Ausprägungen der dunklen Magie – New World Project

Auszug aus Der große Almanach der Magieanwendung
– Großmagierin Avriel Teravica

Schon mehrmals habe ich in diesem Werk auf die dunklen Ausprägungen der Gabe verwiesen, doch bin ich Euch noch eine genaue Beschreibung dieser schuldig geblieben. Dies möchte ich nun ändern, doch möchte ich Euch noch einmal darauf aufmerksam machen, werter Akadem, dass jegliche Anwendung der dunklen Ausprägungen der Gabe von dieser und beinahe allen anderen Akademien der Inseln streng geahndet werden und auch von weltlichen Gerichten unter schwere Strafe gestellt werden.

Zunächst soll erklärt werden, dass es wie bei den lichten Formen der Magie keine genaue Definition der dunklen Ausprägungen gibt, so wie es keine einzelne Schule ist. Grundlegend kann gesagt werden, alles, was nicht dunkel ist, ist licht und umgekehrt. Unter die dunklen Formen fällt alles, was von einer oder mehrerer Akademien als unethisch oder illegal eingestuft wird. Dabei ist zu sagen, dass es Unterschiede in der Auffassung gibt.

Energie-Entzug

Worin sich so gut wie alle Akademien einig sind, ist, dass das Entziehen magischer Energie von anderen Lebewesen klar den dunklen Formen zugeordnet werden kann. Wenn dadurch der Tod herbeigeführt wird, ist es sogar als noch drastischer zu sehen. Die meisten Akademien der Elben sehen auch den Energie-Entzug von Pflanzen als kritisch an. Seraphim und auch Menschen sind hierbei jedoch anderer Meinung.

Was hier auch noch zu sagen ist, ist, dass auch der Entzug magischer Energie aus den Inseln selbst als äußerst kritisch angesehen wird – von allen Völkern wohlgemerkt. Einige dunkle Magier haben bereits Versuche in dieser Richtung angestellt, bisher ist es aber noch niemandem gelungen. Der Grund für die Einstufung liegt in der Vermutung, dass dadurch das Gefüge der Welt geschädigt werden könnte. Weltliche Gerichte sehen die Versuche allerdings ein wenig gelassener, da sich die Versuche als gute Kriegsstrategie erweisen könnten.

Beherrschen anderer Lebewesen

Während das Bewegen und die Manipulation von Pflanzen und unbelebten Objekten von allen Akademien – auch den elbischen – als unbedenklich betrachtet wird, scheiden sich bei der Kontrolle von Lebewesen die Geister. Manche Akademien sind der Meinung, dass zwischen Tieren und intelligentem Wesen unterschieden werden muss, andere meinen, dass die Kontrolle der Geister von beiden unter strenge Strafe zu stellen ist. Zu letzterer Gruppe zählt auch diese Akademie.

Eine Arme der Toten... möglich aber ethisch fragwürdig (Bild von SteveArgyle)
Eine Arme der Toten… möglich aber ethisch fragwürdig (Bild von SteveArgyle)

Das Erschaffen von Golems – also das Beleben von unbelebten Objekten – wird von manchen gutgeheißen, von manchen wiederum nicht. Wesentlich strenger sind die Regeln beim Wiederbeleben von Leichen. Einzig wenige kleine Akademien im Nebelstrom sehen darin kein Problem und nutzen Zombies und Skellete neben Golems gerne als Soldaten und vor allem als Schwertfutter. Das einzige, worin sich alle einig sind, ist, dass der Geist lebender, intelligenter Wesen nicht zu berühren ist.

Risse

Eine noch sehr junge und ebenso experimentelle Form der Magie wird von manchen Akademien zu den dunklen Formen gezählt, von manchen jedoch klar zu den lichten. Hierbei handelt es sich um das Erschaffen von Rissen im Raum selbst und das sogenannte „Ziehen“ von Wesen aus dem Ort jenseits dessen in unsere Welt. Generell spricht nichts gegen diese Form der Magie, jedoch ist sie äußerst kräftezehrend und das, was gezogen wird, ist nicht immer bekannt.

