5 Franchises, die immer noch fälschlicherweise als Science Fiction bezeichnet werden

Ich hab mich schon einmal – oder öfter – darüber beschwert, dass es in der Regel nicht wirklich gut hinhaut, Werke der Phantastik korrekt den jeweiligen Subgenres zuzuweisen. Oder überhaupt die wirklichen Unterschiede der Subgenres zu erkennen und zu benennen. Klar: Vieles davon ist stark subjektiv. Trotzdem nervt es mich. Deshalb folgt hier und jetzt eine kleine Auflistung an Franchises, die – meiner bescheidenen Meinung nach – fälschlicher- und dämlicherweise unter „Science Fiction“ kategorisiert wurden.

Star Wars

Beginnen mit dem Negativbeispiel schlechthin. Ich hab es schon mehrfach erwähnt, aber ich stolpere immer wieder darüber, deshalb spielen wir das einfach noch mal durch. Bereit?

Star Wars mag zwar auf den ersten Blick so wirken wie Science Fiction – Raumschiffe, Blaster, Laser und so weiter – aber wenn man nur kurz hinter die Fassade blickt, offenbart sich eine Geschichte, die auf den klassischen Prinzipien der Fantasy beruht. Ein Held, eine Quest, ein böser Herrscher, klare Abgrenzung der Seiten. Ihr seht, was ich meine.

Abgesehen davon haben wir in Star Wars ein nicht unwichtiges Element, das sich nicht mit wissenschaftlichen Mitteln erklären lässt. Heck, es wird nicht einmal versucht, es zu erklären. Die Macht ist nichts anderes als eine Form der Magie und allein damit hebt sich Star Wars von der Science Fiction ab. Und wer mir jetzt mit den Midi-Chlorianern kommen will, dem muss gesagt sein, dass Disney beim Ausmisten des Kanons auch diese Dinger schnell unter den Teppich gekehrt hat. Resultat: Midi-Chlorianer werden von der Macht angezogen, sie verursachen sie jedoch nicht.

Was ist Star Wars also? Fantasy. Fantasy im Weltall. Nennen wir es Science Fantasy. Aber keinesfalls SciFi. Verstanden?

Gut. Weiter im Text.

Ghostbusters

Die berühmtesten Geisterjäger der Geschichte haben erst dieses Jahr ein Reboot erhalten – ein verdammt lustiges, aber das nur am Rande. Was aber aktuell relevanter ist: Sie werden aus irgendeinem bescheuerten Grund als SciFi kategorisiert. Zerpflücken wir das mal:

Ja, Ghostbusters hat einen Pseudowissenschaftlichen Hintergrund und zumindest 3/4 des neuen Teams sind auch Wissenschaftler. Damit hört sich meines Erachtens die Nähe zur Science Fiction auch schon wieder auf. Keine Kritik. Ghostbusters ist wahnsinnig amüsant und gut gemacht. Aber zu behaupten, es hätte irgendeine Nähe zu wissenschaftlichen Aspekten ist doch ziemlich dreist.

giphy1

 

Eher würd ich es deshalb als Fantasy bezeichnen, die sich mal ein wenig wissenschaftlich gibt. Auch wenn ich hier zugeben muss, dass es nicht so weit daneben oder so nervig ist wie Star Wars oder – noch schlimmer – beim Folgenden:

The Man in the High Castle

Wie ihr sicher wisst, geht diese Serie von der Prämisse aus, dass die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben und nun zusammen mit Japan die ehemalige USA beherrschen. Soweit, so historisch inakkurat. Aber das ist ja nicht so schlimm. Viel schlimmer ist die Absurdität, die Serie als SciFi einzustufen – ja wirklich so gesehen.

Die Amazon-Produktion mag sehr viel sein. Ein Thriller, spannend, nicht von dieser Welt erzählend, aber eines ist sie mit Sicherheit genauso wenig wie Herr der Ringe: SciFi. Ende des Diskussion.

Doctor Who

Ich höre schon eure wütenden Schreie, die Tennant, Smith und Eccleston verteidigen. Wie kann ich nur, dieses größte aller britischen Exportgüter mit Füßen zu treten. Star Wars, na gut. Aber der Timelord und seine zeitreisende Policebox sind heilig! HEILIG!!!

