Inspiration aus dem Real Life – Sarajevo

Ich selbst merke das momentan stark beim Weltenbau zum NWP und auch jeder andere Weltenbauer wird irgendwann vor diesem Problem stehen: Man versucht eine Stadt zu erschaffen, möchte allerdings nicht eine bestehende Fantasy-Stadt kopieren. Woher aber sonst die Inspiration nehmen?

Das Schöne ist, dass das reale Leben mehr als genug Ideen für solche Situationen bietet. Es heißt schließlich nicht umsonst: “Die besten Geschichten schreibt das Leben.” In diesem Fall kann man es aber recht einfach ummünzen in: “Die schönsten Städte baut das Leben.” Aus diesem Grund gebe ich euch heute mal ein paar Städte, an denen man sich gut und gerne mal im Weltenbau orientieren kann.

Und damit nicht jeder die gleichen Städte verwendet ignoriere ich bewusst die Klassiker wie London oder Prag. Die haben schon so vielen Weltenbauern als Inspiration gedient, dass sie schon fast wieder langweilig werden. Hör auf, um den heißen Brei herumzureden und gib uns endlich ein paar Beispiele! Jaja…

Sarajewo

Die erste Stadt, von der ich euch erzählen will, ist Sarajewo – ganz einfach deshalb, weil ich vor kurzem erst in der Stadt war und die Erinnerungen deshalb sehr frisch sind. Was gleich an den Anfang gestellt werden muss, ist, dass Sarajewo keine Metropole ist. Die Stadt wurde von den Türken am Balkan gegründet und ist eingebettet zwischen Berge. Dabei ist sie nicht besonders groß, aber recht lang, da sie sich entlang eines Flusses durch das Tal windet.

Die Berge sollten als natürlicher Schutz gegen Feinde dienen, was auch recht gut funktionierte, solang Truppen auf den Bergen platziert waren. Im Jugoslawien-Krieg wurden Sarajewo aber genau diese Berge zum Verhängnis, da die Stadt von Artillerie-Geschützen auf den Bergen wie auch von Luftangriffen zerstört wurde. Darunter litten in erster Linie die Bewohner der Stadt und in zweiter Linie auch die Gebäude.

Apropos Gebäude: Die sind einer der interessantesten Punkte von Sarajewo, denn im Gegensatz zu den meisten Städten gibt es in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina mehrere Baustile, die nebeneinander existieren. Während der eine Teil der Altstadt osmanisch-orientaltisch geprägt ist, regiert im anderen Stadtteil der österreichische Jugendstil. So hat es beinahe den Anschein, als würde man mit wenigen Schritten von Istanbul nach Wien kommen. Hie und da sieht man dann auch noch einen Brocken Moskau herumfliegen.

Sarajewo bei Nacht
Sarajewo bei Nacht

Das liegt daran, dass die Stadt unter unterschiedlichen Herrschaften war und von drei Bevölkerungsgruppen bewohnt wird. Dies sind die muslimischen Bosniaken, die katholischen Kroaten und die orthodoxen Serben. Diese Mischung schlägt stark in der Architektur, aber auch im Alltag nieder. So kann unter anderem die Situation entstehen, dass man im einen Ohr Kirchturmglocken und im anderen den Muezzin hören kann.

Allerdings ist nicht alles Zuckerschlecken in Sarajewo. Die drei Bewölkerungsgruppen sind stark nationalistisch geprägt und führen das Land dadurch in einen politischen Beinahe-Stillstand. Da es mehrere politische Entitäten gibt, die ihr eigenes Spiel spielen und nur ihre eigenen Ziele verfolgen, können Reformen und Veränderungen nur äußerst schwer umgesetzt werden.

