Inspiration aus dem Real Life – Die Flüchtlingskrise

Bitte, bevor ihr mich verurteilt, dass ich aus einer solchen menschlichen, gesellschaftlichen und auch in jeder anderen Hinsicht Tragödie einen Artikel heraushole, aus dem man persönlichen Vorteil schlagen kann, lasst mich zuerst erklären. Ich glaub, sie haben die Steine wieder eingepackt… Gut. Dann fang ich mal an.

Bevor ich auch nur anfange, über die Apskete zu schreiben, die Weltenbauer aus diesem Thema für ihre eigenen Geschichten nutzen können, möchte ich noch einmal sagen, dass all das tragisch in jeder Hinsicht ist. Und genau deshalb – und ich hasse mich selbst ein wenig dafür, dass ich diese Worte niederschreibe – perfekter Stoff für eine Geschichte, denn – und so viel Ehrlichkeit muss sein – es gibt keine gute Geschichte, die mit einem Presentkorb beginnt. Obwohl, wenn man die Sache ein wenig verdreht…

Ich schweife ab! Sehen wir uns die gegenwärtige Lage einfach mal an.

Manchmal bleibt nur noch die Flucht (Bild von igreeny)
Manchmal bleibt nur noch die Flucht (Bild von igreeny)

Machen wir eine Liste aller Parteien, die irgendwie davon betroffen sind. Das wären:

  • ein Staat, der im Bürgerkrieg zerissen ist (also aufgeteilt in Rebellen und Regime)
  • eine fanatisch-religiös geführte Gruppierung auf einem Gotteskrieg gegen den Rest der Welt
  • der Rest des nahen Ostens, der ebenfalls politisch gebeutelt ist
  • der „Westen“ (in anderen Worten die NATO unter leidenschaftlicher Führerschaft der USA)
  • good old Mother Russia
  • Die Bürger, die dem Gebiet entfliehen, in dem der Krieg herrscht (also die Flüchtlinge)
  • Die Länder, in die diese Flüchtlinge ziehen (in erster Linie die Nachbarländer und in zweiter Linie die Länder Europas, die ja alle völlig überrascht sind von dieser Situation, weil sowas konnte man vorher ja nicht ahnen, wenn die nur mehrere Monate unterwegs sind)

Mit diesen unterschiedlichen Entitäten haben wir diverse Spannungsfelder, die sich anbieten. Da haben wir:

  • Das religiöse/kulturelle Spannungsfeld
    In meinen Augen ist dieses Spannungsfeld ein äußerst trauriges, weil es eigentlich nicht nötig sein sollte, aber es ist nunmal da, also muss ich es auch behandeln. Dieses Spannungsfeld zeigt sich sowohl in Europa – angeführt von rechten Idioten besorgten Bürgern, die Angst vor der „Islamisierung des Abendlandes“ haben – und andererseits im Kriegsgebiet im Irak und Syrian – angeführt von rechten Idioten den Kämpfern des IS, die einen islamisch geführten Staat erschaffen wollen.
    Diese beiden Bereiche vermischen sich – ich rufe die Geschehnisse in Paris in Erinnerung – und verstärken das bereits bestehende Spannungsfeld noch zusätzlich. Gerade in Europa, weil „da sind ja diese Flüchtlinge dran schuld“, die ja überhaupt nicht vor den gleichen Fanatikern geflohen sind, die für die Anschläge in Paris verantwortlich sind und das gleiche dort unten schon X mal gemacht haben nur noch viel schlimmer, nur um hier von vergleichbaren rechten Vollpfosten besorgten Bürgern empfangen zu werden.

  • Das politische Spannungsfeld
    Das ist vor allem im Kriegsgebiet zu spüren, hier jedoch auch zumindest leicht. Die verschiedenen politischen Entitäten und ihre Verbündeten hauen sich frisch und munter weiter die Köpfe ein und vertrauen einander natürlich nicht im geringsten.

  • Die persönlichen Spannungsfelder
    Alle Parteien haben durch die oberen beiden Spannungsfelder Angst. Angst vor dem Neuem, Angst vor dem Fremden, Angst um das Leben, Angst vor Veränderung. Dadurch entstehen Spannungsfelder innerhalb der Gruppen, die die Situation noch weiter aufheizen.

Und hierbei habe ich noch viele Aspekte dieser Situation wie die Überforderung der europäischen Länder, mit der Situation adäquat umzugehen, und die aufsplitternde, nach rechts rutschende Einstellung des Volkes mal komplett außen vor gelassen.

Was daraus machen?

Aus gegenwärtigen Lage lassen sich unzählige Szenarion herausholen – verflucht, klingt das unangebracht in dem Zusammenhang! Genau muss ich wahrscheinlich nicht mal darauf eingehen, doch hier dennoch ein Beispiel:

Die Elfen aus den Leviar-Wäldern sind im Krieg – mit sich selbst. Der grausame König Dorik unterdrückt das Volk und eine Rebellion hat sich gegen ihn erhoben. Doch als wäre dies nicht genug, haben fanatische Priester des Illith-Ordens Krieger um sich gescharrt und führen einen erbarmunslosen Vormarsch gegen alle, die einem anderen Glauben anhängen.
Die einzige Hoffnung für Mereleth und ihre Familie ist die Flucht ins ferne Menschen-Königreich Malendria. Doch es ist unklar ob sie dort aufgenommen werden, wo doch die Lage zwischen Menschen und Elfen wegen ihrer unterschiedlichen Kulturen schon immer angespannt war und mit den Taten des Illith-Ordens nur noch schlimmer wurde. Gleichzeitig tobt der Krieg in ihrer Heimat immer weiter und auch die Orks und die Drachen versuchen Partei zu ergreifen.