Auch wenn ich euch natürlich bis zu einem gewissen Grad zustimme, so muss ich doch etwas anfügen. Ist Doctor Who wirklich Science Fiction? Natürlich, die behandelten Elemente sind klar dem Subgenre zuzuordnen, aber ich meine: Wirklich, wirklich? Es geht um Zeitreisen, aber wie der Doctor so schön selbst gesagt hat:

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Und sind wir uns sicher, dass Science Fiction, mit seinen klassischerweise relativ geraden Strukturen wirklich dazu passt? Vielleicht können wir hier auch wieder einen Kompromiss finden. Man könnte ja ein ganz eigenes Genre darum basteln. Sowas wie… Science Comedy! Und da packen wir auch gleich noch den Hitchhikers Guide und Borderlands rein.

Supernatural

Zum Abschluss noch ein wirklich langes Epos über Vaterkomplexe. Supernatural ist sogar so lang, dass die Serie seit kurzem tatsächlich die am längsten laufende amerikanische Science-Fiction-Serie aller Zeiten ist. Freut mich auch sehr. Ist ja auch wirklich sehenswert. Doch in meinem Kopf bildet sich hier dennoch eine kleine Frage heran, die Stellung verlangt:

Who the Hell categorized this shit?!

giphy

Wirklich? Supernatural?! SciFi? Die Geschichte über Dämonen und Engel und Götter und alles mögliche, was aus irgendeiner Mythologie unserer Welt entlehnt wurde? Die Gründe, warum Supernatural nicht Science Fiction sein sollte, sind so zahlreich, dass ich einen eigenen Artikel darüber machen könnte. Aber das mach ich nicht. Es sollte klar sein, dass das einfach nur dämlich ist.

Oder? Was meint ihr? Seid ihr der Meinung, ich hätte hier irgendwo meine Kompetenz überschritten? Oder dass ich mich komplett irre? Haut mir gern eure Meinungen zum Thema unten in die Kommentare und lasst uns darüber quatschen.


© Cover-Image -> KMIStudio

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Carmilla DeWinter sagt:

    „Man in the High Castle“ kenne ich nicht, aber ich glaube, sämtliche Alternativhistorie, welche nicht noch höhere Mächte bemüht, wird zumeist als SciFi eingeordnet, wenn’s nicht unter „Thriller“ oder so landet – was ich von Vetriebsseite nachvollziehen kann, sonst müsstest du ein eigenes Subgenre der Phantastik/Spekulativen Fiktion dafür aufmachen. Und vermarkte das dann mal 😉
    Ansonsten keine Einwände.

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    1. Florian Born sagt:

      Da ist natürlich wieder was dran 😉

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  2. k4tze sagt:

    Guter Eintrag! Ich würde sagen: Star Wars = Science Fantasy (Begriff gibt es wirklich) , Supernatural und Ghostbusters zählte ich zu Mystery, und den Doctor sowie auch Douglas Adams fällt bei mir unter die Kategorie SF Parody. Comedy könnte man gelten lassen, ist meiner Meinung aber zu banal gehalten. Comedy ist einfach zu konsumieren während Parodien etwas Wissen und auch eine gewisse Hommage an das Genre voraussetzen (Produzent wie Konsument). Ich wollte mal einen ähnlichen Text schreiben 😀

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    1. Florian Born sagt:

      Ja, Parody trifft es sogar noch besser. Habe gerade die neue Dirk Gently Serie geschaut (Adams) und auch die könnte man in diese Kategorie (SF-Parody, Science Parody?) einsortieren 😉

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      1. k4tze sagt:

        Ich bin noch irgendwo in der Mitte bei Dirk Gently. Es ist wirklich großartig, obwohl ichs noch nicht ganz verstehe, glaub ich. Aber definitiv unter die gleiche Kategorie, ja. Ich wollte es fast dazu schreiben, dachte mir aber, das kennt sicher keiner 😀

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        1. Florian Born sagt:

          Unbedingt fertig schauen! Am Ende macht tatsächlich alles Sinn 😀

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