Inspiration aus dem Real Life – Idioten/Populismus

Ah! Endlich mal Leute, die die Wahrheit sagen. Die die Sprache des Volkes sprechen. Nicht so einen gequirlten Gutmensch-Unsinn! Leute, mit denen wir einfachen Leute, wir wahren Bürger dieser stolzen Nation uns identifizierten können und die unsere Sorgen und Probleme wirklich ernst nehmen und nicht wie diese ganzen arroganten Politiker dort oben einfach nur auf unsere Köpfe spucken. Wunderbar.

Gut. An dieser Stelle kippe ich den Sarkasmus-Schalter wieder nach unten. Das sollte eh schon reichen, um meinen Standpunkt in dieser Sache hervorzuheben. Für alle, die meinen triefenden Sarkasmus noch nicht kennen sollten: Das da oben war er. Meine Meinung zu billigem Populimus ist bitte daraus abzuleiten oder aus diesem Kommentar aus der Süddeutschen. Danke.

Ich würde diesen Artikel aber nicht unter ein „Inspiration aus dem Real Life“ stellen, wenn ich nicht glaubte, dass sich hinter all diesem Schwachsinn, den Hofer, Petry, Trump, Farrage, Orban – und wie sie nicht alle heißen, diese Vertreter des einfachen Volkes – verzapfen, großartige Geschichten verbergen. Also mal ganz abgesehen von den Geschichten, die sie so als Wahrheit verkaufen.

Denn auch wenn es sich hier aus der Sicht einer Person mit hoher Bildung eigentlich um ziemliche Pfosten handelt, die mit simpelsten Parolen die Meinung des Volkes beeinflussen, so ist ihr Erfolg nicht zu leugnen. Schande über dich, Welt. Genau deshalb bin ich auch der Meinung, dass wir hier auf einer Goldgrube an Geschichten sitzen, die damit geschrieben werden könnten.

Denn womit haben wir es hier zu tun? Eine kleine Auflistung:

  • Wir haben eine Figur, die als Anführer inszeniert wird. Sie gibt sich als möglichst volksnah und einfach. Wie jemand, mit dem man sich ruhig mal einen hinter die Binde kippen kann. Dass diese Person gerne mal ausfällig wird, in der Regel verflucht rassistisch und schon krankhaft konservativ ist, wird dabei vom Volk gezielt ignoriert. Ebenso wie etwaige Eskapaden, Ausfälligkeiten und Bemerkungen, die für einen kurzen Moment den Schleier lüften. Sollte mal jemand etwas gegen den Anführer sagen – also zum Beispiel, dass dieser Unrecht hat oder gelogen hat –, verkriecht man sich sofort in der Opferrolle und ruft: „Verschwörung!“
  • Wir haben die Partei oder Organisation im Hintergrund, die die Figur noch weiter pusht und alles auf ihr aufbaut, sowie deren weitreichendes Netzwerk.
  • Wir haben ein geschicktes Propaganda-System, dass jene Wahrheit, die der Partei gefällt, verbreitet und jede andere durch Fakten oder Indizien oder erfundene Fakten untergräbt. Meistens letzteres.
  • Daneben haben wir einen tatsächlich nicht schlecht funktionierenden Staat. Klar hat er Probleme – auf denen sich der Anführer und die Partei natürlich gerne mal aufhängen  –, aber nichts, was sich nicht auch ohne die Partei lösen ließe. Sämtliche Vorgänge, die der Staat vornimmt, seien es Bündnisse, Handelsabkommen oder sonstiges, werden von der Partei gekonnt so gedreht, dass es als etwas schlechtes daherkommt.
  • Wir haben außerdem ein Volk, dem es nicht gerade toll geht – oder das zumindest das Gefühl hat, dass es ihm nicht so gut geht – und deshalb anfällig für die Propaganda der Partei ist.
  • Und natürlich haben wir einen Feind oder mehrere Feindbilder, die gerne mal von der Partei und deren Propaganda-System für alles hergenommen werden, was schlecht ist. Damit wird dann gerne mal Stimmung gemacht für die eigenen Zwecke. Zu deren Ungunsten und auch wenn sie nicht mal wirklich etwas dafür können.

Abseits davon gibt es natürlich noch einen Haufen anderer Aspekte, die in eine solche Konstellation einfließen. Das sind damit aber die wesentlichen.

Und was wird daraus?

Vielleicht das:

Derin ist ein junger Metallschweißer in Alt-Berten. Geringe Ausbildung und ein Hungerlohn treiben ihn in die Arme der Partei des Volkes, die die Macht der Regierung und ihrer Vertreter anficht. Ihr Anführer Alweron sieht die Zwerge, die in der Stadt Zuflucht vor dem Krieg mit den Orks suchen als Ursprung allen Übels in Alt-Berten, zusammen mit den „Hohen Tieren“, die in Neu-Berten vom Geld der armen Schlucker leben.

Doch während die Partei des Volkes an Macht gewinnt und eine Revolution ins Haus steht, kämpft die Regierung mit ganz anderen Problemen, die die Partei nicht zu interessieren scheinen, jedoch Berten als Gesamtes in größte Gefahr bringen könnten. Wirtschaftliche Stagnation, mitunter beeinflusst durch die Partei des Volkes, und eine Gruppe radikaler Aufständischer unter Kommando der Orks machen Berten zu schaffen. Derin selbst wird zum Kern und Angelpunkt dieser politischen Probleme, als er herausfindet, dass die Partei all die Gerüchte um die Zwerge selbst setzt und die Regierung nichts dagegen unternehmen kann.

Gemeinsam mit einem Zwerg und einer suspendierten Wache muss er die Probleme lösen, die die Regierung lähmen, ehe sich der Krieg der Zwerge und Orks nach Berten ausbreitet. Gleichzeitig muss er die Propaganda der Partei des Volkes aufhalten, damit die Regierung nicht endgültig gelähmt wird. Und all das, bevor die Orks endgültig die Macht übernehmen und Berten, die Stadt seines Lebens, in ihre Hände fällt…

Welche Ideen bekommt ihr mit dem Stoff, der sich in unser aller Alltag zurzeit abspielt? Wo seht ihr Punkte, an denen man ansetzen kann? Und welche Begebenheiten aus dem realen Leben haben euch schon auf Geschichten gebracht? Ab in die Kommentare damit!


© Cover-Image: AdamBurn

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carmilla DeWinter sagt:

    Noch habe ich keine Plot-Idee, aber was nicht ist … die Setzlinge sind vorhanden, fehlt noch eine auswärtige Krise. Hm. Danke, auch für den Link.

    Gefällt 1 Person

    1. Florian Born sagt:

      Gerne doch 😉

      Gefällt mir

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