Don’t mess with magic!

Der Launch des Teasertrailers von „Fantastic Beasts and Where to Find Them“, der im November in den Kinos anläuft, sorgte unlängst für Freudenstürme bei eingefleischten Potterheads und leitet ein Revival des „Harry Potter“-Fandoms ein. Während die Potterheads, von denen der Großteil mittlerweile erwachsen ist, den Freudentränen nahe waren, dachten sich andere Fantasy-Fans vielleicht: „Das ist doch Kinderkram.“ Viele bemängeln nämlich das nicht vorhandene Magiesystem in der Wizarding World. Für den, der nur die Filme gesehen hat, oder die Bücher nur halbherzig gelesen hat – Merlins Zorn soll sich gegen Euch richten – mag das so erscheinen. Jeder Potterhead wird aber bestätigen können, dass zum Zaubern einiges mehr gehört als ein simples „Swish and Flick“.

The First Law…

… ist das wohl wichtigste Grundprinzip auf dem alle Magie basiert. Ausformuliert wurde es vom Magietheoretiker Adalbert Waffling, der es folgendermaßen definierte:

„Tamper with the deepest mysteries – the source of life, the essence of self – only if prepared for consequences of the most extreme and dangerous kind.“

Heißt: Pfusche nicht mit dem herum, was uns ausmacht. Damit meint Waffling das Leben selbst, die Seele oder auch die Liebe. Es wird angenommen, dass sich das First Law wie Newtons Third Law of Motion verhält:

„For every action there is an equal and opposite reaction.“

Wenn man also nur minimal gegen das First Law verstößt, erwarten einen minimale Konsequenzen. Bei einem groben Verstoß werden die Konsequenzen dementsprechend natürlich schlimmer sein. Wie sieht das nun in der Praxis aus? Dazu gibt es zwei sehr anschauliche, reale Beispiele:

1. Einfacher Verstoß: Merope Gaunt

Wem Merope kein Begriff sein sollte – also denen, die nur die Filme gesehen haben, hust –, die gute ist niemand geringeres als Voldemorts Mutter. Ihr Verstoß gegen das erste Gesetz war allerdings viel geringer als der ihres Sohnemannes. Die Gute verliebte sich unsterblich in einen Muggel aus dem Dorf: den gutaussehenden, wohlhabenden Tom Riddle.

Der hatte aber keinerlei Interesse an der grauen Maus, die weder besonders hübsch war, noch irgendwelche anderen hervorstechenden Qualitäten hatte. Merope jubelte ihm daher den Liebestrank Amortentia unter. Dazu muss man wissen, dass kein Liebestrank der Welt in der Lage ist, wahre Liebe zu erzeugen. Vielmehr verursacht Amortentia, der mächtigste Liebestrank, starke Schwärmereien. Ehe der Muggel wusste wie ihm geschah, war er mit Merope zusammen und hatte sie geschwängert.

Nach einer Weile setzte Merope den Liebestrank aber wieder ab, weil sie dachte, Tom hätte sie inzwischen wirklich lieben gelernt. Falsch gedacht. Im Endeffekt brachte die naive Hexe ihren Sohn alleine und verarmt in einem Londoner Waisenhaus zur Welt, wo sie kurz nach der Geburt verstarb.

Was hat diese tragische Geschichte nun mit dem First Law zu tun? Nun, Merope versuchte auf hohem Niveau künstlich Liebe zu erzeugen. Da Liebe zu den größten Geheimnissen der Magie zählt, spielt man nicht einfach damit herum. Mit ihrem verzweifelten Versuch Liebe zu erzeugen hat sie nicht nur den Mann ihrer Träume vergrault, sie hat sich auch selbst jeglichen Glücks beraubt und obendrein dafür gesorgt, dass ihr Sohn sein Leben lang nie in der Lage war selbst Liebe, Freundschaft und alle damit einhergehenden Gefühle zu empfinden. Was letztendlich auch dazu geführt hat, dass besagter Sohn derart extrem gegen das First Law verstieß, wie es wohl noch nie jemand in der gesamten Geschichte der Zauberei gewagt hat.

2. Schwerer Verstoß: Voldemort

Wie inzwischen jedem bekannt sein sollte, hat Voldemort sieben Horkruxe erschaffen und so seine Seele in acht Teile gespaltet. Zu erklären warum die Spaltung der eigenen Seele ein Verbrechen darstellt, ist wohl unnötig. Sogar diejenigen, die nur die Filme gesehen haben, haben mitgekriegt, was mit Voldemort nach seinem Tod passiert.

