Gegenteil zu den Inseln darstelle, die voller Leben sind.

Wasser oder gar fester Boden?

Erneut: Aus welcher Quelle würden sich in diesem Fall die Wolken speisen? Viel wahrscheinlicher scheint in dieser Hinsicht schon die Theorie eines Ork-Forschers von Jawal’Ang. Er meint, der Grund müsste rein aus Wasser bestehen, dass aus dem Zentrum von einem sehr heißen Kern – auch er hält hierfür flüssiges Gestein als geeignet – aufgeheißt wird. Dadurch könnte es zu einer Entstehung von Wolken kommen.

Sehr ausgefallene Theorien gehen davon aus, dass der Grund ein fernes Land darstellt, dass von einem weiteren intelligenten Volk bewohnt wird. Das lebt jedoch unter der stetigen Wolkendecke und hätte nie die Sonne gesehen, wüsste nicht einmal etwas von ihrer Existenz. Die Beschaffenheit des Grundes wird als eine Art Sumpf-Gebiet oder Urwald – oder beides – beschrieben.

Welche Theorie zutrifft – sie alle haben ihre realistischen Punkte und sind bis zu einem gewissen Grund begründbar, jedoch auch negierbar – lässt sich leider bis heute nicht sagen. Die Expedition zum Grund verschwand zwei Tage nach dem ersten Eindringen in die Wolkenschicht spurlos. Laut der letzten Meldung hatten sie eine Zwischenschicht erreicht, die von Wolken verschont war. Über und unter ihnen seien jedoch noch Wolken gewesen. Diese Nachricht wurde per Briefvogel überbracht, kurz bevor sie in die untere Schicht eintauchten. Weitere Informationen erhielten wir nie.


So viel also zum Grund. Auch wenn ich es in der Umfrage so anklingen ließ, als würde ich verraten, was sich da unten befindet, hab ich mich doch dagegen entschieden. Zum einen deshalb, weil es euch eh schon bekannt ist (man werfe einen Blick zurück auf „Ein Schicksal“), und zum anderen, weil ich es interessanter fand, wenn die Bewohner nicht so genau wissen, was da unten eigentlich abgeht.

Zur Akademie von Cosaplora: Ich habe sie als die größte Akademie der Menschen angedacht. Der Name der Stadt, in der sie sich befindet setzt sich deshalb auch aus dem japanischen und dem Esperanto-Wort für „forschen“ zusammen. Die Kultur dieser Stadt ist ähnlich wie die von Toricante. Die Stadt befindet sich auch auf einer Insel, die sich im gleichen Windstrom wie Toricante befindet. Die Stadt gehört zu einem Menschen-Reich, zu dem einst auch Toricante gehörte. Nachdem sich Toricante abgespalten hat und unabhängig wurde, wurde Cosaplora zur Hauptstadt des Reiches. Nur so als kleiner Side-Fact.

Als nächstes geht es laut letzter Umfrage um dunkle Formen der Magie. Wie immer würde ich mich über eure Vorschläge freuen. Einiges hab ich ja schon in den letzten beiden Artikeln zum Thema angebracht (siehe zur Heilkunst hier und zum allgemeinen Magie-Zeugs hier). Es gibt aber auch noch offene Sachen. Also strengt eure grauen Zellen an und haut mir eure Ideen rein 😀

Bis dahin: Noch ein schönes Wochenende und bis nächste Woche 😉

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12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Es wäre schon langweilig, wenn alle Inselbewohner den Grund kennen würden. Eine Möglichkeit wäre, dass ein Volk die Wahrheit kennt.
    Andersherum muss man auch fragen, soll diese Expedition unten ankommen oder überhaupt den Rückweg schaffen?
    Also ich persönlich tendiere zu einem „bösen Erwachen“: Es gibt überwiegend Meere (wegen der Wolkenspeisung) und bewohnbare Inseln oder kleinere Kontinente. Doch wären ihre Bewohner technisch auf niedrigen Niveau, so dass sie das ankommende Luftschiff als „fliegende Götter“ ansehen – oder hoch technisiert und versuchen das Luftschiff zu zerstören, weil man Angst hat, Macht zu verlieren, wenn die Bewohner in die Wolken reisen wollten…
    Oder es ist einfach nur eine leere welt und das Luftschiff strandet und kann nicht zurück…

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, die Möglichkeiten sind bewusst endlos gehalten 🙂
      Es ist ja tatsächlich ein karges Land am Grund. Leben ist möglich 😀

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      1. Wortman sagt:

        Das beflügelt die Fantasie 🙂

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        1. Florian Born sagt:

          Ganz genau :F

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      2. Wortman sagt:

        Deswegen freue ich mich auch immer so auf deine Beiträge. Da schwappt dann mal kreatives Gedankengut in den Kopf 🙂

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        1. Florian Born sagt:

          Vielen Dank 🙂

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        2. Wortman sagt:

          Ich hab zu danken 🙂

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  2. marian w. s. sagt:

    Mir gefallen deine Beiträge super, weil es immer um Phantasie geht. Ich weiß zwar momentan nicht, worum es geht, wenn du von der Insel redest und von irgendwelchen Akademien und Elbenforschern. Ich denke das ist Insiderwissen und es geht um irgendwelche Phantasieromane. Aber deine Beiträge sind für mich immer recht erfreulich. Schönes Wochenende.

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    1. Florian Born sagt:

      Schau einfach mal die Kategorie New World Project durch. Die klärt alles auf 😀

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      1. marian w. s. sagt:

        OK, mach ich.

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  3. Zeilenende sagt:

    Ah, eine gescheiterte Expedition, die womöglich Angst davor macht, sich den Untergrund zu genau anzuschauen. Genialer Schachzug. 🙂
    Schwarze Magie ist definitiv solche, die Energie so aus den Inseln abzapft, dass diese abzusacken drohen. 😉 Und weil ich gerade merkwürdige Glühweingelüste habe … Da bieten sich anschließend doch die Themen Kulinarik, Brauchtum oder Wetter an, gell?

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    1. Florian Born sagt:

      Kulinarik steht schon auf meiner Liste. Rezepte von den Inseln? Wär sicher eine interessante Idee oder 😀
      Klima ist eine gute Idee (auf die Liste damit), fürs Brauchtum möcht ich vorher noch ein wenig auf Mythologie und Sagen eingehen, weil Brauchtum ja daraus ensteht.
      Zur dunklen Magie: gefällt mir sehr gut die Idee 🙂

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