Über die mögliche Zukunft von Mittelerde

Die Hobbit-Trilogie ist erzählt. Die Herr der Ringe-Trilogie ebenfalls. Ein Spiel  führte uns in den hohen Norden. Eines in die Untiefen Mordors. Und ein paar andere erzählten nochmal das gleiche, das wir ja eh schon aus den Filmen kannten, nur mit Lego. Oder auch ohne Lego aber dafür schlechter als die Filme. Und dann gab es noch ein paar Geschichten, die in den „Schlacht um Mittelerde“-Spielen erzählt wurden und zum Beispiel dem Hexenkönig ein wenig mehr Tiefe gaben. Oder den Zwergen.

Das ist passiert. Vieles davon war gut: LotR 1-3, Shadow of Mordor, Schlacht um Mittelerde (beide Teile).

Über manches lässt sich diskutieren: Die Lego-Spiele, die Hobbit-Filme und Krieg im Norden.

Manches sollte besser vergessen werden: Der Rest.

Die Frage ist: Was wird Warner in Zukunft mit seiner wunderbaren Lizenz zur multimedialen Ausschlachtung von Tolkiens Welt anstellen? Weil wir schon lange auf etwaige News aus dieser Richtung warten und immer noch nichts neues zu kommen scheint, dass unsere Gier danach stillen könnte, habe ich mir gedacht: Bring doch selbst mal ein paar Geschichten ein, die man erzählen könnte. Und das mach ich jetzt auch.

Ein Shadow of Mordor-Sequel

Wer es geschafft hat, sich durch die zufällig generierten Horden Saurons zu schnetzeln und Rache für Talion zu finden, der wird am Ende des Spiels vor einem furchtbar offenen Ende zurückgelassen. Das schreit einfach nach einem Sequel, einer Fortführung von der Geschichte Talions und des Geists, mit dem er sich dem Körper teilt.

Man könnte seinen Weg zum Beispiel entweder weiter nach Süden gehen lassen – also nach Harad – oder auch nach Nordosten – nach Rhûn. In beiden Gebieten könnte Talion mit seinen Kräften als untoter Waldläufer und Schnetzler der Orks ziemliches Unheil unter den Schergen Saurons anrichten. Außerdem ließen sich in beiden Regionen ganz neue Geschichten erzählen, die keine Auswirkung auf den Ringkrieg in Gondor oder die Geschehnisse im Norden hätten.

Aus dem Shadow of Mordor könnte also schnell der Shadow of Rhûn werden, der anstelle von Grauks voll berittene Ollifanten niedermacht. Und würden nicht alle gern mal wie Legolas auf einem Rüssel eines riesigen Hornträgers surfen?

Abgesehen davon, könnte seine Reise ihn auch an viele andere Orte Mittelerdes führen, von denen noch weniger bekannt ist. Oder auch an bekannte Orte, die Geschichten zu erzählen haben, die wir noch nicht gehört haben.

Die Geschichte der blauen Zauberer

Neben den bekannten Istari – Gandalf, Saruman und Radagast –, die wir in filmischer und spielerischer Form schon mehrmals in Aktion erleben durften, gibt es noch zwei weitere Istari, zu denen noch so gut wie nichts bekannt ist. Die beiden blauen Zauberer Alatar und Pallando sind im Kanon weitgehend unberührt. Sie werden stets nur am Rande erwähnt und es heißt, sie seien in den Osten gegangen. Was genau dort passiert ist, ist unklar, beziehungsweise ungeschrieben.

Dieses unbeschriebene Blat, dass diese beiden darstellen, könnte allerdings eine wunderbare Spielwiese darstellen und zum Beispiel in Form eines Videospiels die Möglichkeit bieten, die Magie von Arda und ihre Auswirkungen dem Leser/Spieler/Seher näherzubringen.