Erinnert Ihr Euch an das kleine, sich vor Schmerzen krümmende, zerfleischte Baby, das Harry in der Zwischenwelt gesehen hat, als er sich nach seinem Tod mit Dumbledore unterhalten hat? Genau das meine ich. Den selbsternannten dunklen Lord hat genau dieses Schicksal nach seinem Tode ereilt. Seine Seele ist in ewiger Pein gefangen in einer Welt zwischen Leben und Tod, ohne Chance auf Erlösung.

Golpalott’s Third Law…

…ist weitaus weniger komplex und allumfassend als das First Law. Genau genommen brauchen es nur jene Zauberer, die sich intensiver mit Zaubertränken befassen. Das Gesetz beschreibt, dass man für die Herstellung eines Gegengifts nicht einfach nur das Gegengift jeder einzelnen Komponente zusammenmischen kann. Vielmehr muss man die eine Zutat finden, die das Ganze auf alchemistischer Basis so bindet, dass ein „Gesamtgegengift“ entsteht.

Für dieses Gesetz gibt es Ausnahmen, da es gewisse Gegengifte gibt, die gegen die meisten Gifte wirksam sind. Ein Beispiel dafür wäre der Bezoar (ein Stein aus dem Magen einer Ziege) mit dem Harry im sechsten Band Ron rettet, als dieser in Slughorns Büro vergifteten Met getrunken hat.

Gamp’s Law of Elemental Transfiguration…

…regelt im Wesentlichen die Grundsätze der Zauberkunst und Verwandlung. Dabei geht es darum welche Gegenstände/Lebewesen inwiefern verwandelt, beschworen oder aus dem nichts herbeigezaubert werden können. Gamp’s Law beinhaltet insgesamt fünf Ausnahmen, die nicht den herkömmlichen Regeln unterliegen.

Die Erste davon ist Essen. Kein Zauber kann Essen aus dem Nichts heraufbeschwören. Magie kann Essen nur vermehren, sofern bereits welches vorhanden ist, herbeizaubern, wenn der Zauberer genau weiß, wo sich welches befindet und verwandelt werden. Warum genau Essen eine Ausnahme ist, weiß niemand. Vor allem da Flüssigkeiten wie Wasser, Getränke und sogar Saucen nicht dazuzählen. Die weiteren vier Ausnahmen von Gamp’s Law sind Muggeln wie mir derzeit leider noch unbekannt.

Das war jetzt nur ein Teil der magischen Gesetze der Wizarding World, der Rest folgt ein andermal. Eine kleine Anmerkung am Rande: Ich habe bewusst die englischen Originalbegriffe benutzt, da ich nicht möchte, dass durch die Übersetzung der typische Harry-Potter-Charme leidet – Englischmuffel mögen mir verzeihen.

Ich persönlich finde das First Law und wie es sich auswirkt unheimlich spannend. Welches Gesetz hat Euch am besten gefallen? Wenn noch irgendwas unklar sein sollte oder falls Ihr Anmerkungen zu den einzelnen Gesetzen habt, schickt mir eine Eule! …oder schreibt es in die Kommentare.


© Cover-Image: badash13

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Das erste Gesetz gefällt mir gut 🙂

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  2. DerSinn sagt:

    Ein ausgezeichneter Überblick. Danke. 🙂

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    1. Danke, sowas hört man gerne. 🙂

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  3. Carmilla DeWinter sagt:

    Cooler Überblick, danke. Trotz Buchlesens waren mir die Gesetze in dieser Form kein Begriff (mehr), allerdings finden sich die Beweise ja auch gleich im Text – heißt, ich muss das nicht ausformuliert sehen, wenn ich es in Aktion erlebe. Andere Romane haben die Gesetze teilweise stärker zu Inhalt, da ergibt es Sinn, dass sie explizit aufgelistet werden, aber bei Harry Potter wäre das m.E. ziemlich überflüssig gewesen.

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    1. Danke! 🙂 Ich wollte einfach den Beweis liefern, dass die Magie in Harry Potter nicht willkürlich funktioniert, so wie es unaufmerksamere Buchleser gerne behaupten.

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