Das Hinrichtungsprotokoll der Irrivrin Eleondar #NWP

Das Hinrichtungsprotokoll 2659
– Maredes Celifeden

Datum: 27. Sommeranfang 1164

Schriftführer: Maredes Celifeden

Verurteilter/Verurteilte: Irrivrin Eleondar

Straftat: Schwere Verbrechen an der Schöpfung

Urteil: Schuldig

Strafmaß: Tod

Hinrichtungsmethode: Wurf von der Kante

Vollstrecker: Weldoreth Ivarich

Anmerkung der Akademie von Dereven:

Irrivrin Eleondar war lange eine geschätzte Magierin aus unseren eigenen Reihen. Sie erlangte unser Vertrauen, indem sie sich lange für die Erforschung und Untersuchung neuer Tierarten bemühte. Vor etwa fünf Jahren erbat sie Erlaubnis, eigenständig arbeiten zu dürfen, wodurch sie sich stärker auf ihr Feld konzentrieren könne. Sie meinte, sie wolle untersuchen, inwiefern sich starke magische Strahlung positiv oder auch negativ auf diverse Gattungen auswirke und wie man dadurch vielleicht die Aufzucht, die Gesundheit und die Konditionierung von Tieren erleichtern könne.

Wir gaben ihr die Erlaubnis und erbaten ständige Berichte an den Rat der Akademie. Diese gingen immer pünktlich ein und beschrieben die genauen Auswirkungen von magischer Beeinflussung von Tieren. Sie erklärte, manche Gattungen würden stärker und manche schwächer auf die Einstrahlung reagieren. Generell hätte man erkennen können, dass Säuger eine wesentlich höhere Anfälligkeit für magische Strahlung aufweisen würden, gefolgt von Reptilien und Vögeln. Amphibien und Fische würden die schwächste Affinität aufweisen.

Der Henker blickt auf Eleandor hinab (Bild von AlexandraVBach)
Der Henker blickt auf Eleandor hinab (Bild von AlexandraVBach)

Eleondar erklärte dies mit möglicher näherer Verwandschaft zu den Bewohnern. Gerade bei den Kithari sei dies bemerkbar, meinte sie. Nach zwei Jahren hatten wir genug Vertrauen in die Arbeit von Irrivrin gefasst, dass wir ihr sagten, dass sie von nun an allein arbeiten könne und die Berichte nicht mehr weitergeben müsse. Wir würden lediglich gelegentlich kommen, um ihre Arbeit zu begutachten.

Lange Zeit verlief alles ohne irgendwelche ungewöhnlichen Auffälligkeiten, doch vor wenigen Monaten stellten wir fest, dass Eleondar nicht mehr das Tier als ganzes unter den Einfluss magischer Energie stellte, sondern dazu übergegangen war, spezielle Muskeln und Körperregionen zu bestrahlen, wodurch sich irreguläre Veränderungen zu zeigen begannen. Sie bezeichnete diese in ihren privaten Aufzeichnugen, zu denen die Akademie Einsicht erlangen konnte, als Mutationen.

Unter anderem gelang es ihr, Hunden und Katzen weitere Gliedmaßen wachsen zu lassen. Auch zusätzliche Augen und weitere irreguläre Muster konnten gesehen werden. Ihr persönlicher Liebling sei ein Luchs gewesen, der ein stark verstärktes Wachstum aufwies – er erreichte die Größe eines Pferdes – und dem ein paar Adlerschwingen aus dem Rücken wuchsen.

Wir können nicht sagen, wie es Irrivrin gelungen ist, dieses genaue Wachstum zu ermöglichen, wir vermuten jedoch, dass sie schon zu der Zeit, als sie uns noch Berichte zukommen lies, damit begonnen hatte. Die Akademie verurteilte sie, sobald alles ans Licht gekommen war, zum Tode, da sie das Werk der Götter mit Füßen getreten hatte.

Gezeichnet
Aluir Darevens

PS: Ich persönlich muss anmerken, dass ich die Forschung von Eleondar äußerst interessant fand und finde und auch der restliche Rat der Akademie vertritt diese Ansicht, jedoch sitzt uns mit dem Tempel einer der spendabelsten Geldgeber im Nacken, die eine solche Forschung nicht gutheißen.

Protokoll der Hinrichtung

Das Verfahren verlief reibungslos. Eleondar erhob nicht die Stimme, als sie um letzte Worte gebeten wurde. Sie flüsterte lediglich etwas, dass vom Schriftführer nicht genau verstanden wurde. Anscheinend fielen unter anderem die Worte Narren, bereuen, mächtiger als sie meinen würden und aufsteigen. Worum es dabei ging, kann man nicht sagen. Gleich darauf pfiff Eleondar laut und ließ daraufhin von der Kante fallen. Das Urteil gilt als vollstreckt.

Protokoll nach der Hinrichtung

Nachdem das Urteil vollstreckt wurde, taucht die Verurteilte wieder im Sichtfeld der Zuschauer auf, am Rücken eines gewaltigen Luchses mit riesigen Flügeln. Sie lachte auf den Henker und alle Beisteher hinab und flog hinfort. Niemand verfolgte sie. Das Urteil galt als vollstreckt. Meine Augen mögen mich getäuscht haben, doch ich glaube, Ratsmagier Darevens lachen gesehen zu haben.


Jup, die werte Tierforscherin ist entflohen. Seither wurde sie nicht mehr gesichtet. Wie ihr vielleicht bemerkt habt, spielt die Hinrichtung von Eleondar etwa 20 Jahre vor der Exkursion zur schwebenden See. Diese Exkursion ist das bisher näheste zur Gegenwart, was ich in einem Artikel erwähnt habe. Irrivrin ist also seit 20 Jahren nicht mehr gesehen worden.

Ihr fragt euch warum die Elben die gleiche Zeitrechnung verwenden, wie die Miekkari? Darum soll es im nächsten Artikel gehen. Da möchte ich mich nämlich endlich mal auf das Thema Zeitrechnung stürzen.

Was glaubt ihr, könnte Irrivrin in 20 Jahren so getrieben haben? Hinterlasst mir eure Idee unten in den Kommentaren und ebenso für den Grund, warum Miekkari und Elben die gleiche Zeitrechnung verwenden 😉

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Warum beide die gleiche Zeitrechung haben? Keine Ahnung. Vielleicht eine Gemeinsamkeit aus den Anfängen der Zeit, die dann in Vergessenheit geriet?

    20 Jahre nicht gesehen… Genug Zeit für Gute/böse Experimente und vielleicht ist die Macht so groß geworden, dass sie den schwebenden See erschaffen hatte…. Genaues weiß man noch nicht…

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    1. Florian Born sagt:

      Ich dachte mir zum Thema Zeitrechnung selbiges. Eine Einmischung bei der schwebenden See finde ich unwahrscheinlich, da es doch ein ganz anderes Feld ist 🙂

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      1. Wortman sagt:

        Ich kam auf den See, weil du ihn oben erwähnt hattest 😉
        Wäre aber auch eine möglichkeit gewesen.

        Da sie „büssen sollen“, wäre natürlich eine Allianz mit einem kriegerischen Volk eine gute Ausgangslage. Mir gefällt der Gefanke weitaus besser, wenn eine Armee anrückt mit einer starken Zauberin in Front, als wenn sie alleine auftaucht und den BigMäc macht…

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        1. Florian Born sagt:

          Ist auf jeden Fall eine Überlegung wert 🙂

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