Wir stehen hier also noch an einem Punkt, an dem wir nicht wissen können, wie gefährlich das Ziehen wirklich ist. Außerdem befinden wir uns hier auch wegen der Kontrolle der Wesen in einer großen ethischen Grauzone. Als was sollen diese Wesen bezeichnet werden? Sind es Tiere? Sind sie intelligenter? Sollten wir ihren Verstand und ihre Bewegungen kontrollieren dürfen? Es müssen erst weitere Untersuchungen angestellt werden, ehe wir hier zu klaren Antworten kommen können.

Doch zunächst zu den genauen Beschreibungen der dunklen Formen, damit man sie erkennen kann, wenn man sie sieht:


Hier hab ich mal ein paar der dunklen Ausprägungen der Magie dargestellt. Mir war wichtig, dass die unterschiedlichen Völker hier unterschiedliche Ansätze vertreten. Auch wollte ich möglichst viele ethische Grauzonen in diesem Bereich erschaffen, um Konfliktpontential zu ermöglichen.

Das Ziehen macht in meinen Augen mit dem Hintergrund der Welt besonders viel Sinn. Wir wissen schließlich, dass es viele andere Welten gibt neben den Inseln, doch die Bewohner können das noch nicht mit Sicherheit sagen. Das Ziehen von Wesen aus anderen Welten – man stelle sich hier äußerst dämonische, höllengleiche Gefilde vor, gibt sich ein paar schöne Szenen ab.

Habt ihr noch Ideen für weitere dunkle Formen der Magie und wo seht ihr noch Kofliktpotential und ethische Grauzonen? Außerdem kommt hier noch die obligatorische Frage fürs nächste Mal: Welche Wirtschaftsformen könnt ihr euch für die Inseln vorstellen und wie soll das mit den Währung gehalten werden? Hinterlasst mir noch ein paar Ideen in den Kommentaren dazu, damit wir ein schön rundes System hinbekommen 😉

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15 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Ich denke, das sind genug Ausleger der dunklen Magie. Andere Wege führen letztendlich auf diese Wege zurück.

    Wirtschaftsformen… da stellt sich zuerst die Frage, in wie weit gibt es „Industrie“ im Stile vielleicht des Steampunks. Ansonsten bleibt ja eigentlich nur der Mittelalterliche Ackerbau und die Viehzucht. Die Standards für einfache Welten.

    Währung: Gibt es ein Metall, eine Legierung, die auf allen Inseln existiert? Wenn jede Insel im Grunde eine eigene Währung hat, wer legt dann den Wert in welcher Höhe zueinander fest?

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    1. Florian Born sagt:

      Sehr gute Ansätze. Das Handwerk gibt e aber auch noch. Die Fragen werd ich auf jeden Fall beachten 😉

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      1. Wortman sagt:

        Natürlich Handwerk. Das Wichtigste (bin ja selber gelernter Handwerker) hab ich glatt vergessen 😉

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    2. Klaus Varias sagt:

      Vorschlag für ein Währungssystem: Rai oder Steingeld.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Rai_(W%C3%A4hrung)

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      1. Florian Born sagt:

        Find ich nicht schlecht die Idee. Der Transport von Insel zu Insel könnte allerdings zum Problem werden 😀

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        1. Klaus Varias sagt:

          Das ist ja das beste drann: die müssen nicht transportiert werden!

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        2. Florian Born sagt:

          Könnte man machen, quasi als Anfänge eines Bankensystems, doch kann ich mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass das sonderlich handelsfördernd ist 😀

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        3. Klaus Varias sagt:

          Das, was wir gemeinhin unter Geld verstehen ist anonymes Geld… also Geld, Gold, Edelsteine, KaoriMuschen oder was weiß ich von dem niemand weiß wo es herkommt und das beliebig den Besitzer wechselt. Warum nicht als Gegenmodel in einer Fantasywelt öffentliches Geld einführen, also ein Wertsystem bei dem jeder weiß was wem gehört und wie viel davon.