Werden Mereleth und ihre Familie heil in Malendria angelangen und was wird mit ihrem Sohn geschehen, der sich dem Kampf gegen die Illith-Anhänger angeschlossen hat?


Ich lass das einfach mal so stehen und entschuldige mich für Menge an Zynismus und Sarkasmus, die in den Text eingeflossen ist. Musste scheinbar ein bisschen was raus bei mir. Ich weiß, das Thema ist heikel, doch ich hatte das Gefühl, ich müsste es irgendwie aufarbeiten und ein wenig auf Fakten reduzieren. Ich hoffe das ist mir einigermaßen gelungen. Hinterlasst mir eure Meinung dazu wie immer einfach unten in den Kommentaren. Ich freu mich darauf, mit euch zu diskutieren (:

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Zeilenende sagt:

    Mutig, mutig! Natürlich ist die Flüchtlingskrise ein großartiger Schreibanlass, es ist doch letztlich immer die Realität, die uns Grundlage für das ist, was in der Fiktion passieren könnte. Also auch die Flüchtlingskrise. Du musst dich also gar nicht für Zynismus oder Sonstiges entschuldigen, ich halte es für ein legitimes Anliegen, das Ganze literarisch umzusetzen.
    Spontan sehe ich folgendes Problem: Die Elfen flüchten zu den Menschen. Wenn man da nicht aufpasst und die Geschichte entsprechend konzipiert, spielt man den entsorgten Bürgern … oder waren sie besorgt? Egal … in die Hände, denn: Da kommen nicht nur Leute mit einer anderen Kultur, da kommt gleich eine andere Rasse in unser ordentliches Reich. Du siehst, wie sich das lesen lässt?

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, natürlich. Man müsste dann eben gerade in so einer Lage mit den Argumenten ansetzen, dass die Unterschiede sich als marginal erweisen und im weiteren Verlauf in die Richtung lenken, dass sich diese Vermischung der beiden Völker positiv auf beide auswirkt. Eben kein Fokus auf die Unterschiede sondern auf die Gemeinsamkeiten.

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      1. Zeilenende sagt:

        Wobei die Vermischung schon wieder verdächtig nach Ideologie riecht, gell? Ich denke, solch ein Szenario müsste darauf aufbauen, dass es in grauer Vorzeit ein Urvolk gab und das Elfen wie Menschen nur verschiedene *whatever, hier richtigen Begriff einsetzen* sind. Bei Elfen und Menschen ist das ja ohnehin angelegt, die können sich ja meist paaren. Das ist so ein unausgesprochener Punkt, den man im Zuge einersolchen Geschichte vertiefen könnte, nein müsste.

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        1. Florian Born sagt:

          Auch ein sehr guter Ansatz!

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  2. Wortman sagt:

    Das ist nicht unangebracht. Das Leben schreibt die besten Geschichten. Warum sol man reale vorkommnisse nicht mit einbauen?
    Ich habe keinen Zynismus oder Sarkasmus gelesen. Sei mal ganz locker. Wer sich hier aufregt, verfehlt die reale Welt.

    Dein Vorschlag mit der flucht in die „Menschwelt“ hat was. Da sollte man nur vorsichtig sein, dass es nicht zu sehr überhand nimmt mit dem Elbenhass der Menschen. Die Lage ist nur stark angespannt. Um mal in die reale welt zu greifen: Vielleicht kann Mereleth den Menschen in Dorf bei irgendwas helfen, so das zumindest ein kleiner oder größerer Dorfkreis sie trotzdem nicht mag aber sich neutral verhält. Oder sogar freundlich wird…

    Ganz ehrlich? Mach dich nicht verrückt. In vielen Filmen / Geschichten werden Flüchtlinge sogar gejagt oder es wird versucht, sie zu töten… (siehe den Treck auf dem Weg nach Helms Klamm bei HdR)

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    1. Florian Born sagt:

      Danke fürs Rücken-Freihalten 😀
      Ja, aber auch Zeilenendes Idee mit dem gemeinsamen Ursprung finde ich sehr gut, um die Problematik abzuschwächen 🙂

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      1. Wortman sagt:

        Das stimmt. Ich denke, du wirst schon einen Weg finden, deine Ideen passend unter zu bringen. 🙂

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  3. racheleswelt sagt:

    Interessanter Vergleich!
    Gerade der Gedanke, dass die Flüchtlinge hier für das verantwortlich gemacht werden, wovor sie eigentlich selbst geflohen sind, erschreckt mich immer wieder.
    Bin gespannt, wo das alles noch hinführen wird.

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    1. Florian Born sagt:

      Du meinst in Europa, nicht wahr?
      Ja, absolut, das ist einer der schlimmsten Aspekte an dem ganzen Wahnsinn…

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