 

Neue Geschichten aus der Zeit vor dem Ringkrieg

Die Kriege in Angmar, der Untergang Númenors, die großen Schlachten von Belleriand, die Abenteuer des Tom Bombadil, die Reise der Elben gen Westen (also die im ersten Zeitalter). Die Geschichten, die Tolkien teilweise nur anreißt, geben Stoff für Unmengen an Filmen, Spielen und Serien, die nur darauf warten, für ein lesefauleres Publikum umgesetzt zu werden. Allein aus den Legenden um die Kinder Húrins ließe sich eine wunderbare Serie schaffen.

Und dazwischen sind noch Unmengen an zeitlichen Flächen, die so gut wie nicht bespielt wurden. Und ebenso Völker, die bei weitem nicht genug Aufmerksamkeit erhalten. Man kann mir jedenfalls nicht erzählen, dass die Geschichte rund um Aufstieg und Fall Morias keiner eigenen Geschichte wert ist.

Die Zeit danach

Wer nach hinten schaut muss auch nach vorne blicken und wird feststellen, dass die Geschichte Mittelerdes mit dem Ringkrieg noch kein Ende genommen hat. Das vierte Zeitalter Mittelalters – auch Zeitalter der Menschen genannt – begann mit den letzten Ausläufern des Ringkrieges, die sich zu einem bitteren territorialen Konflikt zwischen Gondor/Anor sowie deren Verbündeten und den Ostlingen von Rhûn entspannen.

Auch hier und darüber hinaus gibt es Geschichten, die es wert sind, aufbereitet zu werden.

Mittelerde und seine Legenden sind also bei weitem noch nicht ausgeschöpft und ich glaube, dass Warner mit den Möglichkeiten, die man in Händen hält, noch lange Zeit viel Spaß haben wird. Und wir mit ihnen.

Was sind eure Gedanken zu Mittelerde? Wohin sollen die multimedialen Wege von Tolkiens Welt eurer Meinung nach führen? Oder habt ihr sogar schon genug davon? In die Kommentare damit!


Cover-Image © Cakes-and-Comics

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Da ich keines der Spiele kenne und sicherlich auch nicht spielen werde, ist mir das eigentlich egal, wer da was wie weit ausschlachtet 😉

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  2. Carmilla DeWinter sagt:

    Drücken wir’s so aus: Ab einer gewissen Menge Ausschlachtung wird’s mir zu lächerlich und danach von mir boycottiert. Bei mir war die Grenze für LotR mit den Hobbit-Filmen erreicht, bei StarWars nach Episode 3, und bei Transformers wäre besser nach dem ersten Film Schluss gewesen. Ich bereue, dass ich den vierten Teil überhaupt gesehen habe. Besonders tragisch: Das Marvel-Kinouniversum zeigt auch schon erste Ermüdungserscheinungen. seufz

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    1. Florian Born sagt:

      Gerade beim mcu finde ich, dass die Sache langsam wirklich interessant wird 😀

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  3. Last Tolkien ruhen. Er hat wirklich tolle Ideen aufgeschrieben die viele zu neuem inspiriert haben. Aber schon die Filme starten eine Invasion auf die eigenen Fantasien im eigenen Kopf, in dem sie die Filmbilder über die selbst erdachten Landschaften und Gesichter kleben. Es sind tolle Filme bisher, mit einigen Freiheiten die mir nicht so gefallen (Ich finde surfende Elben echt würdelos). Aber wenn das Pferd tot ist, sollte man absteigen. Toll, wenn noch neue Geschichten in Tolkiens Welt hineingeschrieben werden aber das ist nicht mehr seins. Schon jetzt denken mehr Menschen an die Filminhalte als an die Bücher. Weitere Filme oder, die Götter verwehren es, Serien würden das ganze zukleistern und unter sich begraben. Wenn jetzt noch mehr Filme in Tolkiens Welten gedreht werden, hat Hollywood gegen ein großartiges Werk der Literatur gewonnen. Last Tolkien ruhen.

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