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        4. Florian Born sagt:

          Ich finde den Vorschlag wirklich gut, aber ich vermute, dass sich das nicht wirklich mit den wandernden Händlern von Toricante vereinbaren liese -> wir haben uns in dieser Hinsicht schon ein wenig verbaut ^^
          Die wandernden Händler können nicht einfach sagen, „ja, ich hab da einen Teil meines Besitzes auf einer ganz anderen Insel, der gehört jetzt dir“, weil der Verkäufer kann nicht sicher gehen, dass der Händler ihn nicht belügt. Er könnte ihm höchstens einen Vertrag mitgeben, der ihm dieses Recht sichert, doch dann wären wir irgendwann an dem Punkt, an dem die Verträge allein die Währung werden und das, was sie repräsentieren in Vergessenheit gerät. Dazu würde es aber wahrscheinlich gar nicht erst kommen, weil die Leute sagen würden: „Was soll ich mit dem scheiß Stein am anderen Ende der Welt.“ Einfach deshalb fällt dieses Konzept von Geld leider für die Gesamtwelt weg. Das bedeutet aber nicht, dass ein einzelnes Volk auf genau dieses Prinzip zurückgreifen könnte 🙂

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  2. Asnon sagt:

    Wieder mal ein sehr interessanter Artikel!
    Zu den Wirtschaftformen: Ich denke, dass man auch hier zwischen den einzelnen Völkern differenzieren sollte. Bei den Elben könnte ich mir z.B. eine Art Subsistenzwirtschaft vorstellen, die im Einklang mit der Natur stattfindet, jedoch relativ frei ist von Zwängen. Größere Strukturen gibt es wenn dann nur in der Rüstungsindustrie, insbesonder dem Schiffsbau oder in der Wissenschaft und diese sind dann zumeist staatlich.
    Bei den Händlern von Toricante ist natürlich die Marktwirschaft naheliegend und zwar eine sehr frei ohne große Regulierung, insbesondere ohne Kartellamt. Dies könnte dazu führen, dass die reichen Familien Absprachen treffen, um so ihren Wohlstand zu sichern und neue Wettbewerber mit mehr oder weniger legalen Mitteln aus dem Weg räumen.
    Bei den Orks liegt natürlich eine auf Krieg fokussierte Wirtschaft nahe, insbesonder könnten Raubüberfälle einen wichtigen Wirschaftsfaktor darstellen.
    Bei Terra-Miekka könnte ich mir hingegen Merkantilismus sehr gut vorstellen. Alles wird zentral von der Kaiserichen Regierung verwaltet und wirtschaftliche Freiheit existiert nur sehr begrenzt.

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    1. Florian Born sagt:

      Differenzierung zwischen den einzelnen Völkern gefällt mir sehr gut. Die Orks von Jawal’Ang würde ich allerdings eher als eine klare Industriemacht darstellen (auch wenn mir der militärische Ansatz auch sehr gut gefällt). Die Elben haben eh schon den klar agrikulturellen Fokus, auch mit Luxus-Produkten, daran wird auf jeden Fall festgehalten. Terá-Miekka mit einer Zentral-Verwaltung fänd ich nicht schlecht, hier haben wir allerdings vermutlich eine sehr schwache Wirtschaft, da wir starke Traditionen und deshalb auch mehr Feudalismus haben.