Gleichzeitig werden gesellschaftliche Strömungen, die zum weiteren Auseinanderdriften des Landes führen nicht abgeschwächt, sondern eher noch geschürt. Äußerst schade, vor allem deshalb, weil das Land und vor allem die Stadt das Potential hätten, zu einem großartigen kulturellen Mix anzuwachsen und eine kulturelle Vorreiterrolle des Nebeneinanders einzunehmen.

Wie umsetzen?

Eine solche Stadt lässt sich natürlich wunderbar in eine phantastische Umgebung ummünzen. Eine politisch gespaltene Gesellschaft, mehrere Religion und doch ein alltägliches Nebeneinander. Man kann sich eine gemeinsame Stadt von Menschen, Zwergen und Orks vorstellen, in der keine der Gruppen eine Minderheit darstellt und die stattdessen im relativen Gleichgewicht stehen.

Hier zeigt sich historisch geprägtes Denken, Traditionen die aufeinander prallen und ein unterschwellig schwärender Hass aufeinander, der jedoch im Alltag ohne Auswirkungen zu bleiben scheint. Hinzu kommen noch eine schwache Wirtschaft und große Geschichtsträchtigkeit. Eine interessantere Ausgangssituation lässt sich fast nicht mehr schaffen, oder?

Mehr Städte?

Wolltest du nicht eigentlich über mehr als eine Stadt schreiben? Ähm… Ich meine, du hast jetzt nur über Sarajewo geschrieben. Ich weiß… Ich… Dich hat also das Schreiben gepackt und du hast vergessen, noch andere Städte zu erwähnen und willst jetzt nicht mehr den ganzen Text zusammenkürzen, weil er ja sonst zu lang würde. Ich… Ähm… Ja.

Ich kann jetzt aber auch nichts mehr machen! Und wie soll ich eine Stadt auch in drei Absätzen beschreiben? Davon hat doch keiner was. Hmm… Ich weiß! Was wäre, wenn daraus eine Reihe entsteht? Reale Dinge, die als Inspiration für Weltenbauer dienen können. Hmmm… Klingt nicht blöd. Frag die mal, was sie davon halten. Gut.

Also? Was hieltet ihr davon? Hättet ihr gern öfter reale Begebenheiten als Vorbilder für phantastische Welten? Und wenn ja, welche? Oh, und wie gefällt euch die Idee von Sarajewo als Vorbild für eine Fantasy-Stadt. Hinterlasst mir doch einen Kommentar (:

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12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Ich war noch nie dort, habe aber schon einige dokus gesehen, wie gut sich Sarajewo für „mittelalterliche“ oder Fantasyfilme eignet. Ich hoffe, du hast genug inspirative Bilder mitgebracht 😉

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    1. Florian Born sagt:

      Zu wenige, aber für den Eigengebrauch sind alle in meinem Kopf 😀

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      1. Wortman sagt:

        Das wollte ich hören 🙂
        Zeigst uns auch welche? 😉

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        1. Florian Born sagt:

          Wie gesagt: hab kaum fotos gemacht 😀

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      2. Wortman sagt:

        Dann musst du ein bisschen Inspiration malen oder zeichnen 😆

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  2. Carmilla DeWinter sagt:

    Zwei Baubeispiele: Würzburg. Oben auf der Felsnase die Festung, belauert die Stadt an einem breiten Fluss darunter.
    Eher flächig dagegen Köln, wo ein

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    1. Florian Born sagt:

      Als Österreicher muss ich bedauernd feststellen noch in keiner der Städte gewesen zu sein 😀

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      1. Carmilla DeWinter sagt:

        Eh. Dafür war ich noch nicht in vielen österreichischen Städten.

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        1. Florian Born sagt:

          Und das, obwohls nur so wenige sind xD

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      2. Wortman sagt:

        Ich kenne auch nur Innsbruck als größere Stadt 😉

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    2. Carmilla DeWinter sagt:

      … sehr breiter Fluss die Stadt von einer Seite schützt.
      Interkulturelle Beispiele wie Sarajevo hab ich leider keine.

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