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  3. Zeilenende sagt:

    Den diversen Magieansatz finde ich sehr gut. Gerade der Versuch, die Magie als Konfliktfeld darzustellen, macht die Welt reichhaltiger. Die Magier als herrschenden Block, der potentiell Fortschritt vermeidet, hast du ja schonmal diskutiert, so wird dieser Entwicklung ein Riegel vorgeschoben.
    Zur Wirtschaft hatte ich die gleiche Eingebung wie Wortman. Ich bin ein Fan vom Goldstandard als universeller Wirtschaftsform. Gerade, weil wir mit den Menschen ein Handelsvolk haben, gibt es in der Welt sicherlich ein großes Interesse an stabiler Konvertibilität unterschiedlicher Währungen. Das Handelssystem gibt uns da also schon einiges vor: Die Händler wollen einerseits die Preise bestimmen, andererseits brauchen sie zum Handeltreiben die Gewissheit, immer ein Geschäft machen zu können. Die Gruppen, mit denen sie Handel treiben, haben ein Interesse daran, dass es mindestens eine Leitwährung gibt, die ihre Absatzchancen garantiert und dass die Händler nicht allein willkürlich Preise diktieren. Die Frage ist bloß, wie ausgefeilt das ist. Aber ich denke, zum gegenwärtigen Stand des Weltenbaus kann man sich auf grobe Pflöcke festlegen. Ich denke, so etwas wie Arbeitsteilung und Spezialisierung wird es geben, vielleicht auch Monopole, aber eher gemächlich, wahrscheinlich zum Teil auch mit Privilegien für die Produktion verschiedener Produkte, seien es Gilden und Zünfte, Schürfrechte, usw. Also insgesamt sehr klassisch feudalistisch.

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    1. Florian Born sagt:

      Leitwährung, gemeinsamer Fokus und Anfänge von Monopolen und Zünften. Sehr schöne Ansätze. Gerade eine Leitwährung á Toricanter Gulden wäre sicher sehr schön, da die Händler von Toricante die stärkste Wirtschaftskraft darstellen.

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  4. Ein Aspekt der dunklen Magie, sollte es sein, dass es eine Art Geben und Nehmen sein müsste, wenn man das Ziehen aus den Rissen weiterverfolgt. Sprich: ziehe ich etwas in diese Welt, geht etwas anderes in den Riss bzw. ich verliere etwas. Das könnte die eigene Lebenskraft sein, Wissen oder aber Zeit, d.h. das Beschwören von dunkler Magie könnte einen Alterungsprozess zur Folge haben. Dennoch ist hier viel Potential. Eine rein gute Magie ist irgendwann total sinnlos, wenn es keinen Grund gibt, sie einzusetzen. Wenn etwas nicht zwingend eingesetzt werden muss, wird es nicht weiter erforscht und verbessert, geschweige denn neu erfunden. Die dunkle Magie kann also gerade auch als Treiber für die Entwicklung der lichten Magie dienen.
    Zudem zieht das Verbotene und das Unethische immer einen bestimmten Wesensschlag an, d.h. bestimmte Figuren mit entsprechenden Charaktereigenschaften müssen geradezu dieser dunklen Magie verfallen. Zu welchen Zwecken sie diese nutzen, wäre mal interessant zu erfahren.

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    1. Florian Born sagt:

      Das Nehmen und Geben fänd ich interessant, aber es wär für die Welt und das Magiesystem nicht logisch, würde man dadurch Lebenskraft/-zeit einbüßen. Fänd ichs fast interessanter und vor allem logischer finden, würde man sagen, dass beim Ziehen magische Energie in die andere Welt verschwindet. Außerdem stelle ich mir das Öffnen des Risses als extrem schwieriges Unterfangen vor, dass nur von der mächtigsten Magiern durchgeführt werden kann und auch nur dann, wenn sehr viel Energie rangeschafft wird -> man könnte sich das ganze als Art Riten vorstellen, wo von außen magische Energie ins Zentrum eines Zirkels gesendet wird, da man sonst zu wenig für das Öffnen des Spalts zur Verfügung hat. Große Teile dieser Energie könnten dabei auch durch den Spalt entweichen und für uns dabei nicht mehr zugänglich sind danach. Uff… Lange Antwort 😀

      Wofür dunkle Formen: Das kommt auf jeden Fall mal in einem Artikel *macht Notiz*

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